Mttwoch, 19.02. – Nuqui + Playa Cochalito + Parque Utria – Chocó

Am Vortag hatten die beiden Mädels aus Frankreich doch noch die Entscheidung getroffen, die Tour mit Santiago am nächsten Tag mitzumachen. Super! Das bedeutete, ich musste früher aufstehen, denn, um 09:00 Uhr war Treffpunkt am Hafen. Ich war schon um 20 vor Neun am Flughafen, der ja nur 50 m vom nautischen Hafen entfernt ist. Da gönnte ich mir noch ein Frühstück, so dachte ich zumindest. Leider war ich nicht der einzige Gast und alle schienen gerade vor mir gekommen zu sein. Eva mit ihrer Reisegefährtin zog an mir vorbei, hörte mein Rufen nicht. Kein Problem dachte ich mir, wir treffen uns eh gleich am Hafen. Aber das Essen kam und kam nicht. Plötzlich kommt da ein kleines Mädchen aus der Tür, deren Gesicht mir bekannt vorkam. Sie sagte nur, „espera un momento“, also „warte einen Moment“, was ich so überhaupt nicht zuordnen konnte. Gleich darauf verstand ich es, als Darwinson aus Termales (La Sirena Negra) mich begrüßte. Er war zufällig auch gerade in Nuqui. Ich kündigte mein Kommen für nächste Woche an.

Das Frühstück kam und kam nicht, es war schon 5 vor 9. Ich sagte dem Wirt, dass er es einpacken soll. Was er brav machte, sogar den Saft packte er in eine verschließbare Styropor-Schüssel und lieferte ihn mit.

Er Santiago war schon am Hafen, die beiden Mädels auch. Einsteigen und los ging es. Das Meer war relativ ruhig, es gab schon Wellen, so dass das Boot ab und zu über einen Kamm schob und krachend im Wellental aufschlug, aber es ging. Nicht so ruhig wie letztes Jahr, als der Pazifik seinem Namen alle Ehre machte. Vor Jurubida sind wir an den kleinen Inseln, bestehend aus riesigen bewachsenen Felsen vorbeigefahren. Recht beeindruckend, die steilen Felsen und der tropisch üppige Bewuchs „auf dem Kopf“.

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Balsamico-Ersatz

Dienstag, 18.02. – Nuqui – Chocó

Gestern Abend kam so gegen 22:00 Uhr Santiago (der Mann mit dem Boot) noch zum Hotel und sagte die Tour für den heutigen Tag ab, denn, die beiden kolumbianischen Mädels waren abgesprungen. Kein Problem für mich, denn, es hätte mich den Tag über im Boot total aufgebrutzelt. Nächstes Jahr bin ich sicher wieder öfters im Solarium, die Wochen davor. Nervig wenn man so auf die Sonne aufpassen muss.

Ich hatte außerordentlich gut geschlafen im Hotel „Las Palmas del Pacifico“ und bin auch laaange liegengeblieben. Die Nacht über, mit der Flut, wurde das Meer immer lauter und lauter. Der Pazifik machte mir, wie letztes Jahr auch, die ersten Tage Respekt. Fühtle mich komischerweise nicht so recht sicher vor ihm… Tsunami und so. Die Holzhäuser, ein paar Meter über dem Meer, die würden auch von einem kleinen Tsunami weggespült wie am Boden liegendes Treibholz. Aber ich wusste, dass ich in ein paar Tagen nicht mehr daran denken würde. Zumindest war das letztes Jahr so. Die leichte Unruhe würde sich legen.

Im Stil des Chocó habe ich mir für wirklich Alles gehörig Zeit gelassen und immer wieder Pause gemacht. Duschen, Pause, Zähneputzen, Pause, ein wenig lesen, Pause, ein bischen Aufräumen, große Pause in der Hängematte. Schon war es Mittag und ich hatte noch nicht gefrühstückt. Also ging ich zum kleinen Restaurant gegenüber dem Flughafen. Auf dem Weg und auch vorher schon vor dem Hotel, waren kleine Trupps, mit jeweils 5-8 Mann des Militärs unterwegs. Zwar recht relaxt, aber voll aufgerödelt mit Maschinenpistolen und Gewehren. Auch im Ort war das Militär heute sehr präsent. Das war mir letztes Jahr nicht aufgefallen, bis auf die Hubschrauberlandung am letzten Tag in Termales. Ich fragte den Wirt des Restaurants, aber der meinte nur, da wäre eine Militärische Stellung in Nuqui und daher auch die Soldaten. Diese Antwort befriedigte mich zwar nicht, aber er wollte auch nicht mehr Details rausrücken. Die Paramilitärs würden auch in dieser Gegend schon wieder „Gas geben“, das wäre eine schlüssige Erklärung für die verstärkte Präsenz. Aber war ja alles relaxt, die Soldaten feixten und machten Späße.

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Sonntag, 16.02. – Flug von Santa Marta nach Medellín

Diesmal war ich definitiv viel zu spät ins Bett gekommen am Vorabend. Der Carnaval in Taganga, dann noch auf dem Balkon und dem Mirador im super böigen Wind. Aber es waren immer sehr warme Böen, was es wirklich erträglich machte. Die Hängematte wurde angeschaukelt, manchmal allerdings wurde der Stoff der Hängematte durch die Böen so heftig gezerrt, regelrecht weggerissen, dass man mit geschlossenen Augen liegend regelrecht zusammenzuckt, wie wenn jemand ganz unverhofft an der Hängematte mit voller Kraft am Stoff reißen würde. Extreme Böen. Da musste man das Notebook richtig festhalten, sonst wäre es weggeflogen. Andererseits, die vielen unterschiedlichen Musikquellen, vom Dach aus sehr zentral vernommen, das hört sich auch wieder interessant an. Um 01:00 legte ich mich dann regelrecht erschöpft im meinem Zimmer ins normale Bett, denn an Schlafen war oben in den Hängematten im Wind nicht zu denken. In Deutschland war es bereits eine Uhrzeit, wo manche schon aufstehen. (ich tendenziell nicht)

In der Früh lief alles glatt. Ich genehmigte mir Arepas mit Ei und packte meine Sachen zusammen. Victor, der Taxifahrer war auch rechtzeitig zur Stelle. Durch einen gerde abgehaltenen Straßenmarathon in Santa Martha an diesem Morgen mussten wir zwar Umwege zum Flughafen fahren, waren trotzdem rechtzeitig da. Es ist so ein herrlich gelegener Flughafen. Die Landebahn startet und endet am Meer, von Palmen umsäumt, das blaue karibische Meer, der weiße Strand. Wenn man in Santa Marta ankommt, dann sollte man sich nicht gleich ins Taxi setzen und wegfahren. Für das nächste Mal, wenn ich in Santa Marta direkt aus Deutschland ankomme,  da habe ich mir vorgenommen, dass ich die paar Meter zur nächsten Strandbar laufe und mir erstmal am Strand in aller Ruhe ein Bier genehmige, bevor ich weiterfahre nach Santa Marta und Taganga. Vielleicht auch die Badehose griffbereit und gleich rein ins lauwarme Wasser.

Die schöne und verlockende Nähe zum Strand des Flughafens in Santa Marta
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Samstag, 15.02. – Taganga-Zusätze

Was mir heute den Tag über noch so aufgefallen ist in Taganga. Die alten Soneros sind immer noch sehr beliebt in Kolumbien, obwohl sich auch in Kolumbien Reggaeton spürbar verbreitet. Leider. Aber das Spektrum der auf der Straße gespielten Musik ist sehr breit. Von Folklore (Cumbia, Mapalé, Gaita…), Vallenato, Cumbia-Elektro, Salsa-Klassiker, Herz-Schmerz-Schnulzen und vieles mehr. Alles kommt wie in einer Linie hintereinander und sehr gemischt daher.

Was man an der Straße vor dem Hotel San Marcos gut erkennen kann (davon abgesehen, dass die Straße absolut nicht zum Hotel passt, denn das ist wirklich OK), im „Winter“ müssen regelrechte Sturzfluten die Straße runterlaufen, was auch deren Zustand gut erklärt (was man auf dem Foto nicht so gut sieht). Dafür sind vermutlich die Sandsäcke. Das Mädel mit der Planierraupe waren anscheinend noch nicht da (wie letztes Jahr beobachtet).

Mittagessen habe ich heute ausgelassen (3. Monat…), dafür habe ich mir abends einen Reis mit Mariscos schmecken lassen. Es ist jedes Mal ein Genuss, da an der Strandpromenade direkt bei den Fischern zu sitzen und sich ein leckeres Essen schmecken zu lassen und gleichzeitig die Sonne verschwinden zu sehen. Ein sehr relaxtes Ambiente, das sehr ansteckend wirkt. Der Reis war auch extrem lecker.

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Freitag, 14.02. – Immer noch Taganga und Santa Marta

Klar bin ich wieder um 04:00 Uhr wach geworden. Wieder blieb ich trotzdem liegen. Aus rein „taktischen“ Gründen, damit das mit der Zeitumstellung schneller über die Bühne geht.

Dann wieder Frühstück im San Marcos. Im Spiegel bemerkte ich, dass einer meiner Vorfahren wohl ein gekochter Krebs war, daher kaufte ich mir sofort einen Hut. War nicht so leicht, bedingt durch meinen Kopfumfang. Ein grausliches weißes Teil kaufte ich mir aus „medizinischen Gründen“. Aber es reicht einfach nicht, 3 mal ins Solarium zu gehen… Trotzdem meide ich Sonnencreme. Da bin ich lieber mal einen Tag ohne Sonne.
Und schon ging es auf nach Santa Marta. Der Bus-Preis hatte sich ein wenig erhöht. Er kostete jetzt 2000 COP so 50 Cent rum. Aber ich muss nochmal in Beiträgen vom letzten Jahr nachsehen ob das wirklich stimmt. Der Bier- und Wasserpreis blieb jedenfalls gleich. Eine Flasche Bier oder Wasser ebenfalls 2000 COP.

Santa Marta ist zwar eine typische hektische lateinamerikanische Stadt, trotzdem gefällt mir die Atmosphäre da recht gut. Keine Ahnung warum, ich fühle mich da wohl. Praktisch alles spielt sich auf der Straße ab. So stieg ich erst in der „Touri-Gegend“ nahe dem Hafen aus, ging dann Calle 16 hoch, an der Kathedrale vorbei, auf der Suche nach dem Musik-Shop, um eine Bongo als Geschenk für einen lieben Freund in Termales zu kaufen. Nach ein wenig Suche fand ich den Shop in Calle 13. Leider gab es keine geeigneten Instrumente und ich zog weiter. Habe dann noch ein wenig den Markt durchstreift. Dann spürte ich, dass die Sonne stärker und stärker wurde. Klar es war Mittag. Da war nur noch die Entscheidung zu treffen, Mittagessen in Santa Marta oder in Taganga. Ich entschied mich für Taganga, es ging mit dem Bus zurück. Dabei nahm ich mir für den nächsten Tag vor, den Markt nochmal intensiv zu durchstreifen. Es gab so viel interessante Dinge zu sehen!

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Donnerstag, 13.02. – Taganga

Klar, durch die Zeitumstellung war ich bereits um 04:00 Uhr das erste Mal wach. Aber diesmal wollte ich Jetlag-Umstellungszeit beschleunigen und ging nicht raus, trotz des sicher unglaublichen Sonnenaufgangs. Taganga war zum Akklimatisieren geplant und dazu gehört auch die Zeitumstellung.

