Dienstag + Mittwoch, 21. + 22.03.2020 Heimreise Bogotá über Barcelona nach München

Der Flug ging erst gegen 23:00 Uhr. Aber, ich wollte ihn mir nicht wegschnappen lassen. Daher fand ich mich nach einem leckeren Frühstück (inzwischen hatte ich glücklicherweise wieder Appetit) bereits am Vormittag am Flughafen ein. Den konnte man inzwischen nur mit einem gültigen Ticket und Platzkarte betreten. Die hatte ich!
Ich ging NICHT zum Avianca-Schalter, wie in der E-Mail von Avianca gebeten, sondern gleich zum Gepäck-Drop-Off, denn, ich hatte ja schon eine Boardingcard und wollte keine weiteren Komplikationen erleben. Das funktionierte hervorragend, ich war mein Gepäck los und konnte somit durch den Zoll und Sicherheit. Auch das klappte und ich wurde langsam ruhiger. Wenn ich jetzt keine Lautsprecherdurchsage mit meinem Namen hören würde, dann war mir der Flug recht sicher. Jetzt musste ich nur die Zeit bis zum Abflug totschlagen. Inzwischen liefen am Flughafen viele mit Mundschutz rum. Bis auf wenige Ausnahmen waren alle Geschäfte geschlossen. Am späten Nachmittag erfuhr ich von einer Leidensgenossin aus München (Salsera) per WhatsApp, dass es an einem bestimmten Shop auch Masken geben würde. Tatsache, ich kaufte mir eine und fühlte mich für den Flug, vor allem aber für Barcelona, gut gewappnet.

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Montag, 20.03.2020 Fahrt Risaralda nach Pereira und Flug nach Bogota + Corona-Buchungs-Chaos

Nach einem leckeren und relaxten Frühstück ging es schon relativ früh los nach Pereira, denn, der Flug nach Bogotá war für 13:00 Uhr angesetzt. Germán wollte Nebenstrecken fahren, damit ich noch was zu sehen bekomme. Das bekam ich dann auch, die Landschaft dort ist traumhaft. Die Städte auf den Bergkämmen, die Ausblicke in die fruchtbaren üppigen Täler, die überschwängliche Vegetation, ich konnte mich nicht sattsehen und war froh, dass mir Germán noch so ein schönes Abschiedsgeschenk bereitete.

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Sonntag, 19.03.2020 – Risaralda, das kleine Paradies in der Kaffeezone

Das frühe Aufstehen um 06:00 Uhr war definitiv kein Problem, ich hatte eh kaum geschlafen. Der Morgen graute bereits, der Hahn gab sein Bestes, Germán und Paula waren bereits wach und schon ging es los, zu Fuß den steinigen Weg, ich mit meinen dünnen Stoffschuhen. Vorbei an den Fincas der Nachbarn, die vier Hunde waren mit dabei, die Katzen blieben zuhause und der Truthahn ebenfalls.

Es ging steil bergab, so circa 250 Höhenmeter bei grandioser Aussicht ins Risaralda-Tal, bis wir in einem Bambusfeld an einen kleinen Bach kamen, der in der Talsohle munter vor sich hinströmte. Fest eingewachsen durch die ganzen großblättrigen tropischen Gewächse. Eine herrliche und beeindruckende Landschaft.

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Samstag, 18.03.2020 – Medellin und Fahrt in die Kaffeezone über Anserma nach Risaralda

