Donnerstag, 16.03.2020 – Flug Nuqui nach Medellin

Bereits die Nacht über bemerkte ich eine leichte Erkältung. Husten, Halskratzen und sogar erhöhte Temperatur, oder sogar Fieber. Mir war schon klar woher das kam. Vorgestern hatte ich pitschnass im Wind in der Hängematte gelegen, am Strand von Jovi und habe da auf Santiago mit seinem Boot gewartet. Sicher drei Stunden. Dies, in der Kombination mit der Anstrengung, war der klare Grund meiner Erkältung. Ich hatte es auch am Vortag bereits gespürt. Es war ein denkbar schlechter Moment für Husten, Niesen und Schnupfen…
Bereits um 08:00 Uhr stand ich, nach unruhiger Nacht, beim Reisebüro auf der Matte. Sie hatte mir beim letzten Mal bereits erklärt, dass sie im Reisebüro trotzdem eine Möglichkeit haben, ein Ticket über Kreditkarte zu verkaufen, nachdem ich ihr meinen Groll über den misslungenen Onlinekauf erzählte. Aber ich hatte ja noch genügend Bargeld… So händigte sie mir mein Ticket aus und alles ging problemlos und schnell. Dann ging es zurück ins Hotel, um mein Gepäck fertig zu machen. Das meiste war bereits gepackt. Ich lies viele Sachen im Hotel. Schnorchelausrüstung, Strandschuhe, alles was ich in Medellín nicht mehr brauchen konnte und Gewicht kostete. Die sympathische Putzfrau würde sich freuen, dachte ich mir. In der Farmacia beim Flughafen wollte ich mir noch Handdesinfektionsmittel und Masken für den Rückflug kaufen. Da war nichts mehr zu wollen. Es gab nur noch eine Literflasche Alkohol, die ich kaufte, weil ich den in die kleinen Kunststofffläschchen umfüllen konnte, die ich eh dabeihatte.

Um 12:00 Uhr sollte der Flug gehen. Ich fand glücklicherweise ein Mototaxi, dass mich mit meinem „roten Monster“ und dem restlichen Gepäck zum Flughafen brachte. Ich war eine Stunde vorher dort, checkte problemlos ein (wegen der Erkältung hatte ich ein wenig Angst) und ging dann rüber zum Frühstücken, in das Lokal direkt gegenüber dem Flughafen. Ich hatte den Tag über noch keinen Bissen runtergebracht, durch die Anspannung wegen der ständigen Eskalation der schlechten Nachrichten bezüglich Corona. Die Ankunft des Flugzeugs verzögerte sich leider um zwei Stunden. So hing ich am Flughafen rum und ratsche mit einem Amerikaner, der da gerade mit ein paar Partnern ein großes Ressort aufbaute, irgendwo zwischen Nuqui und Arusi.
Diesmal war es eine wirklich kleine Maschine. Ein Achtsitzer in einem recht ramponierten Zustand. Alles egal, ich war froh dass ich noch eine Möglichkeit hatte, so problemlos nach Medellín zu kommen. Wir waren nur 5 Fluggäste in der Maschine und die Maschine hatte definitiv bereits bessere Tage gesehen und es war recht laut, aber sie hob ab und flog brav in einer Stunde nach Medellín.

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Mittwoch, 15.03.2020 – Nuqui

In Nuqui hatte sich das Klima inzwischen verändert. Nicht nur dass es regnete, auch das Klima der Menschen. Es war (für die Verhältnisse in Nuqui) angespannt. Ich ging mittags in das Restaurant „Las Flores“, das letzte Mal für einige Zeit, ansonsten ordnete ich meine Sachen im Hotel. Inzwischen war ich der einzige Gast. Auch ein wenig gespenstisch…
Auf dem Weg zum Hotel traf ich noch ein älteres deutsches Pärchen, das von diesem Corona-Hype noch nicht so viel mitbekommen hatte. Ich erzählte von der Liste der Deutschen Botschaft, in die man sich eintragen konnte, dass man erfasst war, falls eine Rückreise unmöglich wurde. Aber die machten sich nichts daraus, waren Rentner und wollten die Zeit in Nuqui aussitzen. Eigentlich eine gute Idee, ich hatte ja auch darüber nachgedacht, aber, mir wurde es dann doch zu heiß. Wenn die Restaurants und Läden alle zumachen würden, vielleicht sogar das Hotel schließen würde, da wäre ich aufgeschmissen! Klar, der Skipper Santiago sagte mir, er würde mir eine Wohnung besorgen, in der ich in dieser Zeit bleiben könnte. Aber ich stellte es mir nicht mehr ganz so easy vor wie am Anfang. Auch brauchte ich eine gute Internetverbindung, die ich im Hotel Las Palmas del Pacifico immer hatte. Wenn das zumachte, dann war auch nichts mehr mit dem relaxten und ausgiebigen Hängemattenorgien auf der Terrasse vor dem Hotelzimmer.
Die ersten Menschen liefen in Nuqui tatsächlich mit Masken rum. Spätestens jetzt war mir klar, dass ich umgehend nach Medellín musste, da bereits angekündigt war, dass Kolumbien die internationalen Flugverbindungen streichen würde. Darüber hinaus auch eine Ausgangssperre und die Einstellung aller nationalen Bus- und Flugverbindungen erwog. Ich wusste, dass ich aus Nuqui so schnell nicht wegkommen würde, wenn ich mich nicht SOFORT auf den Weg machen würde. Zumindest nach Medellín musste ich kommen. Auch Katrin und Marie-Luise versorgten mich aus Deutschland per WhatsApp mit wichtigen (aber nicht beruhigenden) Informationen. Den beiden lieben Reisefreunden aus der Kaffeezone, Paula und Germán, die mich zu sich auf ihre Finca eingeladen hatten, sagte ich per WhatsApp ab. War mir zu heiß, jetzt auch noch dorthin zu fahren.