Ich frühstückte im Hotel San Marcos, Maria baute mir die ersten Arepas mit Rührei. Schon sehr lecker. Aber klar, nach 6 Wochen werde ich echte Sehnsucht nach gutem Brot und Käse haben…

Nach der ersten Session, um den Blog upzudaten, auf dem superangenehmen höchsten Punkt des Hotel, in einem angenehmen Wind, der die Hitze sehr erträglich machte, ging ich zum Mittagessen wieder zum Restaurant Mona. Diesmal nicht zu spät und ich bestellte mir einen leckeren Fisch. Eigentlich ein Fischchen. Aber es machte nichts, ich wollte eh abnehmen. Klar, mit einer leckeren Suppe davor. Aber es gab keine leckeren Fruchtsäfte mehr. Die Mona schien ihr Präsenz deutlich zu reduzieren. Aber klar, mit über 80 (oder älter…)

Restaurant Mona – Taganga
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Dienstag, 11.02.20 Abfahrt nach Kolumbien + Mittwoch, 12.02.20 Taganga

Mein Bruder brachte mich freundlicherweise zum Flughafen. Gleich nach der Arbeit, die Koffer waren bereits gepackt. Der Flug ging um 22:00 mit der Avianca. Interessant war, letztes Jahr bin ich auch mit Avianvca geflogen. Da waren vereinzelte Deutsche im Flugzeug. Dieses Jahr waren vereinzelte Kolumbianer und Latinos im Flugzeug, der Rest waren Deutsche. Da setzt gerade ein Boom ein nach Kolumbien, das spricht sich anscheinend gerade rum.

Diesmal habe ich mir den Luxus rausgenommen, kostenpflichtig Einfluss auf meine Sitzauswahl zu nehmen. Fast ganz hinten, Fensterplatz (sieht man in der Nacht eh nix, aber man hat Ruhe). Klo-Nähe. War OK, diesmal auch keine rotzbesoffenen nervenden Leute hinter mir, wie letztes Mal. Die 12 Stunden Flug vergingen diesmal überraschend schnell. Trotz des heftigen Gegenwinds waren wir pünktlich um 04:00 des folgenden Tages in Bogotá am Flughafen. Ich habe mir Zeit gelassen beim Aussteigen, weil ich die Hektik nicht mag. Darüber hinaus, was nützt es denn, schnell aus dem Flugzeug draußen zu sein, wenn man dann am Gepäck wartet, so dachte ich mir. Normalerweise auch richtig, aber, nicht in Kolumbien. Ich vergas dabei, dass die Migration/Zoll dazwischen liegt und ich wusste nicht, dass ein weiteres großes Flugzeug ebenfalls um 04:00 rum landete und seine zahlreichen Fluggäste ausspuckte, die dann ebenfalls durch die gleiche Migration mussten. Als ich also so langsam bei der Migration eintraf, da war die MONSTERSCHLANGE, in der ich dann auch über eine Stunde verbrachte, bis ich meinen Einreisestempel im Pass hatte. Das war schon mehr als lästig. Aber kein Problem, denn, ich hatte Zeit. Mein Anschlussflug ging erst um 10:30. Mein Koffer war der letzte, der noch auf dem Gepäckband rumfletzte, aber er war noch da. Jetzt musste ich ganz raus, um dann später mit Vivaair wieder einzuchecken und nach Santa Marta weiter zu fliegen. Die Zeit nutzte ich, um am Geldautomaten gleich Bares zu ziehen und mir eine Telefonkarte zu besorgen, damit ich Internet hatte. Das funktionierte alles hervorragend. Ich entspannte mich an einem ergatterten Sitzplatz in der Abflughalle, denn es war viel zu früh, mich bei Vivaair einzuchecken (dachte ich). Als ich mich dann so langsam aufmachte, fand ich wieder eine recht beeindruckende Schlange vor dem Vivaair-CheckIn vor. Obwohl ich meinen Boardingpass und somit meinen Sitzplatz bereits online besorgte, gab es kein Gepäck-Drop-Off. Somit musste ich in die Schlange. Aber alles kein Problem, weil, Zeit hatte ich. Nur unglaublich anstrengend war es. Im Flugzeug hatte ich dann einen Mittelsitz, zwischen einer „dicken Mutti“ und einem durchaus groß gebauten Kolumbianer. Was ich definitiv als sehr unkomfortabel bezeichnen würde. Aber es waren ja nur 1 ½ Stunden, die Strecke von Bogotá runter nach Santa Marta. Die Zeit verging „wie im Flug“ 🙂

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Nuqui und Flug Medellín, Weiterflug Santa Marta Dienstag, 26.03.19

Frühstück im Restaurant Las Flores gegenüber dem „Airport“ Nuqui. Ich muss zugeben, dass mir dieses ewige Rührei mit Patagones oder Arepas langsam ein wenig auf die Eier gingen. Ich sah meinen Tischnachbarn eine Art von Eintopf zum Frühstück essen, das sah so lecker aus, ich hatte aber bereits bestellt und konnte es nicht mehr abwenden. Aber im Restaurant Las Flores wurde zum braten immer relativ frisches Öl benutzt und ein leckerer Saft gemacht. Mann bekam dort immer ein gutes Frühstück

Gilberto, der Hotelverwalter, hatte starke Bauchschmerzen, musste dringend zum Arzt. Wenn ich ihn richtig verstanden hatte war es eine Art von Brennen im unteren Bauchbereich. Daher war Gilberto bei meiner Rückkehr zum Hotel nicht da. Ich organisierte mir ein Mototaxi (diese kleinen Dreiradler) und wollte schon relativ früh zum Flughafen. Glücklicherweise kam mir der Gilberto entgegen, als ich gerade ins Mototaxi steigen wollte und wir konnten uns noch verabschieden.

Auch der Check-In im Flughafen verlief recht problemlos. Da ist ja alles sehr übersichtlich am Airport Nuqui. Es landen und starten nur sehr kleine Flugzeuge. Daher läuft praktisch alles auf „Zuruf“ und ohne lästigen Papierkram. Nur Übergewicht musste ich zahlen (20.000 COP) und es verblieben mir nur noch 4000 COP, was gerade für ein Bier reichte. Ich war total pleite! Aber ich hatte auch meinen Flug nach Medellín. Beim Check In war Lindsey, die sympathische Paisa (so nennt man die Frauen aus Medellin) und Inselbesitzerin aus Termales ebenfalls da, mit einem Freund. Ihr Flug ging eine Stunde früher. Wir ratschten noch ein wenig, ich sendete ihr ein paar von mir gemachte „Trommelfotos“ aus Termales zur freien Verfügung für ihre Aktionen mit den lokalen Musikern, welche sie gerade plante. Auch Santiago war gekommen. Vermutlich um jemanden abzuholen oder um neue Kunden zu akquirieren. Ich genehmigte mir noch ein letztes Bier im „Las Flores“ mit meinen letzten 4000 COP.

Die Maschine war diesmal noch kleiner. Eine einmotorige Cessna 208B mit 8 oder 10 Sitzplätzen. Die Passagiere sitzen direkt hinter dem Piloten und Copiloten. Aber es war, trotz der kleinen Maschine, ein recht ruhiger Flug mit herrlichem Anflug über Medellín. 

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Necoclí und Fahrt nach Medellín – Donnerstag, 14.03.19

Nach dem Frühstück, das ich verspätet einnahm, weil ich mein ganzes Zeug packelte, bin ich auch verspätet zum Bus-Terminal gekommen, so dass ich den Bus um 10:30 knapp verpasste. Schnell noch die Verabschiedung vom sympathischen „Kramerladen-Team“ gegenüber.

Der nächste Bus ging um 13:00 Uhr, ich kaufte mir das Ticket und wartete. Kaufte mir noch einen frischen Fruchtsaft im Markt, eine Süßigkeit und lud für 20.000 COP die Sim-Karte noch mit 2 GB Datenvollumen auf. Für den Fall… und für die lange Busfahrt.
Der Bus kam relativ pünktlich. Was ich leider zu spät merkte, es gab nummerierte Sitze. Ich hatte keinen Fensterplatz. Setzte mich trotzdem erstmal ans Fenster und wartete, bis der Inhaber dieses Platzes an einer späteren Station einsteigen würde. Eine halbe Stunde nach Fahrtbeginn war es soweit, ich musste auf meinen Platz, neben einer sehr jungen und flippigen Paisa aus Medellín. Kolumbien zeigte sich auf dieser Busfahrt von seiner herrlichsten Seite. Die Natur ist so beeindruckend, dass grün, die Flüsse, die Berge. Ein so herrliches Land. Ich nahm mir vor, nächstes Mal mehr Zeit in dieser Gegend zu verbringen, wegen seiner unglaublich üppigen Natur.

Die Busfahrt gestaltete sich langwieriger als gedacht, durch einen Murenabgang, der den Verkehr einige Zeit sperrte. Es regnete auch, so dass der Busfahrer nicht so schnell fahren konnte wie er gerne wollte. Bemerkenswert war wieder die Rolle der Klimaanlage. Ich hätte es ja wirklich wissen müssen und immerhin, ein wenig war ich auch präpariert (im Gegensatz zu meiner Sitznachbarin). Ich hatte zumindest meine beiden Handtücher in den Rucksack im Bus verstaut und somit im Zugriff. Das war später bitternötig. Es ist mir auch unbegreiflich, wie die Leute in diesem fahrenden Tiefkühlfach das so stoisch ertragen konnten und immer wieder können. Erst geht ein Räuspern durch den Bus, dann fangen die ersten zum Husten an, auch Gejammer hört man manchmal. Aber der Busfahrer bleibt bei der extremen künstlichen Kältewelle im Bus, koste es was es wolle. Die letzten 4 Stunden, der insgesamt 9stündigen Reise, die wären ohne dass Handtuch nur sehr schwer zu ertragen gewesen. Meine dünn bekleidete Paisa neben mir war um das zweite Handtuch ebenfalls SEHR froh.

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Necoclí – Mittwoch, 13.03.19

Nach dem Frühstück saß ich am Strand vor dem Hotel, wie ich es immer gerne nach dem Frühstück gemacht hatte und so den Vormittag verstreichen ließ. Einfach nur den Blick aufs Meer, bei den Vögeln, die dieses Mal nicht ohne Beute heimzogen, wie die letzten Tage. Es schien viel Fisch weiter draußen zu geben. Auch Fischer mit Netzen wurden aktiv.

Da stieß José zu mir, er wohnte ja gleich im Haus neben dem Hotel. Wir hatten gestern auch dass Thema „Gold“ und er schenkte mir, einfach so, ich konnte mich nicht wehren, seine Goldkette, die er um den Hals trug. Wenn es denn wirklich Gold war, dass war das aber ein recht mächtiges Geschenk, ich wollte es nicht annehmen, aber ich hatte keine Chance. Schon hatte ich dass schwere Panzerkettchen um den Hals hängen.

Er fragte, was ich vorhätte und ich sagte, dass ich keine besonderen Pläne für den Tag habe. Da lud er mich ein, weil ich gestern von dem Curandero Senor Thomas in Triganá erzählte und Fotos zeigte, dass er auch einen Curandero kenne. Er würde mich hinbringen. Außerdem gäbe es da verschiedene schöne Sachen zu sehen, die er mir gerne zeigen wollte. Und wir gingen gemächlich die Straße in Richtung Norden los. Viele Häuser waren leer und viele standen zum Verkauf. Gleichzeitig wurde auch viel gebaut. Alles war im Auf- und Umbruch in Nicoclí. Beeindruckend ist die unglaublich üppige Vegetation. Auch die steilen Hügel, die aber recht stabil zu sein schienen. Jose meinte, dass es viel hartes Gestein drunter gäbe, was alles zusammenhalten würde. Es sah nämlich oft recht bedrohlich aus, wenn die Häuser so nahe an diesen steilen 30-40 Meter hohen Hügeln standen. Bei starkem Regen würde ich da nicht wohnen wollen, dachte ich mir.