Die Nacht konnte ich nicht schlafen vor Anspannung, wegen der unsicheren Lage. Es kündigten sich Ausgangssperren und die Einstellung aller nationalen Verbindungen an. Daher fuhr ich, wieder etwas nervös geworden ganz in der Früh, kurz nach 07:00 Uhr, zum nationalen Flughafen Medellín, weil dort ein Avianca-Büro war, bei dem ich mich nach meinem Rückflug am 24.03. erkundigen wollte. Dort stand schon ein deutsches Pärchen, sie in Tränen aufgelöst, er mit angespannter Mine. Die beiden hatten das Problem, dass sie erst seit einer Woche in Kolumbien waren. Das bedeutete, sobald sie in ein Hotel gehen würden, wären sie für 14 Tage in Quarantäne und somit handlungsunfähig, denn, per Telefon ging ABSOLUT Nichts! Es gab die Anweisung, dass ALLE Touristen, die nicht bereits 14 Tage in Kolumbien waren, in Quarantäne mussten. Das hätte mir im Hotel Zandalo auch fast geblüht, bis sich die gute Rezeptionistin doch genauer informierte. Aus dem Hotel heraus ist man tatsächlich handlungsunfähig, denn, alles Telefonzentralen waren total überlastet, per Telefon ging nichts. Es ging nur was persönlich in den entsprechenden Büros. Aber, es gab keine Flüge, ich mit meinem Flug am 24.03. war zu beglückwünschen, andere wären froh gewesen um dieses Ticket. Auch gab es keine Möglichkeit für mich auf einen früheren Flug umzubuchen. Daher war ich mir jetzt sicher, ich würde noch ein paar Tage bei Paula und Germán in Risaralda verbringen.

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Freitag, 17.03.2020 – Medellin, ganz still und unauffällig, Jeanskauf in Shopping Mall Unicentro

Die Nacht war schrecklich, weil sich die Meldungen, die ich bezüglich Corona aus Deutschland bekam, immer schlimmer anhörten. Die Seite der deutschen Botschaften, auf der man seinen Aufenthaltsort aktuell halten sollte, war nicht mehr erreichbar, unter der Flut der Anfragen. Ich schlief nicht viel und überlegte hin und her was ich machen sollte. So ging ich erstmal raus und kaufte mir im Einkaufszentrum, circa 20 Minuten zu Fuß, eine neue Jeans. Da waren aber die Hosenbeine zu lang. Also musste man die Hose kürzen lassen. Was kein Problem darstellte, denn, die Verkäuferin gab mir im riesigen Einkaufszentrum den Namen einer Schneiderei, die dies sofort erledigen würden. Ich ging hin und zog die neue Hose an, damit sie abstecken konnten, wieviel die Beine gekürzt werden sollten. Als ich die neue Hose anhatte und er das Maß nahm, bekam ich einen starken Hustenreiz, der sich immer weiter steigerte. Dadurch, dass ich ihn schon einige Zeit unterdrückt hatte, brach der Husten ganz unvermittelt und ohne, dass ich es steuern hätte können, in einer Gewalt aus und gleichzeitig begann ich zu schwitzen und wurde ganz rot im Gesicht. Das Entsetzen der Leute um mich war nicht zu übersehen. Ich verzog mich schnell in die Umkleidekabine, schmiss regelrecht die neue Hose hin und verlies fluchtartig das Geschäft und wollte nur raus aus der riesigen Shopping Mall, um nicht auch noch festgenommen zu werden und in einem Krankenhaus unter Quarantäne zu landen. Auf halben Weg zur Straße stelle ich fest, dass ich meine Tasche mit allen meinen Papieren und meinem Geld in der Umkleidekabine vergessen hatte. Es half nichts, ich musste zurück, und zwar so schnell wie nur möglich. OK, nochmal hoch, alle guckten komisch, aber ich musste in die Umkleidekabine und da war meine Tasche auch noch da. Glücklicherweise. Ohne Pass, das wäre blöd gewesen…

Ich bekam nach einer halben Stunde meine gekürzte Hose, die ich dringend für die Kaffeezone benötigte, denn, ich hatte mich doch entschlossen, Paula und Germán zu besuchen, zumindest für zwei oder drei Tage.

Germán gab mir die nötigen Tipps, von wo ich mit welchen Buslinien am nächsten Tag losfahren sollte. Der Busbahnhof Süd war eigentlich gleich beim nationalen Flughafen Olaya Herrera Medellíns. Und tatsächlich, ich wunderte mich selbst über mich und diese Entscheidung, doch noch in die Kaffeezone zu fahren. Ich verbrachte die Nacht im Hotel, ganz still und zurückgezogen, aber überhaupt nicht relaxt und plante dennoch für den nächsten Tag die Busfahrt in die Kaffeezone.

