Dienstag, 15. März – Tayrona Park, Playa Concha mit Wilson

Wir wollten um 09:00 Uhr am Taganga-Strand unten sein um Geld am Geldautomaten abzuheben (bei mir hat das in Taganga NIE geklappt) und dann ein Boot zum Tayrona-Park zu organisieren. Die fahren da meist gegen 10:00 Uhr ab und man kann sich angeblich problemlos ab 09:00 Uhr anmelden. Die Tia Luisa kam aber erst gegen 09:30, was bedeutete, dass es meiner Einschätzung nach an diesem Tag eher nicht mehr funktionieren würde. So trippelten wir runter, da war es dann schon 09:40, der Geldautomat hat natürlich wieder nichts rausgerückt. Da wurde es bei mir dann schon recht eng mit dem Geld. Ich hatte genau noch 3000 Pesos. Das hätte gerade zu einem Superspar-Frühstück gereicht.Aber die ML hatte ein wenig Kohle dabei. Das bewirkte, dass wir uns nach kurzer Kalkulation entschieden, das Angebot von Wilson anzunehmen, mit ihm und seinem Boot nach „Playa Concha“ im Tayrona-Park zu schippern. Ich holte noch schnell meine Flossen vom Hotel und schon ging es mit seinem relativ kleinen einmotorigen Boot los. Vorbei an den ganzen kleinen Stränden in der Verlängerung von Playa Grande. An der Landspitze war das Wasser ganz ruhig und lud zum Schnorcheln ein. Aber gleich dahinter bewirkte der Wind, dass das Wasser schon ein wenig aufgewühlter war. Es ging weiter bei steifer Brise. Auf der Höhe von Playa Brava wurde es dann doch recht ungemütlich im Boot. Die Wellen wurden höher und höher, da wir aus dem Windschatten der Küstenbuchten und vorgelagerten Inseln heraus fuhren. Kurz vorher hat der gute Wilson noch schnell seinen Motor richtig festgeschraubt. Ich denke das war gut so, es hat uns tüchtig durchgeschüttelt, Tia Luisa hat sich mit Händen und Füßen in das Boot eingespreizt. Auf dem Oktoberfest muss man einen Haufen Geld für ähnliche Vergnügungen ausgeben! Ich habe es sehr genossen. War auch nur ein kleiner Teil von circa 10 Minuten der in etwa 40 Min dauernden Fahrt. Pitschnass sind wir dann an der riesigen Playa Concha angekommen. Da war fast niemand. Klar,  Montag… Der Strand ist übrigens von Santa Marta aus auch per Straße erreichbar. Die Katrin ist ja zwei Wochen vorher bereits mal per Motorrad hingefahren und hat ihre Erlebnisse bereits beschrieben. Der gute Wilson übergab uns in die Hände eines „persönlichen Buttlers“, dessen Namen ich leider vergessen habe. Recht sympathischer alter Herr, der uns mit Getränken in der Kühlbox versorgte, Fische anschleppte, damit wir aussuchen konnten, welchen wir dann später zum Mittagessen verspeisen wollten. Wir teilten uns einen recht großen länglichen, der mir nach optischer Kiemen- und Augenprüfung und einer Druckprüfung der Fleischkonsistenz recht frisch schien. Aber wer weiß schon ob der ausgewählte Fisch dann wirklich auf dem Teller lag…. Welcher Fisch auch immer es war, er schmeckte uns recht gut, ML, der „zufällig“ anwesenden Katze und mir. In der Kombination mit der Fischsuppe als Vorspeise, dem Kokosreis und den leider recht trockenen Tostones.  Der Strand war wirklich menschenleer, die ML konnte endlich zu ihrem ausgedehnten Strandspaziergang ansetzen, den sie sich schon soooo lange gewünscht hatte. Gemeinsam verzogen wir uns dann an das Ostende des Strandes, wo die Klippen begannen. Ich wollte endlich wieder ein wenig im erhofften klaren Wasser mit Korallen und vielen Fischen rumschnorcheln. Bin dann gleich ins Wasser. Der Ausflug dauerte allerdings nicht länger als 5 Min. Das Wasser war nicht klar und es waren so viele Quallen im Wasser, egal wo ich hinschaut. Ich kannte diesen Typ Quallen nicht, wobei ich zugeben muss dass ich mich mit Quallen eigentlich gar nicht auskenne . Machte Fotos, um diese dem Wilson zu zeigen und ihn um eine Einschätzung zu bitten. Auch weiter die Küste lang waren überall diese Quallen, daher entschloss ich mich, wieder umzukehren. Einen gerade am Strand vorbeigehenden  Fischer fragte ich um Rat, indem ich ihm das mit der wasserdichten Kamera geschossene Foto zeigte. Er meinte, dass die nicht gefährlich wären, nur ein wenig brennen. Da dachte ich mir dann, dass ich schon die richtige Entscheidung getroffen hatte.
Wir hingen dann die ganze Zeit am Strand rum und ich habe mir in der Sonne vor allem mein Gesicht und auch meine Oberbeine recht tüchtig verbrannt. Als wir gegen 16:00 Uhr zur Rückfahrt in das Boot stiegen war ich schon rot wie ein Krebs. Die Strahlung auf dem Wasser unterschätzt man immer wieder, ich hätte mich aber auch wenigstens ein wenig einschmieren können, obwohl ich schon so braun war…
Die Rückfahrt war dann schon nochmal etwas spektakulärer, die Wellen waren noch höher. Der Wilson stand hinten, vermutlich um die Wellen besser im Blick zu haben. Er arbeitete auch recht stark mit der Geschwindigkeit des Bootes, um einen halbwegs angenehmen Weg durch das aufgewühlte Wasser mit den recht unterschiedlich hohen Wellen zu finden.
Ich überlegte mir, was wohl am besten zu tun wäre, wenn er ganz unerwarteter Weise, rücklings aus dem Boot fallen würde. Denn, es schaukelte schon unglaublich und ständig spritzen Schwalle von Wasser ins Boot. Meine Taktik wäre gewesen der Tia Luisa zu sagen, dass sie den Wilson im Wasser schwimmend nicht aus den Augen verlieren sollte, während ich  versuchen würde, das Boot zurück zu fahren. Aber realistisch ist es natürlich so gewesen, dass, wenn der Wilson den Gasgriff des Motors aus der Hand verloren hätte, der Motor sofort in „Standgas“ zurückgegangen wäre und somit das Boot nicht viel weiter gekommen wäre. Der Wilson hätte halt ein wenig schwimmen müssen.
Schon wieder in ruhigeren Gewässern, weit nach Playa Brave, da haben wir dann noch ein paar Anhalter mitgenommen, welche uns von der Steilküste aus vom Wasser bei den Felsen zuwinkten. Erst dachten wir noch, „die sind aber freundlich“, aber, der Wilson hat das dann anders interpretiert und ist recht nahe an die Felsen ran, so dass die drei Jungs zusammen mit ihren gefangenen Fischen das Boot entern konnten. Einer hatte mit seinen großen Angelhaken seine Hose im Schritt total zerrissen und versuchte den oder die Haken aus der Hose zu entfernen. Sie hatten eine stattliche Anzahl an Barrakudas dabei und benutzen uns als Taxi nach Taganga. Hama gern gemacht! War ein recht ausgefüllter Tag, an dem wir beide viel Spaß hatte! Vielen Dank an den Wilson, den man sehr empfehlen kann. Man muss am Strand in Taganga einfach nach ihm fragen. Ich kann ihn sehr empfehlen und er macht einige Touren mit dem Boot in den Tayrona-Park.

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