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Nachtrag Necoclí – Dienstag, 12.03.19 Abend

Meine ganze saubere Wäsche war schmutzig. Ich musste dringend waschen. Ich fragte am Abend einfach im kleinen Geschäft gegenüber, die Leute die vor dem Geschäft saßen, ob es hier irgendwo in der Straße eine Wäscherei oder ähnliches gab. Denn ich musst wirklich DRINGEND waschen, hatte praktisch nichts mehr zum Anziehen. Da meinte einer der Anwesenden, dass könnte doch die Mädels vom Geschäft auch erledigen. Die zog erst nicht so richtig, aber dann doch. Dafür verlangte sie einen deftigen Preis (20.000 COP) den ich aber bereitwillig zahlte, denn, ich wollte das einfach erledigt haben, hatte keinen Nerv mich selbst jetzt noch hinzustellen und die im Hotel sagte mir nicht, dass man das im Hotel auch selbst machen könne. Die Hotelbesitzerin war mit Ratschlägen eher sehr zurückhaltend, das ist mir oft aufgefallen. Sehr nette Frau, aber, wenn es ihr kleines Spektrum ein wenig aufweitete, dann war gleich Schluss. Andererseits, die schmiss allein das ganze Hotel, hatte nur eine Putzfrau (die Tochter). Vermutlich war sie einfach „auf Anschlag“.

Aus der Frage nach dem Waschservice entwickelte sich ein recht intensives und interessantes Gespräch, mit den vor dem Geschäft sitzenden Leuten. Ein älterer bebarteter Mann mit Brille war auch dabei, er wirkte wie ein pensionierter Schullehrer. Ein recht dicker Mann mittleren Alters, mit rotem T-Shirt, der immer mit sehr kräftiger und lauter Stimme sprach, aber, ein bemerkenswerter „Herzanteil“ hörbar mitschwang. Dann der Besitzer des kleinen Geschäfts. Ein ruhiger stämmiger Indio, der hinter seinem Tresen mit sehr wachen und funkelnden Augen das Gespräch zwischen uns quasi im Hintergrund verfolgte, selten was sagte. Eigentlich nie. Aber wenn, dann war es immer genau der Punkt. Er strahlte so eine starke „Pachamama-Erden-Energie“ aus. So um 6 Uhr rum stieß ich zu der Gruppe, die immer wieder aufgelockert wurde durch Kunden des kleinen Ladens. Die kleinen Mädels ringsum, die sich Süßigkeiten besorgten. Der Papa, der sich noch ein Bier holte. Jungster, die sich Kaugummi oder Ähnliches besorgten. Mütter, die sich was zum Kochen holten. Es war ständig Bewegung. Wir saßen auf unseren Stühlen auf dem verandaartigen Vorbau zur Straße in der angenehmer werdenden Abendluft, im Wind vom Meer herkommend und es entwickelten sich wieder hochinteressante Gespräche um „Gott und die Welt“. Das dauerte bis fast 23:30. Da machte das Geschäft dann zu. Der weise weiße Mann lud mich noch ein, in seiner Wohnung, um weiter zu reden. Aber es war eine unglaubliche Anstrengung für mich, dem Philosophieprofessor so lange zuzuhören, denn, er benutzte so viele Wörter die ich nicht kannte. Aber die Themen waren so interessant und seine Ausführungen packend! Der rustikalere José war nicht so ausschweifend, blieb eher am Punkt. Provozierte den Professor manchmal mit seinen Aussagen. Aber, alle Beteiligten achteten sehr darauf, sich gegenseitig nicht ins Wort zu fallen und aussprechen zu lassen, auch wenn es Minuten dauerte. Vieles von dem was ich verstand ergab sich aus dem Kontext, obwohl ich nicht alle Wörter kannte, aber leider erschloss sich mir nicht alles. Somit war es unglaublich anstrengend für mich. Ich war froh dass ich ins Bett kam!

Trigana Choco – Rückfahrt Necoclí – Dienstag, 12.03.19

Das Aufstehen viel diesmal sehr leicht. Nein, es waren nicht die Brüllaffen oder kreischende Aras, es war ein Laubgebläse, angetrieben durch einen nervig lauten Benzinmotor: Ich musste an den Herbst in Deutschland denken, wenn jeder Hausmeister so ein Teil aus dem Keller reißt und anfängt die Nachbarschaft zu belästigen. Kurz vor 07:00 Uhr ging es los. Da wurde im Nachbargebäude, wo ich am Sonntag beherbergt wurde bis meine Vermieter ankamen, mit Großreinemachen des Rasens begonnen. Der junge Kerl, der mich so freundlich bewirtete, der war für das Haus verantwortlich und anscheinend hatten sich für heute Gäste angesagt.
Ich machte mein Gepäck schon mal seefest für die Überfahrt zurück nach Necoclí. Dafür eignen sich ja am besten die großen schwarzen Mülltüten. Ich hatte mir inzwischen einen guten Vorrat an unterschiedlichen Tüten angelegt. Für jede Gelegenheit quasi.
Dann kletterte ich die steile Treppe (eigentlich eine Leiter) runter zu Edison und Marcella. Bekam einen Kaffee, sendete schnell „ein Fax auf dem Seeweg nach Deutschland“ und ging dann runter zum Meer zum Baden, denn, im Hostel gab es ja praktisch kein Wasser. Die „Dusche“ funktionierte über einen kleinen Eimer mit Loch, den man in ein großes Fass tauchte und daraus Wasser schöpfte. Das kleine Loch war dann die Dusche. Und das Fass war nicht so richtig voll. Ich bevorzugte jedenfalls das Meer. Auch wenn das Salzwasser nicht das Gelbe vom Ei ist. Besser als nix.
Dann ging ich noch zu der lustigen Schwarzen, bei der ich mein Ticket für die Überfahrt gekauft hatte, um meine Restschulden von gestern zu begleichen. Denn sie konnte mir gestern nicht rausgeben, da sagte sie, ich solle es ihr morgen geben. Das tat ich dann auch. Auf dem Weg hin begegnete mit Thomas. Ich lud ihn gleich zum Frühstück ein. Ging hoch, packte mein Zeug fertig, verabschiedete mich von Edison und Marcella und brachte mein Zeug runter zum „Hotel/Restaurant“ am Steg. Da war das Frühstück inzwischen gekommen und Thomas und ich frühstückten in Ruhe.

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Trigana Choco – Montag, 11.03.19

Das frühe Aufstehen war hier in Kolumbien, wie immer, kein Problem. Ausgemacht war, dass Thomas um 07:00 Uhr zur Unterkunft kommt, um mich abzuholen. Er war sogar relativ pünktlich da (07:30). Aber klar, bis der Kaffee weg war und der Ratsch vorbei war, da war es schon 08:00. War mir egal. Es war eh bewölkt und daher versprach der Tag nicht so heiß zu werden. Es ging los in Richtung Strand, die Straße hinter zu dem Dorf der Schwarzen. Auf dem Weg begegnete uns wieder der sympathische junge Mann von gestern, der mir spätabends noch Auskunft gab, fast an der gleichen Stelle und es stellte sich heraus, dass es einer der Söhne von Thomas war. Wie klein die Welt besonders in so dörflichen Szenarien doch ist… Es ging weiter, durch das Dorf, er grüßte alle und alle grüßten recht lässig zurück. Man kannte sich… (de atraz) Thomas, mein Führer für heute, so wurde mir erzählt, wäre ein Curandero, also ein Heiler und kenne sich mit Pflanzen aus wie niemand anderer. Wisse um deren Heilkräfte und Eigenschaften. Hätte auch ein bekanntes Buch über die Pflanzen im Choco geschrieben. Ein unscheinbarer Mann, ich hätte ihn auf 65 oder älter geschätzt, später stellte sich raus, dass er erst 61 war. Alle, alle Kinder, alle Menschen, die uns begegneten, redeten ihn mit nur wenigen Ausnahmen als „Abuelo“ also Opa an. Er war drahtig und noch recht fit. „Kerndlgfuadat“ würde man in Bayern sagen. Das Dorf bestand aus sehr einfachen Häusern. Es gab einen Kindergarten und auch eine Schule. Die Kinder auf ihrem Schulweg kamen uns entgegen und grüßten Abuelo. Überall liefen Hühner und stolze Hähne rum, Pferde, Kühe und ein paar Ziegen. Es ging weiter zu einem kleinen Geschäft, in dem Thomas noch ein paar Kekse und Saft kaufte. Ich kaufte mir auch Kekse, denn, ich hatte noch nicht gefrühstückt und lud Thoma natürlich ein. 4000 COP in Summe.. Zu trinken hatte ich eine Flasche Wasser dabei, das sollte genügen. Es ging noch kurz bei einer seiner Töchter vorbei, die lethargisch (wie die meisten) in ihrer Hängematte lag und tendenziell grüßte. Dann ging es weiter, am Haus vom Thomas vorbei, das letzte Haus im Dorf, das aus geschätzt 15-20 kleinen Häuschen bestand. Er zeigte mir seinen Fischteich, seine Garnelenzucht die gerade brach lag und es ging weiter. Einen Pfad entlang in Richtung eines Bachbettes, dann weiter im Bachbett des praktisch ausgetrockneten Baches, der eigentlich (so Thomas) längst wieder Wasser führen sollte, aber er wisse nur einmal in den 80gern ein Jahr, das so trocken war wie dieses Jahr. Also nicht nur bei uns ist diese Merkwürdigkeit im Klima, auch in Kolumbien. Scheint soch ein globales Problem zu sein.

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Necoclí und Fahrt nach Trigana, Sonntag, 10.03.19

Das Aufstehen war kein Problem, alles ging ganz schnell. Ich war auch pünktlich an der Anlegestelle. Das deutsche Pärchen ging mir kurz voraus, weil, die wollten auch diese Richtung. Nach Sapzurro, mit dem gleichen Boot. Erst fährt das Boot nach Trigana, dann weiter nach Sapzurro. Ich gab dann doch meinen kleinen Rucksack ab. Innen war zwar schon alles in einem Müllsack und damit wasserdicht, aber, für 1000 COP kaufte ich mir einen zweiten, in dem ich meinen kompletten Rucksack verstaute. Den gibt man ab, da kommt ein Aufkleber mit einer Nummer drauf und selbst bekommt man einen Gepäck Bon mit der Nummer. Jetzt redete auch das deutsche (schwäbische) Pärchen mit mir, eigentlich nur die Frau. Sie erzählte, dass ihre Kinder bereits in Kolumbien waren und sie dachten, das könnten sie eigentlich auch mal probieren. Gute Idee, dachte ich mir 🙂

Das erste Schiff war bald voll. Auf dem Ticket war vermerkt, dass ich im zweiten Schiff gebucht war. Die Passagiere wurden namentlich aufgerufen, was oft recht lustig war, bei den vielen komplizierten ausländischen Namen. Aber die Mehrzahl der Reisenden waren Kolumbianer. Es dauerte und dauerte bis unser Schiff drankam. Bis 08:00 Uhr. Ich vertrieb mir die Zeit mit Ratschen. Die Marktfrau mit ihrem frisch gepressten Orangensaft. Die super sympathische Mülltütenverkäuferin, die Frau des deutschen Pärchens. Als unser Boot bereit war, da wurden ebenfalls alle Passagiere einzeln aufgerufen. Der Aufruf „Bernhard Hanus“ war so verunstaltet, dass ich es erst überhaupt nicht wahrnahm und identifizierte. Der Sprecher setzte nach, keiner reagierte, das musste dann doch ich sein. Ich schwenkte meine Hand, so quasi „mas or menos…“, der Sprecher feixte und ich ging an Board. Ganz hinten, die zweitletzte Reihe und am Rand. Genau geplant und im Kalkül, die Überfahrt ganz ohne blaue Flecken, ohne ständige Salzwasserdusche, aber auch nicht als „Fischfutterfabrikant“ zu überstehen. Vor mir saßen das deutsche Pärchen. Alle mussten Schwimmwesten anziehen. Neben mir setzte sich eine kleine, feine Kolumbianerin, mit Gold Uhr und weisser edler (und sicher auch teurer) Handtasche. Dem Blick war sehr leicht ihre Stimmung zu entnehmen. Sie macht das definitiv nicht gerne, es war für sie der Horror, das war gut zu erkennen. Später verstand ich auch besser warum.