In Nuqui gab es am Abend nochmal eine dieser Trommlerrunden in der Nähe des Flughafens. Das scheinen die regelämüig und in wechselnder Besetzung zu machen. Auch der Wirt der speziellen „Selva-Schnäps-Verkostung“ war mit unter den Spielern. Sowie ein Mitreisender beim Flug am nächsten Tag, wie ich später bei der durchsicht der Fotos feststellte.

Dann versuchte ich am Abend per Internet ein Ticket bei San Germán von Nuqui nach Medellín zu buchen. Wieder ohne Erfolg, es scheiterte, wie schon früher, an den „unsicheren“ Kreditkarten aus Deutschland. Keine Chance! So beschloss ich, am nächsten Tag gleich in der Früh in das Büro der Fluggesellschaft Sain Germán zu gehen und mir mein Ticket zu buchen.

Samstag, 14.03.20 – Fußmarsch Guachalito nach Jovi und Rückfahrt nach Nuqui

Ich stand relativ früh auf, so gegen 07:30 rum, geweckt von den Kindern und allen möglichen Menschen, die um diese Zeit schon rumliefen. Zum Beispiel Fischer und ein Maler mit Team, der Santiagos Schwimmwesten beschriftete. Ich holte mir im „Küchenhaus“, das weiter hinten am Wald lag, einen Tinto (schwarzen Kaffee) mit einem kleinen Brötchen. „Das muss man in den Kaffee eintauchen, das macht man hier in Kolumbien so“ belehrte mich der circa 11jährige Sohn der Zahnsonnenkönigin (Bericht vorher). OK, sabbere ich halt rum, dachte ich mir. Aber es verlief relativ sauber. Dafür holte mir der kleine Bursche dann verschiedene Früchte der umliegenden Bäume zum probieren runter. Da waren ausgesprochen lecker Früchte dabei, deren Namen ich mir leider nicht merken konnte.

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Freitag, 13.03.20 – erneute Fahrt nach Guachalito

Mittags ging es los. Diesmal nicht vom „Touri-Steg“, nein, ich holte Santiagos Frau zuhause ab und wir liefen bis fast ganz hinter in südlicher Richtung, bis zu einer Indianer-Community. Dort hatte Santiago sein neues Schiff stehen und putzte es gerade mit zwei Kids. Die Schraube musste noch dran, die Sitzbänke noch montiert werden. Auch das Dach war noch nicht montiert. Ich beobachtete alles von der „Tankstelle für Schiffe“ der „Hermanos K“ aus. Ich besorgte mir noch schnell zwei Flaschen Wasser für die Überfahrt. Ich hatte noch nichts gefrühstückt, aber, auf dem Weg hatte sich auch nichts ergeben und die Frau von Santiago meinte, es würde dann eh Essen geben, sie hatte zwei dicke Taschen dabei, vermutlich voll mit Lebensmittel.

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Freitag, 28.02. – Nuqui

In Nuqui lässt es sich definitiv aushalten. Zumindest wenn man wie ich, eine Unterkunft hat, die zwei FETTE Hängematten vor der Tür hat, wo es sehr ruhig ist (nur der Pazifik rauscht vor sich hin) und wo man eine gute Aussicht hat in der Kombination mit einem angenehmen Wind der immer über die große Veranda streicht. Es geht mir saugut hier!

Zum Frühstück ging ich zum Restaurant Pola. Eine junge unfreundliche Schnepfe nahm unwirsch meine Bestellung auf. Keine Ahnung was der über die Leber gelaufen war. Ich hätte gleich wieder gehen sollen. Dann kamen noch circa 5-6 Indios an, die alle vor mir ihr Frühstück hatten. Wenn ich nicht schon so Hunger gehabt hätte dann wäre ich gegangen.

In der Hängematte erholte ich mich von der untypisch unangenehmen Begegnung und schwor mir, da keinen Fuß mehr reinzusetzen.

Am späten Nachmittag ging ich nach Norden, den Weg entlang, nicht ganz bis zum Ende. Wollte mir einfach die Beine vertreten und es ist herrlich, am Pazifikstrand entlang zu laufen, die Sonne war schon runtergedimmt und so war es sehr erträglich und schön. Die meisten Menschen die mir begegneten grüßten freundlich mit breitem Lächeln. Einige wenige reagierten nicht auf mein Grüßen, die hatten vermutlich generell Probleme mit „heller pigmentierten Menschen“. Das gibt es hier natürlich, ist laut Erzählungen in Quibdo im Landesinneren noch stärker verbreitet. Bei der Geschichte auch nachvollziehbar.

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Donnerstag, 27.02. – Fahrt Termales nach Nuqui

Das Aufstehen um 06:00 funktionierte hervorragend. Ich versuchte möglichst keinen Lärm zu machen, was mir nur mäßig gelang, da ich auch kein Licht machen wollte. Da knallte schon der Zusatzakku scheppernd auf den Holzboden. Es graute zwar bereits der Morgen, war aber noch dunkel und mein Licht beleuchtete das ganze erste Stockwerk, da die Wände ja quasi nur Raumteiler waren. Um 06:30 stolperte ich runter, Moringa war bereits wach, Mono (Schwiegersohn) lies sich auch kurz blicken und Neri stand bereit, mir behilflich zu sein um auf das Boot zu kommen. Ich zahlte noch schnell meine restlichen Schulden bei Moringa und schon ging es zu Fuß los, in südlicher Richtung aus dem Dorf, bis zum Fluss. Anscheinend war es da für das Boot leichter zu landen. Auch zwei der Hunde begleiteten uns und es war überhaupt erstaunlich viel los um die Zeit. Schulkinder, Fischer, potenzielle Reisende. Es war vielleicht mehr los als tagsüber, wenn es so heiß war.