Donnerstag, 16.03.2020 – Flug Nuqui nach Medellin

Bereits die Nacht über bemerkte ich eine leichte Erkältung. Husten, Halskratzen und sogar erhöhte Temperatur, oder sogar Fieber. Mir war schon klar woher das kam. Vorgestern hatte ich pitschnass im Wind in der Hängematte gelegen, am Strand von Jovi und habe da auf Santiago mit seinem Boot gewartet. Sicher drei Stunden. Dies, in der Kombination mit der Anstrengung, war der klare Grund meiner Erkältung. Ich hatte es auch am Vortag bereits gespürt. Es war ein denkbar schlechter Moment für Husten, Niesen und Schnupfen…
Bereits um 08:00 Uhr stand ich, nach unruhiger Nacht, beim Reisebüro auf der Matte. Sie hatte mir beim letzten Mal bereits erklärt, dass sie im Reisebüro trotzdem eine Möglichkeit haben, ein Ticket über Kreditkarte zu verkaufen, nachdem ich ihr meinen Groll über den misslungenen Onlinekauf erzählte. Aber ich hatte ja noch genügend Bargeld… So händigte sie mir mein Ticket aus und alles ging problemlos und schnell. Dann ging es zurück ins Hotel, um mein Gepäck fertig zu machen. Das meiste war bereits gepackt. Ich lies viele Sachen im Hotel. Schnorchelausrüstung, Strandschuhe, alles was ich in Medellín nicht mehr brauchen konnte und Gewicht kostete. Die sympathische Putzfrau würde sich freuen, dachte ich mir. In der Farmacia beim Flughafen wollte ich mir noch Handdesinfektionsmittel und Masken für den Rückflug kaufen. Da war nichts mehr zu wollen. Es gab nur noch eine Literflasche Alkohol, die ich kaufte, weil ich den in die kleinen Kunststofffläschchen umfüllen konnte, die ich eh dabeihatte.

Um 12:00 Uhr sollte der Flug gehen. Ich fand glücklicherweise ein Mototaxi, dass mich mit meinem „roten Monster“ und dem restlichen Gepäck zum Flughafen brachte. Ich war eine Stunde vorher dort, checkte problemlos ein (wegen der Erkältung hatte ich ein wenig Angst) und ging dann rüber zum Frühstücken, in das Lokal direkt gegenüber dem Flughafen. Ich hatte den Tag über noch keinen Bissen runtergebracht, durch die Anspannung wegen der ständigen Eskalation der schlechten Nachrichten bezüglich Corona. Die Ankunft des Flugzeugs verzögerte sich leider um zwei Stunden. So hing ich am Flughafen rum und ratsche mit einem Amerikaner, der da gerade mit ein paar Partnern ein großes Ressort aufbaute, irgendwo zwischen Nuqui und Arusi.
Diesmal war es eine wirklich kleine Maschine. Ein Achtsitzer in einem recht ramponierten Zustand. Alles egal, ich war froh dass ich noch eine Möglichkeit hatte, so problemlos nach Medellín zu kommen. Wir waren nur 5 Fluggäste in der Maschine und die Maschine hatte definitiv bereits bessere Tage gesehen und es war recht laut, aber sie hob ab und flog brav in einer Stunde nach Medellín.

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Mittwoch, 15.03.2020 – Nuqui