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Necoclí, Samstag, 9.3.19

Zum ersten Mal waren beim Frühstück andere Gäste da. Sonst war ich immer allein. Eigentlich fast immer. Ich grüße sehr freundlich und lächle beide an. Keine Reaktion. Ein zweiter Versuch und ich bekam zumindest von der Frau ein angedeutetes Lächeln zurück. Da dachte ich mir gleich, das sind sicher Deutsche… und so war es auch. Ich gab mich nicht zu erkennen, weil mir der Vorspann schon gereicht hatte. 
Auch ein französisches Frauenpärchen und ein anderes französisches Pärchen waren jetzt da. Alle waren ebenso abweisend. Klar, in Europa ist das so, aber man kann doch wenigstens versuchen sich ein wenig anzupassen… Warum fährt man denn nach Kolumbien. Um Studien zu betreiben, abgehoben und distanziert? OK, dann lässt man sie wie sie sind. Mir wurscht, aber genau wegen dieser Mentalität möchte ich gerne oft aus Deutschland flüchten. Man verschenkt ein freundliches und warmes, ein offenes Lächeln und was kommt zurück? Kühle Distanziertheit und Abstand. Klar, es ist oft nur ein Ausdruck der Unsicherheit dieser Person, aber, potenzielle Brücken werden somit überhaupt nicht erst begehbar. Es ist eine verpasste Möglichkeit, eine vertane Chance. Speziell die beiden Französinnen, ich beobachte sie auch am nächsten Tag in der Früh am Hafen, beim Eisteigen in das Boot nach Sapzurro. Sie hatten beide einen RIESIGEN Müllsack dabei, in den gleich alle drei ihrer Gepäckstücke passen sollten. Die Rucksäcke da reinzubringen war nicht so einfach. Sofort sprangen zwei Kolumbianer zur Seite und halfen. Das Resultat, nicht Mal ein freundlicher Blick oder gar ein „gracias“. Arrogante Kühle und unfreundliches erhabenes „über der Situation stehen“. Damit machen sich Touristen so richtig unbeliebt und man braucht sich nicht wundern, warum manche Kolumbianer bereits auf Touristen nicht mehr so gut zu sprechen sind.

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Necoclí, Freitag, 8.3.19

Heute habe ich zumindest ein wenig was an Aktivität gezeigt. Es ist gar nicht so leicht, denn, der Strand direkt vor dem Hotel ist schön und der Müßiggang hat sich inzwischen recht gut eingespielt. Ich ging langsamer, deutlich langsamer. Ich aß und trank langsamer, ich schlief auch nachts viel und machte trotzdem immer nachmittags eine ausgiebige Siesta, wenn es irgendwie ging. Vermutlich dachte ich auch langsamer. Eine Sucht blieb mir leider erhalten, Facebook. Da war ich doch recht oft drauf.
In der Früh um 06:00 wollte ich mit der Soundrecorder-Kamera die Stimmung des Morgens am Meer einfangen. Die Mitarbeiterin (oder Chefin) sperrte das Tor zum Strand bereits gegen 06:00 Uhr auf, noch vor Sonnenaufgang. Ich installierte den Recorder und richtete alles aus. Aber es war bewölkt. Nach 20 Min fing es auch zu regnen an. OK, dass machte keinen Sinn und ich zog mich wieder zurück. Schlief noch eine Runde und ging dann erst gegen 08:30 zum Frühstück. Nach dem leckeren Frühstück war ich mindestens 2 Stunden am Strand rumgehockt und habe den Fregattvögeln beim Fischen zugesehen, ansonsten nicht viel gemacht, als in die Wellen geguckt. Aber plötzlich kam der Ehrgeiz, ich wollte mir zumindest den anderen Strand ansehen. Also ging ich los, machte auf ein Mittagessen Zwischenstopp im Restaurant Galapagos und ging gleich weiter zum anderen, zum großen Strand, von dem auch die Boote in Richtung Trigana oder Sapzurro fuhren. Heute war allerdings nur ein Boot zu sehen gewesen, weil durch den Sturm und das schlechte Wetter die Verhältnisse einfach nicht gut genug waren für die Aufrechterhaltung des Fährbetriebes. Ein Boot konnte man am Morgen beobachten, wie es vollgepackt mit Leuten durch die Wellen tanzte. Ich hätte da bei dem Wetter nicht drinsitzen wollen. Da fangen gleich alle an „die Fische zu füttern“ und das riecht nicht so gut…
Es sind schon beeindruckende Boote, mit denen es bei ruhiger See sicher richtig Spaß machen müsste mitzufahren. Teilweise mit 5 superfetten Außenbordern, fast schon übermotorisiert, dachte ich mir.
Auch hier am Strand war absolut nichts los. Wenige der Restaurants und Buden hatten überhaupt offen. Aber ich wurde von niemanden angequakt, „a la orden“, zum Essen animiert oder zu sonst was. Ich konnte ganz ruhig bis ganz hinter gehen und mir dann in aller Ruhe ein Bier gönnen (natürlich light!)
Dann spazierte ich noch direkt in den Ort rein, bis zur Durchgangsstraße, wo auch die Busterminals waren und viele Restaurants, Supermärkte und Baumärkte. Darf man sich allerdings nicht so wie bei uns vorstellen. Kleiner, übersichtlicher, dafür natürlich auf die speziellen Bedürfnisse der Bewohner dieses Dorfes abgestimmt, was ja auch noch ein Fischerdorf war. So gegen 15:00 Uhr gönnte ich mir noch ein letztes Getränk schon in der Nähe zum Hostel. Dann die fette Siesta und dann den Abend am Strand rumgehockt. Seit drei Tagen keine anderen Gäste. Immer allein. Aber war kein Problem. Es war sehr sehr schön!

Necoclí, Donnerstag, 7.3.19

Absolut nichts getan. NICHTS! Nach dem superleckeren Frühstück nur am Strand rumgehockt, mich mit den Hunden angefreundet, den Fregattvögeln beim Fischen beobachtet, den vorbeiziehenden Booten nachgeblickt, immer wieder die gemütlichste Position auf der Liege ausgetestet und das war es!
Nur meine Füße hab ich vermieden in den Sand zu stecken, denn, die gestrigen Sandflohattacken waren mir eine Lehre. Bin ja bei so Viechern eher nicht so empfindlich, aber, die jucken, zum aus der Haut fahren. Und wenn man kratzt wird es richtig schlimm. Glücklicherweise hatte ich einen Zapper dabei, wie ein elektrisches Feuerzeug mit Piezozündung, nur ohne Feuerzeug. Damit die Stiche bearbeitet bring schnelle Abhilfe. Zumindest bei mir wirkt es.
OK, zu meiner Schande muss ich gestehen, der eine oder andere Facebook-Artikel war auch dabei…

Ich hatte für den Tag auch nicht vor was groß zu unternehmen. Ich hätte zum anderen Strand laufen können, die Stadt erkunden, meine verschnittenen Haare reparieren lassen können, was lecker Essen gehen. Nichts dergleichen. OK, vielleicht esse ich später noch was Kleines, dachte ich mir. So eine leckere Fischsuppe, die oft als Vorspeise gereicht wird, die würde mir leicht reichen. Moi schaung…

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Arboletes und Fahrt nach Necoclí, Mittwoch, 6.3.19

Wieder gab es so ein leckeres Frühstück mit dem Hotel-Team. Wobei, es gab erst später Frühstück, denn, um 09:00 waren noch der Großteil des Teams mit Yoga beschäftigt. Die Freundin des Hotelbesitzers Juan gab Stunden. Das dauerte dann doch fast bis 10:00. Für mich kein Problem. Die 3 Monats-Problematik war eh schon auf 2 ½ Monate reduziert und eine weitere Reduktion würde nicht schaden. Nach dem Frühstück ratsche ich noch lange mit der Freundin Von Juan (Name leider vergessen) über Yoga, Kurse, Möglichkeiten in Kolumbien, der Vergleich in Deutschland, Indien als Ausgangsland und vielem mehr.

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Arboletes – Dienstag, 5. März 2019

Arboletes, Dienstag, 05.03.19  Im Grunde verlief der Tag identisch mit gestern. Superleckeres Frühstück „im Team“, ein wenig Hängematten-Siesta, weil das Handy keinen Strom hatte und diesmal wollte ich es unbedingt dabeihaben. Dann ging es auch schon los, diesmal ohne diesen riesigen Umweg (ich habe es mir nochmal auf der Karte angesehen und war ENTSETZT über die riesige Strecke des Umweges!) den Strand entlang, in Richtung Schlammvulkan. Diesmal war ich in einer sehr schlechten körperlichen Verfassung, was ich auf den gestrigen Besuch schob. Denn, da kommt im Körper doch so einiges in Bewegung und gestern war ich 2 ½ Stunden in der Schlammsuppe. Da würden sogar Weißwürste platzen. So schleppte ich mich hin. Die Ohren hatte ich diesmal in weiser Voraussicht bereits im Hotel mit Taschentüchern abgedichtet, da konnte dann auch der Wind am Strand nicht so ins Ohr pfeifen. Links war mein Ohr immer noch heiß und ich hatte Ohrenschmerzen vom eindringenden Schlamm, oder von den Versuchen ihn wieder zu entfernen. Egal, es tat weh.

Die Massagefrau erwartete mich bereits, tat hervorragend ihre Pflicht und ich blieb diesmal vielleicht noch eine halbe Stunde nach der Massage im „Sumpf“. Meine Massagefrau meint noch, in Summe sollte man nicht länger als eine Stunde drinbleiben. Da hatte ich es gestern doch sehr übertrieben! Die Massage in der Kombination mit dem Schlamm tut unglaublich gut, beruhigt, man schwebt richtig. Trank dann noch ein zweites Malzbier und machte mich wieder auf den Weg am Meer entlang. Größtenteils ein schöner Weg.