Das Boot kam dann auch gleich, der Einsteigevorgang war easy, doch dann kamen, wie es der Pazifik in seiner „witzigen Ader“ manchmal macht, doch ein paar größere Wellen. Ich saß schon im Boot, alles war wasserdicht verpackt, selbst ein Kentern des Bootes wäre nicht so schlimm gewesen. Ich wäre nass geworden, aber meine Sachen waren sicher. Die Wellen warfen das Boot auf und der Mann am Bug, mit seiner langen Stange, der dafür sorge trug, dass das Boot 90 Grad zu den Wellen stand solange Leute ein- und ausstiegen, der hatte alle Hände voll zu tun das Boot in dieser Position zu halten. Es waren aber nur drei oder vier größere Wellen, dann wurde es wieder ruhiger.

Alle waren eingestiegen und es ging los. Zwei Burschen wurden dann noch genau am Restaurant von Moringa aufgepickt, dann ging es auf einen Ein/Aussteige-Abstecher nach Jovi und dann ohne Unterbrechung direkt nach Nuqui. Auf dem Weg fing es zum Regnen an und es wurden Planen verteilt, um sich dagegen zu schützen. Aber der Regen war nicht stark, trotzdem war die Plane auch ein guter Windschutz.

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Mittwoch, 26.02. – Missglückter Versuch der Abfahrt von Termales nach Nuqui

Nach dem Frühstück hatte ich bereits fertig gepackt, um fertig zu sein, wenn eine Lancha (ein Boot) kommen würde. Denn heute wollte ich sicher nach Nuqui zurück. Ich hatte ja noch Zeit und plante, am Ende des Urlaubs nochmal eine Woche nach Termales zu kommen. Jetzt wollte ich erst aber mal weiter…

Das Boot kam dann auch. Ich hatte meine Hängematte am Strand platziert und hielt Ausschau. Tatsächlich kam Santiago mit drei Gästen an. Er war auch bereit mich nach Nuqui mitzunehmen. Sehr fein, dachte ich mir. Mein Gepäck war bereits fertig, also musste ich nur noch ein wenig warten, bis seine Gäste aus dem Thermalbad zurückkamen und gegessen hatten. Ich habe mir auch noch ein leckeres Essen bei Sirena Negra schmecken lassen. Aber Santiago kam und kam nicht. So hängte ich meine Hängematte im Haus auf, natürlich in Sichtweite zum Strand. Dort wartete ich. Ich schlief ein, was ein folgenschwerer Fehler war.

Als ich aufwachte war er immer noch nicht da. Also blieb ich in der Hängematte. Ich war beruhigt, denn, so wie ich es verstanden hatte wollte er mit seinen Gästen bei Moringa im Restaurant essen. Das hätte ich dann schon mitbekommen, selbst wenn ich eingenickt war. In dieser Zeit beobachtete ich, wie sie ein lebendes Schwein aus dem Stall im Garten in ein Boot brachten, sehr zur großen und recht lautstarken Entrüstung des Schweines.

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Dienstag, 25.02. – Hängematte und kurze Streifzüge in Termales

Ich fuhr nicht ab, es war mir zu früh. Das Wetter war durchwachsen. So hängte ich meine Hängematte diesmal nicht zwischen den beiden Palmen direkt am Strand auf, sondern oben im Haus, direkt neben meinem Zimmer. Ich dachte, dass wie an den Vortagen etwas Luft durchziehen würde, da das Haus ja sowohl vorne, als auch hinten offen war und quasi direkt am Strand stand. Aber an diesem Tag war es nicht so. Die Luft stand still und binnen Minuten lief mir der Schweiß runter. Kurze Zeit später begann es tatsächlich zu regnen, mein Bauchgefühl war richtig. Den ganzen Tag über gab es Immer wieder Regenschauer und ich blieb in der Hängematte mit einem guten Buch. Klar, mittags habe ich mir das superleckere Essen von Moringa gut schmecken lassen.

Gegen Abend wollte ich ein wenig in den Wald hoch. Dazu musste ich erst in Richtung Thermalbad gehen, direkt davor ging es links weg, hoch zum Wald. Vorher traf ich noch den vom letzten Jahr bekannten und etwas „schwuchtelig“ wirkenden Cousin von Moringa, der aber total nett war. er lebte gleich hinter dem Bach, der quer durch Termales läuft. Da baute er sich gerade eine Hütte aus Bambus und nur aus Naturmaterialien aus dem nahen Wald.

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Montag, 24.02. – schon wieder fauler Tag in Termales

Luftige Nacht, wie immer hier in Termales, da keine Fenster im Fensterrahmen, keine richtigen Wände und kein richtiger Abschluss der Wände des Hauses mit dem Dach. Da kann der Wind ganz ungehindert du chstreichen. Daher ist es auch möglich, alle Geräusche von draußen und drinnen zu hören. Den Strand, die Vögel, den Wind und alles sonstigen Geräusche der Nacht und auch die Nachbarzimmer, wenn sie belegt sind. Denn die Zimmer öffnen sich nach oben zum Dach. Im Endeffekt sind die Wände wie Raumteiler. Man liegt unter dem Moskitonetz im Bett, oder, so lange man es ohne Moskitonetz aushalten kann, in der Hängematte und genießt den schönen Moment. Immer noch wache ich so gegen 2 Uhr auf und es dauert immer ein wenig bis ich wieder einschlafen kann. Einige schöne Momente in der totalen Dunkelheit, ohne Strom und leider auch gerade ohne Mondlicht.
Wenn man hier am Abend und auch in der Nacht nicht ständig die Taschenlampe griffbereit hat, dann kann es blöd laufen. Da werden dann einfache Toilettengänge zur echten Herausforderungen, weil, hier ist alles anders und auch nicht so sicher. Es gibt nicht überall Geländer wo man abstürzen könnte. Aber in Summe überwiegen die Vorteile der totalen Freiheit hier, im Gegensatz zur großen „Sicherheit“ die man in unseren Ländern genießen kann.