In Nuqui hatte sich das Klima inzwischen verändert. Nicht nur dass es regnete, auch das Klima der Menschen. Es war (für die Verhältnisse in Nuqui) angespannt. Ich ging mittags in das Restaurant „Las Flores“, das letzte Mal für einige Zeit, ansonsten ordnete ich meine Sachen im Hotel. Inzwischen war ich der einzige Gast. Auch ein wenig gespenstisch…
Auf dem Weg zum Hotel traf ich noch ein älteres deutsches Pärchen, das von diesem Corona-Hype noch nicht so viel mitbekommen hatte. Ich erzählte von der Liste der Deutschen Botschaft, in die man sich eintragen konnte, dass man erfasst war, falls eine Rückreise unmöglich wurde. Aber die machten sich nichts daraus, waren Rentner und wollten die Zeit in Nuqui aussitzen. Eigentlich eine gute Idee, ich hatte ja auch darüber nachgedacht, aber, mir wurde es dann doch zu heiß. Wenn die Restaurants und Läden alle zumachen würden, vielleicht sogar das Hotel schließen würde, da wäre ich aufgeschmissen! Klar, der Skipper Santiago sagte mir, er würde mir eine Wohnung besorgen, in der ich in dieser Zeit bleiben könnte. Aber ich stellte es mir nicht mehr ganz so easy vor wie am Anfang. Auch brauchte ich eine gute Internetverbindung, die ich im Hotel Las Palmas del Pacifico immer hatte. Wenn das zumachte, dann war auch nichts mehr mit dem relaxten und ausgiebigen Hängemattenorgien auf der Terrasse vor dem Hotelzimmer.
Die ersten Menschen liefen in Nuqui tatsächlich mit Masken rum. Spätestens jetzt war mir klar, dass ich umgehend nach Medellín musste, da bereits angekündigt war, dass Kolumbien die internationalen Flugverbindungen streichen würde. Darüber hinaus auch eine Ausgangssperre und die Einstellung aller nationalen Bus- und Flugverbindungen erwog. Ich wusste, dass ich aus Nuqui so schnell nicht wegkommen würde, wenn ich mich nicht SOFORT auf den Weg machen würde. Zumindest nach Medellín musste ich kommen. Auch Katrin und Marie-Luise versorgten mich aus Deutschland per WhatsApp mit wichtigen (aber nicht beruhigenden) Informationen. Den beiden lieben Reisefreunden aus der Kaffeezone, Paula und Germán, die mich zu sich auf ihre Finca eingeladen hatten, sagte ich per WhatsApp ab. War mir zu heiß, jetzt auch noch dorthin zu fahren.

In Nuqui gab es am Abend nochmal eine dieser Trommlerrunden in der Nähe des Flughafens. Das scheinen die regelämüig und in wechselnder Besetzung zu machen. Auch der Wirt der speziellen „Selva-Schnäps-Verkostung“ war mit unter den Spielern. Sowie ein Mitreisender beim Flug am nächsten Tag, wie ich später bei der durchsicht der Fotos feststellte.

Dann versuchte ich am Abend per Internet ein Ticket bei San Germán von Nuqui nach Medellín zu buchen. Wieder ohne Erfolg, es scheiterte, wie schon früher, an den „unsicheren“ Kreditkarten aus Deutschland. Keine Chance! So beschloss ich, am nächsten Tag gleich in der Früh in das Büro der Fluggesellschaft Sain Germán zu gehen und mir mein Ticket zu buchen.

Samstag, 14.03.20 – Fußmarsch Guachalito nach Jovi und Rückfahrt nach Nuqui

Ich stand relativ früh auf, so gegen 07:30 rum, geweckt von den Kindern und allen möglichen Menschen, die um diese Zeit schon rumliefen. Zum Beispiel Fischer und ein Maler mit Team, der Santiagos Schwimmwesten beschriftete. Ich holte mir im „Küchenhaus“, das weiter hinten am Wald lag, einen Tinto (schwarzen Kaffee) mit einem kleinen Brötchen. „Das muss man in den Kaffee eintauchen, das macht man hier in Kolumbien so“ belehrte mich der circa 11jährige Sohn der Zahnsonnenkönigin (Bericht vorher). OK, sabbere ich halt rum, dachte ich mir. Aber es verlief relativ sauber. Dafür holte mir der kleine Bursche dann verschiedene Früchte der umliegenden Bäume zum probieren runter. Da waren ausgesprochen lecker Früchte dabei, deren Namen ich mir leider nicht merken konnte.

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Freitag, 13.03.20 – erneute Fahrt nach Guachalito

Mittags ging es los. Diesmal nicht vom „Touri-Steg“, nein, ich holte Santiagos Frau zuhause ab und wir liefen bis fast ganz hinter in südlicher Richtung, bis zu einer Indianer-Community. Dort hatte Santiago sein neues Schiff stehen und putzte es gerade mit zwei Kids. Die Schraube musste noch dran, die Sitzbänke noch montiert werden. Auch das Dach war noch nicht montiert. Ich beobachtete alles von der „Tankstelle für Schiffe“ der „Hermanos K“ aus. Ich besorgte mir noch schnell zwei Flaschen Wasser für die Überfahrt. Ich hatte noch nichts gefrühstückt, aber, auf dem Weg hatte sich auch nichts ergeben und die Frau von Santiago meinte, es würde dann eh Essen geben, sie hatte zwei dicke Taschen dabei, vermutlich voll mit Lebensmittel.