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Arboletes – Montag, 4. März 2019

Das Hostel El Faro ist sehr angenehm. Der sympathische Besitzer war bereits einmal für 4 oder 5 Jahre in Köln und spricht daher etwas deutsch. Ich schlief ganz gut, obwohl im Zimmer kein Durchzug war. Irgendwann in der Nacht habe ich dann den Ventilator ausgestellt, es war kühl genug. So 28 Grad. Es war sehr ruhig im Hotel, ich war der einzige Gast in diesem riesigen Kasten. Alle sind nach Barranquilla gefahren, um dort den Karneval zu genießen, meint der Besitzer des Hostels. Das gebuchte Frühstück nahm ich mit dem Besitzer, einer Haushälterin und deren Freund in der Küche zu mir. Super leckere Arepas aus süßem Mais, Rührei, Ananas, leckeren Kaffee (superstarker kolumbianische Sorte) und ein Getränk aus diesen Zuckerrohrblocks, die es in Kolumbien überall zu kaufen gibt.

Der Besitzer gab mir noch den Tipp, zum Schlammvulkan eine Plastiktüte für die Klamotten mitzunehmen. Auch solle ich mich wegen meiner Nackenschmerzen von einer der Frauen dort massieren lassen. Da würde 1 Stunde Massieren 30.000 COP kosten (8,50 €) Ich fragte noch, ob ich das Handy lieber dalassen solle. Er meinte, ja. OK, blöd…
Ich ging gleich nach dem Frühstück los, den Strand entlang in Richtung Nordost. Erst an den ganzen Kommerzmeilen vorbei, über einen kleinen Bach, dann weiter und weiter, bis ich vor einem umgrenzten Privatgrundstück stand. Macht nix, dachte ich mir, denn der Hotelbesitzer erwähnte auch, dass man manchmal vom Strand wegmüsse. Das war anscheinend hier der Fall und ich ging in Richtung Süden, direkt vom Strand weg. Vorbei an Neubauten und leerstehenden Ferienwohnungen. In der Ferne sah ich die Straße nach Monteria, die ich mit dem Bus gekommen war. Aber es ging einfach nicht links weg in Richtung Schlammvulkan. OK, dachte ich mir, ich hatte mir die Karte vorher angesehen und daher wusste ich, dass der Weg zur Straße zwar ein riesiger Umweg war, aber im Endeffekt ebenfalls zum Schlammvulkan führte. Und schon war ich an der Straße und ging in Richtung Nordost. Weiter und weiter. Es war inzwischen fast Mittag und die Sonne brannte vom Himmel, ich hatte dummerweise kein Wasser dabei, obwohl ich eines in der Unterkunft stehen hatte. Die Busse und LKW stobten an mir vorbei, die Mototaxis hupten mich auffordernd an, aber, jetzt hatte mich der Ergeiz gepackt und jetzt wollte ich auch komplett zu Fuß hingehen, was ich auch tat. Trotz der Hitze war es ein schöner Weg. Der Geruch, das Grün, die Freiheit…

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Tolú – Busfahrt nach Arboletes – Sonntag, 03.03.19

Ich hatte zwar nicht viel geschlafen die Nacht, wegen den Ausläufern des privaten Festes im Hotel, die dann so gegen 03:00 einfach 10 Meter weiter am Strand weiter feierten, mit der ganzen Musikanlage auf Anschlag aufgedreht, mit super ansteckenden Lachsalven und ohne Pause, bis es mir dann um 05:00 rum zu heftig wurde und ich mir die Ohren zustopfte. Dann konnte ich gut schlafen bis 09:00. Ich schrieb ein wenig für den Blog, aber, der Hunger wurde doch zu groß. Daher ging ich ins „El Calenjo“, Luftlinie 100 m, um zu Frühstücken oder gleich Mittag zu essen. Die sehr sympathische Venezolanerin hatte viel Geduld mit dem so schlecht spanisch sprechenden Deutschen, der sich so früh immer so schwer entscheiden kann…. Zwei frisch gemixte Fruchtsäfte hatte ich mir auch noch genehmigt, sehr lecker. Dann ein kurzer Besuch bei Jaime und Lilia in ihrer Disco und ich musst los, es ging nach Arboletes.

Ich packte mein Zeug zusammen und verabschiedete mich bei Marie, der Haushälterin im Hotel. Sie meinte, nachdem ich fragte, was den ein Bicitaxi zum Busterminal kosten würde, dass das auch ihr Mann machen könnte. Ich dachte mir: „wusste gar nicht, dass sie ein Bicitaxi haben…“, hatten sie auch nicht. Ihr Mann hatte ein Motorrad. Die Vorstellung, dass ich meinen fetten Rucksack hinten wie ein Fähnchen im Wind flatternd auf dem Beifahrersitz des Motorrads irgendwie kontrollieren musste, die gefiel mir zwar nicht, aber irgendwie fand ich es auch cool. Glücklicherweise kannte ich nur die „kolumbianische Mechanik“ nicht gut genug. Der fette Rucksack landete auf dem Tank, balanciert mit den Knien des Fahrers und ich hinten, ganz relaxt, auf dem Beifahrersitz. So ging es recht zackig zum Busterminal. Ich wollte schon ins Büro und mir ein Ticket ziehen, erst nach Monteria und dort umsteigen nach Arboletes. Aber die „Mechanica“ hatte längst alle Möglichkeiten abgecheckt und winkte mich zurück. Der Mann von Marie übergab mich weiteren sympathischen Männern, die meinten, das würde auch direkt funktionieren und schneller und ohne Umsteigen und mich entsprechend „durchreichten“. Schneller als ich schauen konnte, vor allem schneller als ich fotografieren konnte war ich in einem Bus. Nicht gerade die Linie „Brasilia“, um es vorsichtig auszudrücken und es waren auch nur wenige Plätz frei und die waren eng und der neue unfreiwillige Sitznachbar war offensichtlich überhaupt nicht glücklich, seinen Raum im eh beschränkten Space des Busses einschränken zu müssen, aber es half nicht. Ich zahlte meine 30.000 COP, also circa 8,50€ und schon ging es ab nach Arboletes und zwar direkt. Später, in Santa Cruz de Morica, da stiegen einige Leute aus und ich konnte mir einen neuen und besseren Platz suchen als neben diesem Stinkstiefel.
Die Fahrt war sehr kurzweilig, obwohl sie in Summe über 4 Stunden dauerte. Einfach ein schönes Landschaftsbild, bergig, Bananen, Wildwuchs, die kleinen Hütten und Häuschen, die relaxten Menschen, dass viele Grün. Sehr kurzweilig. Die Fahrgäste waren es nicht, trotz Billiglinie, in der man sonst immer zum Ratschen kommt. Dafür war die Lufttemperatur auf gefühlte 16 Grad eingestellt (was sich später glücklicherweise besserte) und die Soundanlage des Busses brüllte die letzten Vallenatos mit voller Lautstärke raus, so dass an Schlafen erst nicht zu denken war. Aber es war ein ständiges „kommen und gehen“, weil der Bus wirklich überall anhielt und von der Straße waren tatsächlich mehr Leute am ein- oder aussteigen als an den wenigen Busterminals. So wurde es nicht langweilig.

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Tolú – Samstag, 02.03.19

Frühstück in einer Panderia am Hauptplatz mit ausgezeichneter persönlicher Beratung, wegen der Fülle der mir unbekannten Brötchentypen. Dann noch einen Fruchtsaft an der „Strandpromenade“. Dann langsamer Rückzug zum Hostel. War für 13:00 Uhr bei Jaime zum Mittagessen eingeladen und es war noch zu früh. Langer Ratsch mit dem Macheten-Mann, verantwortlich für die Büsche und so am Strand und Straße. Dann mit dem kolumbianischen Geschichtenerzähler mit seinem Brasil-Bicitaxi. Er erzählt viele Witze und lustige Geschichten, die ich leider zum Großteil nicht verstand. Zum einen mangels meiner schlechten Spanischkenntnisse, zum anderen, weil er so schnell und undeutlich redet. Ist trotzdem eine sehr interessante und schöne Erfahrung.

Bei Jaime, der beim Ratsch mit dem Brasil-Bicitaxi-Menschen mehrmals vorbeikam und einkaufte, gab es zum Mittagessen leckeren Fisch, den er höchstpersönlich zubereitete. Seine Frau stieß dann auch dazu und wir haben gemeinsam gegessen.

Dann kam seine Frau Lilia auf die Idee, zum Strand zum Schwimmen zu gehen. Alle fanden die Ideee gut und schon ging es zu Füß los in Richtung Südwest. Weiter und weiter, bis wir schon fast an einem Schiffsanlegestelle für Erdöl oder so waren. Aber, Jaime hatte recht, hier war das Wasser viel klarer als um Tolú rum. Auf dem Weg fanden wir allerdings mehrere portugiesische Galeeren (Feuerquallen) und ebenso kleine getötete Fische am Strand liegen. Das motivierte mich erstmal nicht so sehr ins Wasser zu steigen… habe die Viecher (eigentlich ja eine Symbiosen aus verschiedenen hochspezialisierten einzelnen Polypen) zum ersten mal gesehen und schon etwas Respekt. Wollte nicht unbedingt am Strand draufsteigen oder im Wasser Kontakt mit den eigentlich schön anzusehenden Geschöpfen haben, weil das zumindest sehr schmerzhaft sein muss. Der Jaime sammelt die Tiere auf und packt sie in eine Wasserflasche, später in eine noch größere Wasserflasche. Als wir am Ziel ankammen (Jaimes Ziel) waren wir sicher 40 Minuten unterwegs, eine sehr kurzweilige Wanderung am Strand. Es gab Getränke und Schatten und der Schatten war jetzt wirklich wichtig. Denn der gang am Strand machte mir ein wenig Sorgen, wegen der Intensität der Sonne, aber, es war alles ok. Bisher habe ich mir nur einmal einen leichten Sonnenbrand auf dem Hirn geholt, aber klar, 2-3 Stunden ohne Hut in der prallen Mittagssonne, selbst schuld. Ansonsten habe ich die ganze bisherige Zeit völlig ohne Sonnenschutzmittel geschafft. Aber klar, ich war vorher intensiv im Solarium und ich mied die pralle Sonne. Ich bin auch nicht der, der sich mittags an den Strand legt. Vielleicht mal am Abend oder Morgen. Jedenfalls brauche ich definitiv keine Sonnenschutzcreme, die ja, laut verschiedenen Berichten, auch nicht so ganz ohne Gefahren sein soll.

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Tolú – Freitag, 01.03.19

OK, so langsam wurde es wirklich Zeit, dass ich doch meinen Arsch hier hochbekomme. Daher machte ich mir ernsthafte Gedanken, wie es denn weitergehen sollte mit der Reise. Es gab ja verschiedene Möglichkeiten und ich hätte problemlos noch 1 oder 2 Wochen hier in Tolú verbummeln können. Aber ich wollte weiter, in Richtung Pazifikküste. Dabei stellte sich die Frage, gleich von Tolú aus hoch nach Medellín, oder erst noch weiter die Küste in Richtung Südwest entlang. Ich entschied mich für weiter die Küste lang und buchte gleich für Sonntag (damit MUSSTE ich Sonntag weg) ein Hostel in Arboletes. (El Faro Arboletes) Dann, nach drei Übernachtungen, gleich weiter nach Necocli für zwei Übernachtungen. Von Necocli aus hätte ich dann drei Möglichkeiten. Hoch nach Medellín, rüber nach Capurganá, an die Grenze zu Panama, oder rüber nach Triganá, was ungefähr 40-50 km unterhalb in südlicher Richtung liegt. Ich tendiere momentan zu Triganá, weil da weniger los zu sein scheint. Ich meine wirklich sehr wenig. Die Bilder über Google sind unglaublich schön, es muss ein herrlicher Wald da sein und ich liebe die Geräusche des mittelamerikanischen Dschungels. Da könnte ich endlich meine Soundaufnahmen machen, damit ich den Rekorder nicht unnütz mitgeschleppt habe und endlich ein wenig in den Wald gehen. Vor allem nachts ist das jedes Mal ein unglaubliches Erlebnis. Die sehr spezielle fremde und doch so vertraute Geräuschkulisse aus den unterschiedlichsten und für mich nur schwer zuordenbaren Quellen, der Geruch, das spezielle Gefühl das in mir hochsteigt. Fast wie ein „Nachhause kommen“ komischerweise, es ist mit keinerlei unangenehmen Gefühlen verknüpft, es ist alles vertraut und nahe. Es ist nur schön.