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Sonntag, 23.02. – Spaziergang am Strand nach Süden bis nach Arusi

Ich ging schon um 10:00, gleich nach dem Frühstück los, den Strand entlang in Richtung Süden, nach Arusi, der nächste größere Ort (30 Häuser (und auch der letzte Ort, denn dann kommt erstmal nix)

Ich schlenderte so vor mich hin, sammelte Steine auf, machte Fotos, betrachtete die Landschaft. Der Strand in Richtung Arusi wird ja nicht so schön, zumindest bei Ebbe. Viele Steine und ganz flach.  Man muss einen größeren Bach überqueren, was bei Ebbe absolut kein Problem ist. Bei Flut muss man schwimmen. Das wollte ichg nicht, also nahm ich mir vor rechtzeitig zurück zu gehen.

Von hinten sah ich jemand schnellen Schrittes kommen, mit einem Regenschirm gegen die Sonne in der Hand, so wie es hier Gepflogenheit ist. Erst ganz am Schluss sah ich, dass es Neri war, der Mann von Moringa. Er wollte ebenfalls nach Arusi gehen um dort einen speziellen Fisch zu kaufen. (Vermutlich hat ihn die Moringa hinter mir hergeschickt) Ich freute mich erst und schloss mich ihm an, doch dann bemerkte ich, wie schnell er ging. Er bremste zwar ein wenig, aber, ich wollte langsamer gehen. Aber wir stellten uns dann schon aufeinander ein.

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Samstag, 22.02. – fauler Tag in Termales

Eva war weg, der Vortag war anstrengend gewesen, die Sonne hatte mein Gesicht gerötet, das waren Gründe genug um einen Ruhetag in der Hängematte vor Moringas Anwesen direkt am Meer „La Sirena Negra“ zu verbringen. Das machte ich mit der gewohnten Intensität und Kompromisslosigkeit. Und zwar praktisch den ganzen Tag. Die Lanchas (kleinen Boote) kommen und gehen. Es ist jedes Mal ein Schauspiel (nur für mich natürlich), wenn die Boote über die Wellen an den Strand tanzen, die Leute versuchen trockener Kleidung an Land zu geraten. Bis es dann Abend wurde, die Sonne schwächer. Da lief ich im Dorf in Richtung Norden, die halbe Strecke zur Insel der Paisa. Es ist immer wieder beeindruckend, wie finster sowohl Kolumbianer als auch Kolumbianerinnen (einschließlich Kinder) dreinblicken können, bis man sie freundlich grüßt… Dann geht praktisch immer die Sonne auf, aber wie! Dann ratscht man ein wenig, denn, Kolumbianer sind sehr neugierig.  Wo man denn herkommt, warum man allein unterwegs ist, wo man wohnt, was man noch vorhat, wie oft man schon hier war, wie es einem gefällt und so weiter. Dann sind da aber noch die Hunde. Manche freundlich, aber nicht alle. Heute ist mir ein schwarzer riesiger Brackel mit beeindruckendem Gebiss am einsamen Strand entgegengekommen, bei dem dachte ich mir, der sollte jetzt lieber nicht merken, dass ich gehörig Respekt habe vor ihm. Also schnalzte ich und „war freundlich“, so wie wenn wir uns kennen würden. Entweder er fiel auf meinen „Trick“ rein, oder, es war im einfach egal. Jedenfalls, an so einsamen Stellen sind mir solche Hunde eher unangenehm, um es vorsichtig auszudrücken. Andere Hunde, meist die jungen, die springen um einen rum, meist auch hoch, was bei oft großen Hunden schon bis zur Brust gehen kann und hinterlassen da ihre Fußabdrücke. Es ist dann immer schwierig zu vermitteln, dass man jetzt gerade, obwohl man freundlich war, NICHT spielen möchte und genauso wenig immer freundlich gebissen werden, was schon ganzschön zwicken kann.

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Freitag, 21.02. – Nuqui und Fahrt mit dem Boot nach Guachalito und zu Fuß weiter nach Termales

Um 9 war Treffpunkt am Hafen. Ich war gerüstet, frühstückte im „Las Flores“ noch einen gebratenen Fisch, so dass ich nicht so schnell Hunger bekommen würde. Dabei fiel mir noch auf, dass der Wirt mit dem „Balsamico“ (Story ein paar Seiten davor) regelmäßig den Tisch abputzte (chemisches Ungeziefermittel oder so). Ich muss mir nochmal genauer ansehen was das für ein Gebräu war, hatte ja ein Foto der Flasche gemacht, als ich es beinahe mit Balsamico verwechselte. Roch ziemlich giftig das Zeug. Jetzt wollte ich meine Arme lieber nicht mehr auf den Tisch ablegen, wie ich es sonst gerne machte.

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Donnerstag, 20.02. – Nuqui nada mas

Das war ein super fauler Tag, die Ausrede war der Sonnenbrand im Gesicht. Ich hätte mich doch einschmieren sollen, nachdem ich schon Sonnencreme kaufte und auch meine Beine einschmierte. Jedenfalls blieb ich in Nuqui und machte einen faulen Tag.

Mittags gab es im Restaurant Las Flores am Flughafen einen merkwürdigen „Bacalao-artigen“ Fisch. War schon OK, aber naja… Aber der positive Aspekt des Restaurantbesuchs war, die nette Frau aus Bogota, die ich bereits im „Restaurant Pola“ kennenlernte, die gab mir die Telefonnummer eines Guids aus Jurubida, da wo die riesigen bewachsenen Steine im Wasser liegen. Sie meinte, der würde mich sicher auch aus Nuqui holen. Perfekt, gut für den Teil nach dem südlichen Küstenabschnitt, den ich erst besuchen wollte. Solche Telefonnummern sind kostbar!