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Donnerstag, 12.03.20 – Nuqui – Hängematte und Abendspaziergang

Man muss nicht immer was machen in Nuqui und das hatte ich auch an diesem Tag so gehalten. Nur das Mittagessen durchbrach ein wenig die „stoische Routine“ des Nichtstuns. Und später, nach der Siesta, da machte ich noch einen wunderschönen Strandspaziergang von Nuqui in Richtung Norden. An diesem riesigen und unendlichen langen Strand. Die Flut war schon da, so dass der Platz auf dem Sand ein wenig knapp war, wenn man nicht ständig im Wasser waten wollte. Ich ging über die Strandbar raus und hoch, den Kilometer bis zur zweiten (und letzten) Strandbar. An der war nichts los, es waren aber schöne Holzbänke montiert, die zwar nicht ganz so bequem waren, aber die Stunde bis zum kompletten Sonnenuntergang konnte ich es darauf gut aushalten.

Durch das Internet ging schon ein „Raunen“, bezüglich kompletter Einstellung des Flugverkehrs mit Europa wegen dem Corona-Virus. Nachdem mein Flug erst am 24.03. ging, wurde mir langsam ein wenig mulmig, im Bewusstsein der exponentiellen Steigerung der Krankheitsfälle in Europa, wohl in Zukunft auch in Kolumbien und der Tatsache, dass keine Touristen mehr ankamen, weil sie entweder gar nicht mehr losflogen, oder in eine 14tägige Quarantäne mussten, wenn sie aus Europa hier in Kolumbien ankamen. Peru, Ecuador und Bolivien hatten den Flugverkehr mit Europa bereits eingestellt. Da kommt man ins Grübeln…

Aber ich hatte auch was zum Freuen, denn, am nächsten Tag wollte Santiago mit mir, Frau und Freunden nach Guachalito fahren und dort dann bis Samstag bleiben. Da war ich gerne dabei!

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Mittwoch, 11.03.20 – wegen Regen nicht nach Tribuga

Genau als ich aufstand, da fing es in Strömen zu regnen an. Das motivierte nicht, am Strand in Richtung Tribuga loszulaufen. Es waren sicher 2 Stunden zu laufen und bei Regen…

Wobei, später, bei genauer Betrachtung, da bereute ich die Entscheidung ein wenig, denn, wenn es so bewölkt war wie gerade, dann war es auch nicht so heiß, denn die Sonne knallte nicht so unbarmherzig runter, wie sie es sonst speziell am Strand gerne macht. Vor allem zur Mittagszeit. Dadurch dass es so bedeckt war, wäre es sicher recht angenehm gewesen, die Strecke anzugehen. So ging ich recht entspannt zum Frühstücken, dann ins Hotel.

Im Laufe des Tages machte ich meine Rechnung mit dem Hotel klar. Eine Nacht im Las Palmas del Pacifico kostet (natürlich ohne Vorbuchung über booking.com, sonst deutlich teurer) circa 9 € (40.000 Cop). Die über 14 Nächte haben 130 € gekostet. Da kann man nicht maulen! Das kostet in München EINE Nacht in einem SEHR günstigen Hotel.

Santiago, bei dem ich auf dem Weg zum Frühstück auf einen Kaffee eingeladen war, schlug mir vor, am nächsten Tag nach Guachalito mitzufahren. Er müsse da jemand abholen, ich könnte in der Unterkunft seines Bruders nächtigen und zwei Nächte dortbleiben. Dann würde er mich wieder abholen. DAS hörte sich gut an, denn, die Abende und Nächte am Strand von Guachalito waren immer absolut genial gewesen. Auch wenn der noch relativ volle Mond verhinderte, das „Algenglühen“ am Abend im Wasser am hinteren Strand zu sehen, weil es zu hell war. Allein der schwarze Sand, die schwarzen Steine, der Dunst, der tropische Regenwald, der in Guachalito direkt ans Meer reichte, das war schon genug. Ja, da freute ich mich!