So sieht es aus. Es geht weiter!

Vielleicht noch ein paar Worte zu Tolú. Das ist ein wirklich sehr sympathisches kleines Städtchen, das während der Woche sehr zu empfehlen ist. Da befindet es sich in einer Art von Dornröschenschlaf. Aus diesem Schlaf wachte es heute Stück für Stück auf. Immer mehr Menschen kamen an, teils mit Bussen, teils mit Autos, auch die kleinen Flugzeuge des nahen Flughafens waren mehrmals zu hören. Vor allem aber rüstete die Gastro auf, daran war der bevorstehende Ansturm am besten zu erkennen. Da kamen die wirklich dicken LKWs mit Biernachschub. Und da wurden beeindruckende Mengen an Bierkästen ausgeräumt, was erahnen lies, was hier in Tolú am Wochenende wohl los sein würde. Ich bereute meine Entscheidung ein wenig, bis Sonntag hierzubleiben.

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Tolú – Donnerstag, 28.02.19

Gestern war ein nicht erwähnenswerter Tag. Also zum Erzählen meine ich, denn, für mich war er, mit seiner ganzen Trägheit und tropischen Schwere, ein hervorragender Tag! Das einzige was ich den Tag über gemacht hatte war, den von mir versehentlich mitgenommenen Schlüssel für das Hostel Taganga endlich per Post zurückzusenden. Dieser Vorgang, der bei uns Sekunden dauert, nämlich das einwerfen des frankierten Briefes in den Briefkasten, der dauerte fast eine Stunde. Das, ohne die Vorarbeit, wegen Kuverts und Plastik-Container, damit der scharfkantige Schlüssel das Kuvert nicht durchstoßen würde. Was das gute Mädel im Postoffice alles wissen wollte nur für diesen Brief und bis ich dieses Office überhaupt gefunden hatte. Bin mindesten dreimal dran vorbeigegangen. Das nächste Mal nehme ich mir für solch eine Aktion eine Jacke mit, denn, das Büro hatte gefühlte 15 Grad. Und die Jacke war in meinem Rucksack gaaaanz unten drin, denn, die braucht man hier wirklich nur für Busfahrten und für solche unterkühlten Büros 🙂

dav

Dann war ich noch am Marktplatz essen und habe mir versehentlich eine unglaubliche (aber durchaus leckere) Menge Schweinefleisch bestellt, mit Pommes und Reis, ohne Soße, wie üblich. Schade dass ich von dieser beeindruckenden Fleischmenge kein Foto machte, die hätte für 3 Personen locker gereicht und natürlich habe ich es nicht geschafft.

Das war es! Ansonsten essen, ratschen und die fette Siesta, dann früh ins Bett und hervorragend geschlafen. Anscheinend hat mein Körper sowas wie Nachholbedarf und hat gecheckt, dass er sich diese Erholung jetzt holen kann. Und ich gebe sie ihm!

Achja, mein Geburtstag war auch. Den habe ich nur deshalb mitbekommen, weil mir liebe Freunde per WhatsApp gratulierten. Ein recht unspektakulärer Tag für einen Geburtstag 🙂

Bilder werden nachgeliefert, wegen dem UNTERIRDISCHEN Upload hier!

Tolú – Mittwoch, 27.02.19

Erst gegen 10:00 Uhr bin ich aufgestanden, mit einem riesen Hunger, vor allem aber mit Durst. Trotzdem schrieb ich noch schnell ein paar Sätze zum gestrigen Tag, damit ich es nicht vergessen konnte. Dann machte ich mich durch die brüllendheißen Straßen des kleinen Ortes auf den Weg, um zu allererst Wasser zu kaufen und als zweites was zum Essen zu besorgen. Das mit dem Wasser war gleich gelöst. Das mit dem Essen war schwieriger. Ich strich im Zickzack durch den Ort und scannte die Gegend ab. Wollte auf keinen Fall billiges FastFood essen. Da entdeckte ich ein kleines Schild in eine Einfahrt: „Almuerzos y Sopas“. Das hörte sich doch interessant an! Diese kleinen Familienbetriebe geben zwar „ambientemäßig“ tendenziell nicht viel her, dafür hat man quasi Familienanschluss und das Essen ist meist günstig und vor allem sehr lecker. Und genau so war es dann auch. Ein üppiges Sancocho (Suppe, mit Fleisch und Gemüse), das allein schon mehr als gereicht hätte, dann noch ein kleines Stück Fleisch, Reis, Kartoffeln und ein Salat in Mayonnaise. Es war definitiv nicht zu schaffen, trotz meines „ambre de perro“.

Netter Ratsch mit der Chefin und den Leuten da und dann schleppte ich mich zum Hotel Ostimar, wollte eigentlich gleich eine fette Fiesta machen, dann den Bericht fertigschreiben und endlich den Zimmerschlüssel nach Taganga zurücksenden (hatte ich versehendlich mitgenommen), aber in der Karibik laufen auch bei mir die Uhren anders…

Am Abend war nicht mehr viel los. Ich streifte durch das kleine sympathische Städtchen Tolú, kaufte mir im Supermarkt Früchte und ein Bier und verzog mich zum Hotel Ostimar. Ratschte mit dem sympathischen italienischen Ehepaar, welches als einzige weitere Gäste verblieben waren und tauschten Reiseerfahrungen aus.

Speziell dass das „chilenische Mutter-Sohn-Team“ bereits abgereist war, das erleichterte mich enorm. Vor allem die Mutter verströmte ein extremes Ambiente eines, wie der Tolle Eckie sagen würde, „sehr aktiven und dominanten Schmerzkörpers“. Nicht sehr angenehm, selbst wenn sie im Nebenzimmer lag. Keine Ahnung was sie erlebt hatte und warum sie sich selbst so bemitleiden musste…

Fahrt von Cartagena nach Tolú – erste Eindrücke

Frühstück im „Gato Negro“ und schnell noch Geld gewechselt. Dann habe ich mein Zeug gepackt und bin mit dem Taxi zum Busterminal Cartagena, der exakt auf der anderen Stadtseite liegt. Der „christliche Taxifahrer“ hat sofort die seinem Glauben entsprechende Musik aufgelegt, was aber absolut nichts an seinem unnachgiebigen Fahrstil änderte. Da wird jede noch so kleine Lücke genutzt, auf Millimeter aufgefahren, abgedrängt und versägt. Nur Schimpfe kam kein Wort aus seinem Mund. Meist schrie er „MI AMORRRRR“ aus dem Fenster. Diese Widersprüchlichkeiten fallen einem an anderen Menschen in fremden Ländern am allerbesten auf, obwohl wir selber sicher keinen Millimeter besser sind 🙂

Taxipreis für 45 Minuten Fahrt 23.000 COP = 7 €. (Die 4 Stunden Busfahrt nach Tolú kostete dann nur noch 40.000 COL = 11,50 €)

Im Busterminal wendete ich mich an den Info-Schalter. Die schrieb mir zwei Buslinien auf einen kleinen Zettel und schickte mich in eine Richtung los. Es ist ein größerer Terminal, in dem sich auch viele Geschäfte und kleinere Restaurants mit Snacks befanden. Vermutlich hab ich ein wenig hilflos geguckt, da sprach mich sofort ein Mann an, lass den Zettel und ging mit mir in eine ganz andere Richtung los als von mir angedacht. Plötzlich stand ich schon draußen, vor dem richtigen Bus und konnte innerhalb des Schalters (nicht im öffentlichen Bereich) mein Ticket kaufen. Der Angestellte bemerkte meinen besorgten Blick um mein draußen stehendes Gepäck und beruhigte mich, dass sie das schon im Griff hätten… Ich bezahlte, bezog mein Ticket, der Rucksack wurde eingeladen und schon saß ich im Bus nach Tolú. Ging fast schon ein wenig zu schnell, hätte mir eigentlich gerne noch was zum Essen gekauft. Aber das „nicht kaufen“ würde sich gut auf meine „Dritte-Monats-Problematik“ auswirken, dachte ich mir insgeheim und blieb im Bus sitzen. Laaange blieb ich sitzen, der Bus füllte sich langsam. Sicher eine halbe Stunde. Aber ich hatte es ja nicht eilig. Die Reihe vor mir, da ließen sich zwei durchaus füllige Mulattas nieder. Die fülligste saß genau vor mir und ließ ihren Liegesitz mit einem so unglaublich rohem Schwung nach hinten schnellen, dass ich mir mein Knie daran anschlug und auch gehörig erschrak, denn das Ding machte Lärm. Mulatta-Queen lies das völlig unbeeindruckt. Möglicherweise bemerkte sie nur wegen meinem Schmerzensschrei, dass da irgendwas schiefgelaufen war. Aber sie reagierte mit völliger Ignoranz. OK, dachte ich mir, die Auseinandersetzung mit der Radauschachtel (so sah sie aus) spar ich mir und bin einfach eine Sitzreihe weiter hinter, um ihren potenziellen Attacken zu entgehen.

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Nachtrag Cartagena Montag, 25.02.19

Am Abend habe ich nochmal die „kleine Runde“ gemacht in Cartagena, dem Juwel der Karibik und die „Hotspots“ der letzten Reise 2011 angelaufen. Alle Punkte waren immer noch schön, aber, inzwischen ist es Massentourismus pur. Da gab es zum Beispiel diesen Vorplatz der Kirche (Iglsia de la Santisima Trinidad) an dem sich die „Stadtjugend des Viertels“ von Cartagena versammelte. Gibt’s immer noch und die Jugend versammelt sich immer noch, aber, die Jugend war nicht mehr so zahlreich und inzwischen ist es ein hippes Ausgehviertel geworden, in dem es vor teuren Restaurants nur so wimmelt.

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Cartagena – Montag, 25.02.19

OK, meine Eindrücke vom Hostel haben sich eher verschlechtert. Alles pappt und ist irgendwie schmuddelig. Das Hostel liegt in einer sehr guten Lage, daher kann es vermutlich trotzdem überleben. Aber es ist definitiv kein Tipp, kann jedem nur abraten! Geschlafen habe ich jedoch recht gut. Trotz des „durchwachsenen“ letzten Tages.