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Montag, 17.02. – Flug nach Nuqui – Chocó

Erstmal wollte ich schnell im Hotel frühstücken, denn, ich hatte den Plan, mir schnell noch eine andere Telefonkarte zu besorgen, eine „Claro“, denn, wen ich auch fragte, jeder schüttelte bei „Movistar“, die sie mir am Flughafen in Bogotá aufgedrückt hatte, mitleidig den Kopf. Aber ich hatte auch den Plan, zusätzlich die Movistar-Karte aufzuladen und dann im Vergleich mit der Claro-Karte zu testen. Und auch für den Fall… Mit Claro bin ich letztes Jahr sehr gut gefahren, hatte keinerlei Probleme. Vielleicht ist es in Bogota anders, aber an der Karibikküste, in Medellín und im Choco da scheint Movistar recht unbekannt oder unbeliebt zu sein.

In Medellín liegen unglaublicher Reichtum und schreckliches Elend recht nahe zusammen…
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Nuqui und Flug Medellín, Weiterflug Santa Marta Dienstag, 26.03.19

Frühstück im Restaurant Las Flores gegenüber dem „Airport“ Nuqui. Ich muss zugeben, dass mir dieses ewige Rührei mit Patagones oder Arepas langsam ein wenig auf die Eier gingen. Ich sah meinen Tischnachbarn eine Art von Eintopf zum Frühstück essen, das sah so lecker aus, ich hatte aber bereits bestellt und konnte es nicht mehr abwenden. Aber im Restaurant Las Flores wurde zum braten immer relativ frisches Öl benutzt und ein leckerer Saft gemacht. Mann bekam dort immer ein gutes Frühstück

Gilberto, der Hotelverwalter, hatte starke Bauchschmerzen, musste dringend zum Arzt. Wenn ich ihn richtig verstanden hatte war es eine Art von Brennen im unteren Bauchbereich. Daher war Gilberto bei meiner Rückkehr zum Hotel nicht da. Ich organisierte mir ein Mototaxi (diese kleinen Dreiradler) und wollte schon relativ früh zum Flughafen. Glücklicherweise kam mir der Gilberto entgegen, als ich gerade ins Mototaxi steigen wollte und wir konnten uns noch verabschieden.

Auch der Check-In im Flughafen verlief recht problemlos. Da ist ja alles sehr übersichtlich am Airport Nuqui. Es landen und starten nur sehr kleine Flugzeuge. Daher läuft praktisch alles auf „Zuruf“ und ohne lästigen Papierkram. Nur Übergewicht musste ich zahlen (20.000 COP) und es verblieben mir nur noch 4000 COP, was gerade für ein Bier reichte. Ich war total pleite! Aber ich hatte auch meinen Flug nach Medellín. Beim Check In war Lindsey, die sympathische Paisa (so nennt man die Frauen aus Medellin) und Inselbesitzerin aus Termales ebenfalls da, mit einem Freund. Ihr Flug ging eine Stunde früher. Wir ratschten noch ein wenig, ich sendete ihr ein paar von mir gemachte „Trommelfotos“ aus Termales zur freien Verfügung für ihre Aktionen mit den lokalen Musikern, welche sie gerade plante. Auch Santiago war gekommen. Vermutlich um jemanden abzuholen oder um neue Kunden zu akquirieren. Ich genehmigte mir noch ein letztes Bier im „Las Flores“ mit meinen letzten 4000 COP.

Die Maschine war diesmal noch kleiner. Eine einmotorige Cessna 208B mit 8 oder 10 Sitzplätzen. Die Passagiere sitzen direkt hinter dem Piloten und Copiloten. Aber es war, trotz der kleinen Maschine, ein recht ruhiger Flug mit herrlichem Anflug über Medellín. 

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Chocó, Nuqui – Montag, 25.03.19

Die Dusche funktionierte immer noch nicht, aber, Wasser lief im Waschbecken. Daher war eine Art von „Notdusche“ möglich. Glücklicherweise…

Da kam Santiago. Er unterstützte mich im eigenen Interesse sehr, schnell eine Möglichkeit aufzutun, um hier in Nuqui an Bargeld zu kommen. Denn er bekam ja auch noch was von mir. Das war eine sehr anstrengende Session und führte leider zu keinem Erfolg. Ich überlegte schon, ob ich ihm für das geschuldete Geld als Pfand die Kamera überlasse oder das Reservehandy. Schließlich hat er sich dann darauf eingelassen, über eine internationale Banküberweisung Geld auf das Konto eines seiner Familienangehörigen zu überweisen und gleich das Geld für das Hotel mit. Beides natürlich mit einem Aufschlag. 85 € so 320.000 COP rum, also keine große Summe, aber für die beiden eben schon. Und es hingen ja weitere „Subunternehmer“ dran, die ausbezahlt werden mussten. Zum Beispiel der Bruder Moises, der die Zimmer in Guachalito vermietet hatte.  Dadurch war glücklicherweise geklärt, dass ich doch weiter im Hotel bleiben konnte. Ich hatte mich vorher bereits darauf eingestellt, direkt vor dem Flughafen mit meinem Gepäck auf den nächsten Tag zu warten. Wäre nicht angenehm, aber auch nicht so schlimm gewesen… Aber mehrere Tage ohne Geld in Nuqui, das wäre schon SEHR unangenehm geworden.
Nachdem das geklärt war fielen mir diverse Steine vom Herz und ich konnte endlich ein spätes Frühstück zu mir nehmen, was ja im Zimmerpreis mit inklusive war, also vom Hotel finanziert wurde.

Der Gilberto, der Hotelverwalter des Hotels „Palmas del Pacifico“ ist wirklich ein ganz netter! Hilfsbereit, freundlich und sympathische Ausstrahlung.
Ich trug anschließend die letzten Tage des Blogs nach und ging am späten Nachmittag zum nahen Strand, wo mich schon seit Stunden die wirklich super Musik hinzog. Diese Mischung mit einem großen Anteil an wirklich geiler Salsa-Cubana/Timba. Aber nicht dieser primitive Rakatakataka-Timba, nein, die anspruchsvolleren Sachen. Auch viele alte Sons der großen Soneros, Cuco Valloy war viel zu hören und ein wenig Latin-Pop, garniert mit einigen alten Cumbias. Und klar, viel Vallenato. Ich blieb bis nach Sonnenuntergang und es schon ein wenig dunkel wurde. Ich drehte ein paar Runden im Ort und kaufte mir schließlich Mandarinen und eine Mango, quasi zum Abendessen. Das war der Tag! Sehr übersichtlich, aber auch sehr relaxt.

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Thermales und Bootsfahrt nach Nuqui, Sonntag, 24.03.19

Es gab bei „Sirena Negra“ ein leckeres Frühstück, wie immer. Dann lies ich gleich die Rechnung klarmachen. In Summe 433.000 COP. Für 4 Tage recht ordentlich… Es blieben mir somit nur noch 130.000 COP. Davon waren 30.000 COP für Neris und seine Abholaktion vor ein paar Tagen gedacht. Also blieben 100.000 COP. Nicht mehr viel Spielgeld. Ich musste daher unbedingt heute zurückfahren. Es musste dazu heute unbedingt ein Schiff kommen, das mit Touristen in Thermales anlegt und mich dann mit zurück nach Nuqui nehmen könnte. Denn die regelmäßige tägliche Verbindung nach Nuqui ging nur Wochentags, nicht am Sonntag.
Als Alternative legte ich mir zurecht, ich könnte auch zu Fuß zurück nach Guachalitos gehen, dort den Santiago in Nuqui anrufen, damit der mich dann mit dem Boot abholt. Den erst in Guachalitos gab es wieder zumindest ab und zu Telefonverbindung. Weil, Santiago musste ich eh noch ausbezahlen, da wäre es auf die weiteren 35.000 COP nicht angekommen und auf den war auch verlass. Das hätte gepasst. Aber glücklicherweise taten sich bessere Möglichkeiten auf. Ein Schiff mit 4 Touristen und einem starken Motor legte an und ich konnte, so gegen 13:00 Uhr, mit nach Nuqui fahren. Moringa arrangierte das freundlicherweise für mich.

cof
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Termales Chocó – Samstag, 23.03.2019

Das Frühstück war schon wieder spitzenmäßig. Sie kochen immer alles frisch mit Gemüse aus eigenem Anbau. Immer alles frisch und lecker. Dann die „fette Siesta“ und noch die Krabben-Beobachtungstour am Strand. Einer Gruppe von immer zutraulicher werdenden Jugendlichen ist ebenfalls am Strand. Wenn man mal ein paar Tage da ist und sich die Leute an einem gewöhnen, dann werden sie langsam vertrauter. Sie rückten immer näher ran, fragten zum Beispiel nach der Uhrzeit, um ins Gespräch zu kommen. Aber diesmal hatte ich keine Lust.

Ich gönnte mir schon wieder eines dieser hervorragenden Mittagessen aus dem Hause „La Sirena Negra“ und bereute es, wie immer, natürlich nicht. Dann ging es am Nachmittag hoch zu den Thermalbecken. Diesmal war es anders. Das Wasser war trüb, vermutlich von den vielen Leuten die mutmaßlich heute schon da waren und 5 davon saßen auch immer noch im Becken. So blieb es dann auch die ersten 30 Minuten. Dann kam eine Schaar von 15 Kindern dazu, die für gehörig Action sorgten. Es waren die gleichen Kinder, die auch schon am Strand so zutraulich gewesen waren, als ich dort mit meiner Hängematte abhing. Die fegten durch das Becken wie ein Hurrikan, so dass sich die beiden Latinas verabschiedeten und nur das spanische Pärchen mit Freund blieb. Als die Kids nach 15 Minuten gingen, kam dafür eine Gruppe etwas merkwürdiger Gestalten. 4 Männer und eine Frau, die anscheinend aus Termales waren, so vermutete ich, weil sie scheinbar den „Bademeister“ kannten. Sie verspeisten ihre Tüten mit Snacks im Becken, hatten Cola dabei und haben es sich mit lustigen Tauchspielen richtig gut gehen lassen. Einer der beiden Chefs warf einen Stein, die beiden anderen repetierten den Stein brav. Man kann da ja total daneben liegen und ich lag mit meiner Einschätzung in dieser Hinsicht schon oft TOTAL daneben, aber, wenn die mir in der Nacht in einem komischen Viertel entgegengekommen wären, dann hätte ich mich nicht so gut gefühlt…

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Termales Chocó – Ergänzung Freitag, 22.03.2019

Was man am Haushalt hier im bei „La Sirena Negra“ gut feststellen konnte, da hatten definitiv die Frauen „die Hosen“ an. Nicht dass die Männer nichts zu sagen hätten, aber am Beispiel Onis „La Flaca“ konnte man feststellen, dass diese überaus hübsche Mutter dreier Kinder (der kleinen Laura (4) und des XXXX (?)) die schmiss den Großteil des Haushaltes, was ja schon reichen würde, aber darüber hinaus auch den Laden, der auch zum Haus gehörte, vor allem aber war sie die (HERVORAGENDE) Köchin des kleinen Restaurants. Es war von ihr ausgehend nie Hektik oder Stress spürbar. Ihre zahlreichen Aufgaben erledigte sie stets geschwind, aber doch gelassen. Keine Hast. Und, wenn sie was sagte, dann hatte das wirklich starkes Gewicht! Sie war keine Dienerin, sondern Macherin. Genauso bei Moringa, die gleich hinter Onis stand und ebenfalls sehr aktiv war. Anscheinend auch oft die letzte Entscheidung hatte. Die Männer im Haus halfen durchaus mit. Vor allem der Davidson, aber auch der Vater Neris. Die Kinder wurden definitiv von der ganzen Familie beaufsichtigt. Das ganze Projekt war offensichtlich ein Familienprojekt, getragen von allen Mitgliedern.