Zum Frühstück verschlägt es mich am Montag in ein interessantes Frühstücksrestaurant, gleich ums Eck (el gato negro). Am Eingang verspricht eine Tafel selbstgebackenes Brot und selbstgemachte Marmelade. Der Typ am Eingang ist sympathisch. Es sind nur wenig Gäste drin, im Gegensatz zu anderen Lokalen, die überfüllt sind mit Backpackern. Bei den anderen Lokalen standen außen Texte geschrieben wie: „Original australisches Frühstück“ und ähnliches. Im Gato Negro gab es ein recht Interessantes Licht- und Schattenspiel der rustikalen hölzernen Einrichtung, mit den Wänden und ihrer fleckigen alten Textur und dem Steinboden, bestrahlt vom offenen und begitterten Fenster aus mit gleisendem Licht von außen. Welch morbider Charm, gekrönt durch kubanische und uralte Son-Elektro-Mixe, die ich zuletzt vor 20 Jahren hörte, quasi die Vorläufer vom heute so populären Reggaeton. Ein recht schlüssiges Gesamtarrangement!

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Nachtrag Cartagena

Also, ich kann jedem nur abraten, mehr als einen Tag in Cartagena zu verbringen. Gut, wenn man da noch nicht war, dann ist es schon schön die alten Häuser anzusehen und das spezielle karibische Flair dieser alten Stadt zu genießen. ABER, da reicht ein Tag. Es sind Menschenmassen unterwegs wie in München im Tal im Sommer. Es ist so unglaublich. Dann wird man sofort von einem „Stadtführungs-Kaugummi“ angesprochen und schafft es nur mit Mühe den abzustreifen (praktisch jeder hatte schon mal einen Kaugummi an der Schuhsole…) und trotzdem respektvoll zu bleiben. Denn diese Super-Patex-Alleskleber-Stadtführungs-und-Alleswisser-Kaugummies kämpfen mit ausgefuchsten Tricks und haben natürlich viel Erfahrung. Ich jedoch habe den Ehrgeiz, die Situation trotzdem nicht laut, trotzdem wertschätzend (als Mensch, der wir ja alle sind), trotzdem ohne aggressive Rhetorik zu meistern. Das war diesmal echt schwer und hat mir was abverlangt.
Dann im Altstadtviertel, MENSCHENMASSEN und dazwischen die Pferdekutschen und Disco-Schlepper und sonstige Geschäftsleute, auch viele Geschäftsfrauen, die mit sehr eindeutigen Hand- und Mund/Zungenbewegungen potentiellen Oralverkehr andeuten und zu ihrem kleinen Business einladen. OK, dann raus aus dem alten Zentrum hinter den Mauern und ein wenig in Getsemani rum. Das erinnert erst an das frühere Schwabing, was ja nicht so schlecht wäre, dann aber doch recht heftig an die typischen Lonely-Planet-Rucksack-Anlaufstellen. Da sitzen hunderte weißhäutige Jungs und Mädels rum, oder stehen im 30er-Pack vor der Billigpizza an. Alles so ein extremer Abtörner! Blöderweise hab ich das Hotel bis Dienstag bezahlt, sonst wäre ich morgen wieder weg. Es ist eine so gravierende Veränderung zum letzten Besuch, einfach unbeschreiblich.
Aber OK, vielleicht beruhige ich mich morgen ja… Aber weil wir gerade dabei sind. Das Hostel Real ist ebenfalls schrecklich. Unsauber, das Zimmer stinkt entsetzlich nach irgendwelchen Duft-Tannenbäumen oder so, jedenfalls sehr synthetisch. Das Bad ist dreckig. Die Tür lässt sich nur schließen, indem man Gewalt anwendet, was sich leider akustisch sehr bemerkbar macht und das jedes mal, auch zu sehr später Stunde. Das hatte ich doch alles anders in Erinnerung. Nein, absolut keine Empfehlung, weder für Cartagena noch für Hostel Real. Schrecklich!
Der wirklich EINZIG positive Aspekt heute ist, einer der Straßenverkäufer will mir bis morgen eine „Maraca de Gaita“ besorgen. Die hat deutlich größere Kalabassen gefüllt mit Sand. Sowas kannst in Deutschland nicht kaufen und die hat so einen speziellen harten trockenen Ton. Wenn der die anschleppt dann kaufe ich die, wenn der Preis passt.

Fahrt Taganga – Cartagena – Unfallhelfer

Der Tag hatte so schön angefangen! Gemütliches Aufstehen, packen und laanger Ratsch mit Enzo und Zule. Zule baute mir noch ein leckers Mittagessen, damit ich unterwegs nicht verhungern würde. Ich zahlte noch alle meinen offenen Rechnungen und machte mich bereit, um 12:30 vom Bus nach Cartagena abgeholt zu werden. Die beiden Kinder von Zule unterhielten uns (Enzo und mich) mit ihrer DauerQuasselSing-und-Tanz-Show. War lustig, aber Enzo musste ich echt bewundern, denn, er hatte das Programm ja fast jeden Tag und es gibt definitiv keinen Ausschalter.

Enzo erzählte mir noch, dass es heute oder gestern beim Carnaval-Fußball-Mix in Taganga Tote und Verletzte gab. (findet jedoch bisher in den kolumbianischen Medien keine Bestätigung) Ich bin froh dass ich mich da gestern nicht reingeschmissen habe, hatte den Impuls zu gehen, weil ich wohl die aggressiv aufgeheizte Stimmung spürte. Musik war auf dem Carnaval übrigens viel Brasil-Carnaval-Musik, was mich echt wunderte.

Der Bus ist dann doch noch gekommen (1 Stunde zu spät), ein letzter Blick auf Taganga und schon ging es los. Der klapperte erst einige Hostels ab und schon waren wir unterwegs. Es ist eine wirklich schöne Strecke von Santa Marta nach Barranquilla. Links die Lagune, rechts das tosende Meer und die Straße auf dem Sandstreifen dazwischen gebaut.

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Taganga – Freitag, 22.02.19

Wieder stand ich früh auf. Die frühen Morgen sind so schön von der Dachterrasse aus. Die Farben, das Licht, die verschiedenen Töne und Geräusche.
Die Zule (la „Guajira“ de la casa) versorgte mich sofort mit einem Kaffee, als sie später schließlich auch erschien. Dann fragte sie mich praktisch den ganzen Vormittag über Deutschland aus, das Leben dort im Allgemeinen und im Speziellen. Über das „reich sein“, was das ist und was es bedeuten kann. Super interessante Gespräche. Klar, sie sehnt sich nach einem Leben, ohne ständig jeden Pfennig umdrehen zu müssen. Ich versuchte ihr zu erklären, was der Preis für den Wohlstand in z.B. Deutschland ist. Und wie z.B. eine Reinigungskraft in einem deutschen Hotel im Akkord durch die zu reinigenden Räume düst, ohne Pause, ohne Ratsch, hektisch und schnell, dann am Abend, total kaputt von der anstrengenden Arbeit. Was eine Wohnung in München kostet, was man als ungelernter Arbeiter in München verdienen kann, was dann bleibt usw.
Mein eigentlicher Plan war ja, zum Playa Grande zu gehen, weil ich mir in der Früh ein super Licht zum fotografieren erhoffte und sicher nur ganz wenig Leute da sein würden, so früh. Aber so verging der Vormittag wie im Flug. Das Internet im ganzen Viertel fiel aus und mein kolumbianischer Handyvertrag hatte nur noch ganz wenig Datenvolumen. Daher ging ich wieder zu dem Shop ums Eck. Der aktuelle Mitarbeiter wollte aber mit dem schlecht spanisch sprechenden Gringo mit seien komischen Wünschen nichts zu tun haben und schickte mich ins Nirvana (zu einem anderen Geschäft 4-6 Ecken weiter), wo ich auch brav hin trabte, natürlich erfolglos. An einer riesigen Schar im Freien Bingo-spielender Tagangueros vorbei, das war ein lustiges Bild. Das ging bei denen noch stundenlang, ich hörte es bis ins Hostel.

Handy-Laden
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Taganga – Donnerstag, 21.02.19 Nachmittag + Abend

Es ging nach Santa Marta, mit dem Bus, der sich tagsüber ja quasi durch halb Taganga schlängelt und man muss nur winken, er bleibt stehen und man steigt ein. Ganz einfach. Die Fahrt nach Santa Marta kostet 1800 COP = 0,50 €. Bei manchen Bussen sind die Scheiben so weit nach unten abgedeckt, mit Reflexionsfolie gegen die Sonne, dass man überhaupt nicht zum Fenster raussehen kann. Das störte mich natürlich. Aber ich saß schon drin und es ging los, die normalerweise sehr abwechslungsreichen 15 Minuten über den Berg, nach Santa Marta. Abwechslungsreich, wenn man aus dem Fenster sehen kann. Ich stieg in Santa Marta am Parque Camellon aus, der lag direkt am Strand/Malecon. Machte die Runde über La Cadedrale in Richtung Markt. Die Händler, die sich auf den Tourismus spezialisiert haben, die hatten sich deutlich vermehrt. Da musste ich an den vielen Saftständen vorbeikommen und ich wollte mir so schnell wie möglich einen der leckeren frischgemixten Fruchtsäfte gönnen (oder zwei). Man setzt sich auf einen der Plastikstühle und ordert seinen favorisierten Fruchtsaft, der dann, vor den eigenen Augen, frisch zubereitet wird. Lecker!

Ja so ein Saftladen…
Saftladen-Besitzer mit Saft
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Taganga – Donnerstag, 21.02.19

Eigentlich hätte ich für heute geplant, weiter zu reisen. Noch ein paar Tage in Minca. Aber speziell mit Minca bin ich hin und hergerissen. Hörte, dass da jetzt soooo viel los wäre. Heute hab ich nochmal für 2 Tage, also bis Samstag Taganga verlängert. Es ist auch relativ ruhig hier in Taganga, weil der Tayrona-Park geschlossen ist. Die Tourismusströme registrieren solche Veränderung schnell und so ist Taganga momentan out. Sehr zu meiner Freude!
Klar, dass ich nicht in den Tayrona reinkomme, das ist schon ein herber Einschnitt. Aber zum akklimatisieren ist Taganga wirklich SEHR gut geeignet. Und eilig hab ich es ja nicht. Mit der kolumbianischen Lebensart habe ich mich inzwischen recht kompatibel gemacht, langsam kann ich losfahren. Für heut Nachmittag erstmal nach Santa Marta, zum Einkaufen auf dem Markt. Da gibt’s diese geilen weißen Hemden und vieles mehr.