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Termales Chocó – Freitag, 22.03.2019

Mehrmals wachte ich in der Nacht wegen meinem juckenden Füßen auf. Die Mosquitos hatten mich am Vorabend wirklich fertig gemacht. Davidson erklärte mir, dass nur die Zeit zwischen 18:00 und 20:00 Uhr gefährlich sei. Er bat mich, ihn zu erinnern, dass er mir am folgenden Abend Insektenschutz gibt.

Ich fuhr nach dem Frühstück mit Neris und der Lancha (dem kleinen Motorboot) zum Fischen raus in Richtung Arusi und weiter bis zum Landspitz mit den spitzen Vulkanfelsen und dem seichten Wasser. Wir hatten zwar kein Glück beim Fischen, aber, Neris kaufte einem anderen Fischer seinen Fang ab, damit wir nicht ganz erfolglos heimkommen würden.
Die Brise auf dem so ruhigen Pazifik war unbeschreiblich. Ein so angenehmer warmer Duft, der eine kleine Spur würzigen Fisch, eine kleine Spur herbe Algen, ein wenig süßes Moos und irgendwie auch der frische und wohlschmeckende Touch Sonne und Weite. Schwer zu beschreiben, auch nicht per Video aufzunehmen oder zu fotografieren. Der Duft war in diesem Moment da und man konnte sich später vielleicht in Fragmenten daran erinnern, oder er wurde, durch andere ähnliche Düfte wieder wach gerufen, aber, er war nicht konservierbar oder transportierbar.
Wir waren in Summe vielleicht 1 oder 1 ½ Stunden unterwegs und haben bei der Rückfahrt die Leine für einen Zufallsfang Thunfisch raushängen lassen. Aber leider ohne Erfolg.

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Termales – Donnerstag, 21.03.19

Heute kann man die Aktionen in genau drei zusammenfassen.

  • Hängematte
  • Thermalbad
  • Hängematte

OK, vielleicht sind noch erwähnenswert das wiedermal super leckere Frühstück und die Fischkauf-Aktion am Strand.

Wobei das Thermalbad durchaus erwähnenswert ist. Ich war so gegen 14:00 Uhr dort. Als ich hinkam, da stand im Gegensatz zu gestern jemand an der Kasse, erklärte mir was zu den Bestandteilen des Wassers und öffnete auffordernd die Schublade mit der Kasse. (2000 COP)  Ich erklärte ihr, dass ich gestern, auf dem Weg zu den „Los Quatros Encantos“ hier vorbeikam und niemand da war. Deshalb hatte ich heut kein Geld dabei. Aber das war kein Problem. Eine andere ältere Frau wollte wissen wo ich wohne. Ich erzählte, dass ich im Haus von „La Sirena Negra“ wohne und sie wollte dann später das Geld holen kommen. Ich erklärte ihr, dass ich ja morgen wieder komme und das ich das warme Thermalwasser dringend brauchen könne, wegen meinem steifen Hals. Darauf bot sie mir Massage an, wenn ich mich recht erinnere für 60.000 COP. Fand ich schon interessant, denn, die zwei Massagen in Arboletes im Vulcan del Lodo hatten mir sehr geholfen. Nur die unmöglichen Kopfkissen, weil viel zu dick, die im Zimmer von Santiago in Guachalito auf den Betten waren, die hatten alles wieder zerstört. Ich hatte wieder meinen steifen Hals. Vielleicht konnte sie mir da am nächsten Tag helfen…

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Guachalito – Marsch nach Termales und im Regenwald zu den „Quatro Encantos“ – Mittwoch, 20.03.19

Das wird diesmal eine laaaaange Geschichte…. In der Früh um 06:30 wachte ich automatisch auf, das Wetter war hervorragend, es sprach absolut nichts gegen den 2stündigen Fußmarsch nach Termales. Ich packte die wichtigsten Dinge ein + eine Flasche Wasser, die ich mir extra aufgehoben hatte. Schon ging es los, die Nebelschwaden hingen noch ganz malerisch in den schwarzen Felsen am Strand und waberten vom Wald auf das Meer.  Das Wasser stand tief, es war Ebbe. Der Weg war leicht, die Sonne versteckte sich noch hinter ein paar Wolken, schaffte ein zauberhaftes Licht. Nur ein Stück war der Weg ein wenig schwieriger zu finden, weil, es gab an dieser Stelle keinen Strand. Nur Felsen. Der Weg ging an einem dieser edlen Unterkünfte vorbei und eigentlich hätte ich mich nur nach dem Ratschlag eines der Leute, die ich in Guachalito fragte, halten müssen. „Immer den Strand entlang“. Denn, wäre ich die ganze Zeit bis zum Schluss am Strand unten geblieben, dann wäre es leicht gewesen den Weg zu finden. So irrte ich ein wenig durch die Häuser der Lodges. Aber, im Endeffekt war s doch leicht zu finden. Es ging immer weiter und weiter, vorbei an so mancher recht edlen Unterkunft, die trotzdem meist nur in Holz oder Bambus gehalten waren. An einer Insel vorbei, die jetzt bei Ebbe zu Fuß erreichbar war. Da eröffnete sich ein riesiger Strand, kilometerlang, beeindruckend, Faszinierend, die Größe!

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Guachalito – hinter Jovi – vor Thermales, Dienstag, 19.03.19.

Tja, der geplante Fußmarsch nach Thermales musste leider ausfallen. Bereits in der Nacht hörte man Donnern und es begann zu regnen. Am Morgen gab es heftige Gewitter, der Regen war so stark, dass ich es vorzog, was gegen meine (inzwischen reduzierte) „2 ½ Monate-Schwangerschaft“ zu tun, als patschnass nach den 200m zum Club Nautilus anzukommen. Ich blieb einfach im Bett unter dem Mosquito-Zelt und es war so sche scho. Man muss nicht immer was machen…

Im Laufe des Vormittags gab es heftige Gewitter und ich war heilfroh, dass ich nicht losgegangen war. Beeindruckende Blitzeinschläge auf dem Meer, in 1-2 Kilometer Entfernung. Es regnete wie aus Gießkannen und es wurde „empfindlich kalt“. Statt der bisherigen 34 -36 Grad hatte es plötzlich tagsüber nur noch frostige 28 Grad. Klingt vielleicht lustig, aber man empfindet es als sehr kühl. Ich hätte mir einen Pullover oder eine Jacke und lange Hosen angezogen, wenn ich denn welche dabeigehabt hätte. Aber das war alles in meinem roten Monsterrucksack, im Hotel Palmas del Pacifico bei Gilberto. Auf diese Kühle war ich so überhaupt nicht eingestellt. Am Vormittag war es in der Kombination mit Wind immer noch recht kühl, da dieser ungehindert durch das luftige Haus blies. Was ja bei Hitze ein echter Vorteil und Genuss ist, wird bei dieser „Kälte“ sehr unangenehm.

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Nuqui – Sonntag, 17.03.19

Mein Gott hatte ich gut geschlafen. So ruhig. Nur das Meer in der Ferne. Ansonsten praktisch nichts. Nur ein paar Vögel. Ich ging zum Frühstücken zum Restaurant Las Flores und das war mit Abstand das beste Frühstück seit langem. Erst stöhnte ich innerlich auf, Rührei mit Käse und Tostones. Der Klassiker in Kolumbien, aber mit der Zeit… wird’s dann doch ein wenig eintönig. Aber diesmal war alles in frischem Öl rausgebacken, der Käse ein wenig angebraten, die Eier lecker gewürzt. Da war eine echte gute Köchin am Werk, denn, man kann auch einfache Sachen lecker zubereiten.

Dann war viel zu tun, weil ich das starke Internet ausnutzen wollte. Als ich fertig war, da war es schon 14:00 Uhr, also Zeit für die fette Fiesta. Dann zum Strand, wo ich auch sitzen blieb, bis es ganz dunkel wurde. Es war so eindrucksvoll, der Sonnenuntergang, die Weite, das Meer, die Farben, die Vögel und die gute Musik dazu im Hintergrund. Ich hätte da noch Stunden sitzenbleiben können, aber, es war dunkel, ich hatte Hunger und so ging ich in den Ort. Das mit den 30 Häusern musste ich revidieren, nachdem ich jetzt alles erschlossen hatte. Es sind vielleicht 40 oder 50 Häuser. Und abends geben die richtig Gas! Laute Musik, die Leute flanieren in den Straßen rum. Ich bin auch zwei Runden gegangen. Auffällig war, die Leute, die morgen das Haus betonierten, waren immer noch zugange (vermutlich schon wieder, also erst in der Früh, dann am Abend, wenn es kühler ist). Das Restaurant „Las Flores“ hatte schon zu. Ich fand aber irgendwie keinen Ersatz, so kaufte ich mir eine Papaya, in Anbetracht meiner Erfolgserlebnisse bezüglich meiner „Schwangerschaft“, die sich inzwischen deutlich reduziert hatte.

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Medellín und Flug nach Nuqui – Samstag, 16.03.19

Das Aufstehen funktionierte immer noch hervorragend. Frühstück gab es in einer zum Restaurant umgebauten Tiefgarage. Abgefahren! So konnten die reichen kolumbianischen Gäste während des Frühstücks ihr teures Auto beobachten 🙂

cof

Das Hotel besorgte mir ein Taxi (mit Taximeter), welches mich für 13.000 COP zum Flughafen fuhr. Als ich in das Flughafengebäude ging, da winkte mir die süße Negrita von gestern schon zu, ich solle gleich zu ihr kommen. Sie runzelte beim Gepäck etwas die Stirn und ich musste mit 7 Kg Übergepäck 20.000 COP nachzahlen. Dann instruierte sie mich, wie es weitergeht. Für den Bereich hinter der Sicherheitskontrolle war ich offensichtlich noch zu früh dran. Also setzte ich mich auf eine der Sitzgruppen und wartete. So nach 10 Min. tupfte mich von hinten die süße Paisa an und meinte, ich solle ihr folgen. Sie organisierte, dass ich gleich reinkommen konnte. Wirklich sehr freundlich von ihr. Auch bekam ich eine Art von „persönlicher Assistentin“, die im Bereich hinter dem Sicherheitscheck auf mich schaute. Das war alles sehr unübersichtlich, weil aus irgendeinem Grund Flugzeuge ausgefallen waren und alles voll war mit Leuten. Es war schwierig einen Sitzplatz zu finden. Nur ein paar amerikanischen Touristen beanspruchten gleich mehrere Sitzplätze, damit sie sich hinlegen konnten. Was viele Kolumbianer im Vorbeigehen mit Stirnrunzeln quittierten.

cof
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