Der generelle Plan sieht momentan so aus. Poco a poco in Richtung Westen. An Cartagena vorbei, die kleinen (und recht unbekannten) Küstenstädte besuchen. Wenn es wo taugt, einfach ein paar Tage bleiben. Immer weiter nach Westen, dann, möglicherweise noch die Grenze zu Panama mitnehmen und von da aus direkt nach Medellín fliegen, oder weiter die Küste und über Land mit dem Bus nach Medellín hoch. Von dort aus runter zum Pazifik nach Nuqui und von dort aus rüber nach Thermales. War ein freundlicher Tipp sowohl vom Andres (Kolumbianer) und auch vom Oly, der mich vor der Abreise noch etwas mit Infos versorgt hatte. Der Oly kennt da ein Ressort, das er sehr empfehlen kann und der Andres meinte, ich soll einfach direkt nach Termales fahren, da gäbe es Unterkünfte. So werde ich es auch machen. Da ein wenig Zeit verbringen. Dann muss ich ja wieder zurück nach Santa Marta, weil mein Heimflug von da aus startet. Wäre tatsächlich besser gewesen, München-Bogotá zu buchen. Wenn der Hunde ned….
Aber dann zum Ausklang wieder ein paar Tage Taganga/Santa Marta (mit vielleicht bis dahin geöffnetem Tayrona-Park), das wäre schon ein guter Abschluss. Und würde mich wieder ein wenig in Richtung Deutschland akklimatisieren. (wegen der vielen Touries und dem Kommerz)


Taganga – Mittwoch 20.02.19

Langsam klappt es besser mit dem länger schlafen. Um 04:30 bin ich kurz aufgestanden, auf die Dachterrasse gegangen und habe das Musikantenstadel-Training des Federviehs verfolgt und die Stimmung genossen, die Ruhe und den Frieden der Nacht, der leicht mit dem Wind von den Bergen herunterweht und nur darauf wartet, von mir aufgesogen zu werden.
Dann wieder ins Bett und tatsächlich bis 9 geschlafen. Die sympathische Servicefrau, „La Guajira“, baute mir ein Arepa-Frühstück und bis ich dann mit dem Ratsch und mit den Webaktivitäten fertig war, da konnte ich auch schon wieder los zum Mittagessen. Bei „La Mona“ gönnte ich mir einen leckeren Fisch. Die nette Bedienung bot mir verschiedene Fische an und versuchte mir auf Spanisch die Unterschiede der einzelnen Fische zu erklären. Ich habe dann, nach längeren Ausführungen ihrerseits, nur mitbekommen, wie sie zu einem anderen kolumbianischen Gast sinngemäß meinte, „je mehr ich erzähle desto weniger kapiert er…“. Daraufhin sagte ich, dass ich gerne den kleinsten Fisch der Auswahl hätte. Darauf konnten wir uns einigen 😊

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Der leckere frischgemixte Fruchtsaft durfte nicht fehlen. Was allerdings fehlte, das war Bares beim Bezahlen. Ich hatte nur noch 10.000 Pes. dabei, die Rechnung machte aber 18.000 COP. Dafür hatte ich noch 5 $ dabei. Aber das machte die Bedienung nicht glücklich. Da lies ich ihr die 5 $ quasi als Pfand da, und versprach gleich wieder zu kommen und das Pfand wieder auszulösen. Weil im Hostel hatte ich ja noch Geld. Es dauerte keine 5 Minuten und ich war mit Barem wieder da und erwischte gerade noch Senora „La Mona“ (sicher deutlich über 80 Jahre alt) beim Nachhauseweg. Leider hatte ich nur einen 50.000er Schein, den konnte sie natürlich nicht wechseln, so gab sie mir die 5 $ wieder zurück und meinte, ich solle entweder die 5 $ oder die 50.000 COP wechseln und dann meine Schuld begleichen. OK, ich ging runter zur Beach, bestellte mir zwei Getränke, ganz relaxt und zahlte dann mit meinem 50.000er-Schein. Der Camarero war eher nicht begeistert, konnte aber nicht anders und ich hatte mein Kleingeld, 2 x 20.000er-Scheine. Mit dem ging ich zum „La Mona“ um meine Schulden zurückzuzahlen. Die konnte mir aber nur 10.000 rausgeben, so blieb jetzt Sie mir 4.000 COP schuldig, die ich in den nächsten Tagen einlösen sollte/konnte. Also, die Geschichte geht weiter und so kann man auch den Nachmittag rumbringen…

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Taganga – Dienstag, 19.02.19

Relativ frühes Aufstehen, so um 07:00 Uhr rum. Langer Ratsch über Gott und die Welt mit der Haushälterin aus Guajira, die sich auch ganz problemlos die mindestens 2 Stunden Zeit dafür nahm. Wäre bei uns in Deutschland ja eher nicht so üblich, wenn ich da an die Putzleute in den Hotels denke, die quasi im Minutentackt ihr Soll an Zimmern abfertigen. Sehr schön!

Dann war es auch schon fast Mittag, Ich ging zum Restaurant „La Mona“, um mir an diesem Tag nur ein Mittagessen zu gönnen und das Abendessen mal weg zu lassen. („Drittemonats-Problematik“…). Diesmal war es richtig gut besucht. War froh, dass ich einen Platz bekommen hatte. Um einen Vergleich mit dem Vorabend zu haben bestellte ich wieder Arroz con Camarones, was ich definitiv nicht bereue. Dazu gab es zwar schon eine leckere Suppe und selbstgemachte Limettenlimonade, aber, ich bestellte mir nochmal den leckeren Nispero-Saft dazu. Alles zusammen für 19.000 Pesos = 5,40 €. Da kann man wirklich nicht maulen.
Bin immer wieder überrascht, ob der freundlichen Verhaltensweisen mancher Kolumbianer. Da muss man wirklich mit seinem ersten Urteil sehr vorsichtig sein. Da saßen zwei so Jungster, fett tätowiert mit Merkwürdigkeiten, wenn aber ein kleines Kind vorbeilief, dann wurde freundlich gewunken und natürlich zurück. Wenn der Plastikhalm oder die Serviette durch den böigen Wind runterfiel, dann wurde der geholt. Als eine Großfamilie in das vollbesetzte Restaurant kam, da standen die beiden auf und warteten stehend bis sie zahlen kann, um der Großfamilie den Platzt zu räumen.

Ich verzog mich dann zum Strand und genehmige mir ein Bier als Absacker und Vorbereitung für eine Siesta, welche ich dann auch gleich in Angriff nahm. Vorher mache ich allerdings noch einen Schwenk Richtung Nordseite des Strandes, wo die Fischer ihr Refugium haben und von wo aus es über die Klippen zu Fuß in Richtung Playa Grand geht. Da haben sie jetzt regelrechte Treppen gebaut, da muss man nicht mehr mit den Händen nachhelfen.

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Nur die heftigen Wind-Böen in der Kombination mit den steilen Klippen (weiter hinten) sind noch zu meistern. (und immer noch ab und zu, wie mir von mehreren Seiten bestätigt wurde, die Überfälle auf dem Weg). Da kommen richtig gute Stellen um Fotos vom Playa-Taganga zu machen. Aber bei der Hitze tue ich mir die halbe Stunde bis Playa Grande nicht an, ich gehe zu meiner Siesta ins Hostel.

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Erste neue Eindrücke von Taganga

Eigentlich der erste richtige Tag. Durch den Jetlag war ich schon sehr früh auf den Beinen, noch vor Sonnenaufgang begab ich mich auf die Terrasse des Hostels und genoss die Trainingsrunden der lokalen Hähne für den Musikantenstadel, die ich schon lange vorher im Zimmer aufmerksam verfolgte. Die nächtliche Dunkelheit wurde ganz langsam über Taganga weggezogen, wie eine leichte, aber lichtundurchlässige Decke, die Sterne dimmten ihr Licht weg, wie im Kino, wenn der Film angeht. Die ersten rotwarmen Vorboten des satten karibischen Lichts wurden am Himmel stärker und stärker. Der warme böige Wind machte immer wieder kleine Pausen. Stück für Stück veränderte sich das morgendliche akustische Ensemble indem auch andere Tiere in die Session mit einstiegen. Viele Sittiche, Hunde, dann auch mehr und mehr Menschen, die sich auf den Weg zur Tienda ums Eck machten, bereits in die Arbeit mussten oder nur einen ersten Ratsch mit den Nachbarn hielten. Die nächste Eskalationsstufe war, dass erst aus einer, dann aus immer mehr Richtungen Vallenato-Klänge zu hören waren. Klar, Menschen in Taganga und ohne Vallenato, das geht überhaupt nicht!

In diesem Zusammenhang sei noch der direkte Nachbar des Hostels, auf der gegenüberliegenden Straßenseite erwähnt, aus dessen Haus praktisch ohne Unterbrechung die ganzen alten Bullerengues, Gaitas, Mapales, Sanjuaneros und Co. dröhnten. Alte Cumbias, sehr nach meinem Geschmack!

Ich habe mich dann aufgemacht eine kolumbianische Telefonkarte zu kaufen. 7 € für eine Claro-Prepais-Karte mit (nur) 2 GB Datenvolumen. Aber das kann man dann ja bei Bedarf nachkaufen. Ist günstig. Der junge Mann in der Tienda (Copy-Shop oder so) baut sie mir auch rein und aktiviert sie. Da bin ich recht froh, denn den Anmeldeprozess der Karte hätte ich schon gemeistert, aber, das hätte sicher den Vormittag gedauert bei mir.

Das Frühstück im Hostel habe ich verschmäht, ich bin gleich runter zu „La Mona“, hab mir ein leckeres Frühstück und (endlich) einen Jugo de Nispero geordert. Speziell auf den Nispero-Saft freute ich mich schon eine ganze Zeit. Die Mispelart sieht zwar aus wie eine zu klein geratene, schmutzige Kartoffel, hat aber einen speziellen Geschmack. Das gelbliche, leicht körnige Fruchtfleisch um die Kerne hat einen leicht nussigen Geschmack, mit einer Note von Karamelle und mit einer Art von Crispy-Effekt. Sehr lecker, aber, sicher nicht jedermanns Geschmack., Aber für mich ist sie extrem lecker und ich hatte sie in den 8 Jahren nicht vergessen.
Dann hockte ich mich in eines der Restaurants am Strand, um in dieser „geschützten Atmosphäre“ ein paar Sätze zu schreiben. Das ist immer recht angenehm, weil, man hat einen Drink in der Hand und kann trotzdem seinen Blick über das sinnliche Strandleben gleiten lassen. Man wird nicht dauern wegen Souvenirs, einer Bootstour oder irgend anderen Touri-Geschichten angequatscht.

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Anreise und Ankunft in Taganga – Santa Marta

Noch ein paar Anmerkungen zum Schreibstil und die „Qualität“ der aufgenommenen Ereignisse. Diesen Blog schreibe ich im Endeffekt für mich selbst. Daher nicht wundern, wenn da manchmal scheinbar banale Dinge drinstehen. Ich fand es interessant und möchte es mir merken. Daher steht es hier im Text 😊 und bei meiner Art zu schreiben (ich sag mal so) nehme ich keine Rücksicht auf irgendwelche Befindlichkeiten oder Vorstellungen Anderer.

Gestern, am 16. Februar ging es los. Der Flug sollte um 21:45 vom Flughafen München direkt nach Bogotá starten. Ich setze mich an der Hackerbrücke in die S-Bahn, die fährt ein paar Meter und bleit praktisch in Sichtweite zu meiner Wohnung stehen.

S-Bahnhof Hackerbrücke München

Nach kurzer Zeit meldet sich der Fahrer, meint nur lapidar, wegen technischer Probleme bliebe die S-Bahn hier auf unbestimmte Zeit stehen. Ich war nicht knapp dran, aber, ein wenig komisch wird es einem dann nach 10 Minuten doch. Nach 15 Min ging es im Schritttempo zur Station Donnersberger Brücke. Nicht vertrauenserweckend, so dass ich überlege, an der Donnersberger auszusteigen und mit der Flughafen-S-Bahn in die gegengesetzte Richtung über Ostbahnhof zu fahren. Die hätte eigentlich gleich kommen müssen. Aber nachdem der Fahrer nichts mehr von irgendwelchen technischen Problemen berichtete blieb ich einfach sitzen. Und es ging gut weiter und ich habe ganz relaxt das Flugzeug geentert. Interessant war, dass die Schlange am Gepäck-Drop-Off für die, die sich bereits online eingecheckt hatten, im Endeffekt länger und zeitintensiver war, als die Schlange für das normale Check-In. Der Vorteil vom Online-Check-In bleibt, dass man sich das Ticket im Endeffekt nicht ausdrucken muss. Es reicht, wenn man das Smartphone mit der Abbildung des QR-Codes zum Scannen zeigt.

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