Meine weitere Planung für die restlichen zwei Wochen waren, nach Guachalito vielleicht nochmal zwei Nächte im Las Palmas del Pacifico in Nuqui zu bleiben, dann nach Medellín hochzufliegen, dort auch zwei Nächte zu bleiben und Medellín mal etwas gründlicher anzusehen, dann die restlichen Tage bei Paula und Germán auf der Finka in der Kaffeezone zu verbringen und von dort aus am Abflugtag am Abend direkt von Pereira nach Bogotá zu fliegen. Also nix mehr mit Santa Marta, was eigentlich immer recht gut war zum Abschluss, um noch was einzukaufen und so. Vielleicht, wenn mir das Geld hier unten in Nuqui früher ausgehen sollte (das ist mit Santiago eine leichte Übung…), ist sogar Santa Marta noch drin, denn, die Flüge kosten hier in Kolumbien unverschämt wenig, in Zeiten des Klimawandels…

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Dienstag, 10.03.20 – Fahrt in Richtung Bahia Solano – El Valle

Am Vorabend hatte mir Santiago noch per WhatsApp geschrieben, ob ich auf eine Bootstour mit dem französischen Pärchen nach „fast“ Bahia Solano, genauer, nach „El Valle“ Lust hätte. Lust hatte ich absolut keine mit den beiden Stinkstiefeln, aber er überredete mich mit der Information, dass die beiden nur nach „El Valle“ gebracht werden wollten und ich dann mit ihm und seiner Frau den restlichen Tag verbringen würde. Das hörte sich anders an! Ich willigte ein (150.000 Cop) und um 09:00 Uhr wollte er mich am Strand, direkt an der Beach-Bar abholen. Ich war pünktlich da und sah draußen schon Santiago liegen, neben einer dieser großen Versorgungsschiffe aus Buenaventura. Es war EXTREM niedrige Ebbe, so wie ich sie noch nie gesehen hatte. Ich musste weit rauslaufen, um ins Boot zu kommen. Als ich eingestiegen war, da kamen schon das französische Pärchen mit der Frau von Santiago im Schlepptau oder eher umgekehrt.

Alle enterten das Boot und schon ging es, bei bewölktem Himmel und etwas unruhiger See in Richtung Norden los.

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Montag, 09.03.20 – Nuqui Chocó

Absolut nichts passiert, außer einem leckeren Mittagessen mit dem kolumbianischen Nationalgericht „Bandeja Paisa“ im Restaurant „Bocaditos CHK“ gegenüber dem Flughafen. Nach Wochen wieder mal Fleisch gegessen, ansonsten nur Fisch, Fisch, Fisch. Normalerweise finde ich so ein frittiertes Bauchspeckstück ja eher nicht so anziehend, aber es scheint auch beim Fleischesser sowas wie „Entzug“ zu geben. Wobei ich in München auch wenig Fleisch esse, manchmal zwei Wochen nichts. Es war extrem deftig und ungemein lecker, das gesamte Arrangement.

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Sonntag, 08.03.20 – Nuqui, Wanderung am Strand nach Norden

Nach dem Frühstück machte ich mich gleich auf (so gegen 11:00 Uhr), um am Strand in Richtung Norden zu laufen. An diesem Strand kann man stundenlang laufen, er ist einfach riesig. Ein wenig realistischer, nach circa 10 Km kommt ein größerer Fluss rein, der vermutlich ein Weitergehen nicht ganz so leicht macht. Das werde ich die nächsten Tage noch erkunden. Erst kurz vor Jurubida komme dann ein großer Fluss (an dem wir vor ein paar Tagen ja hochgefahren und durch die dortige Mangroven-Zone gefahren sind), der es zu Fuß vermutlich tatsächlich nicht so leicht macht, ganz bis Jurubida zu kommen. Aber am nächsten oder am übernächsten Tag wollte ich das austesten. Beim zweiten großen Fluss ist ein Dorf, über das nur wenig zu erfahren ist. Es hat den Namen „Tribuga“. Auch auf OpenStreetMap oder GoogleMaps ist nichts zu sehen, außer der Name. Auch ein paar Natur-Fotos auf GoogleMaps, aber kein Dorf oder so. Vielleicht heißt nur das Gebiet so und es ist überhaupt kein Dorf. Ich werde es rausfinden.

Mein Problem war, es war fast Mittag und dummerweise hatte ich kein Wasser dabei. Es blies zwar vom Pazifik her eine angenehme Brise, die das Gehen recht angenehm machte, aber, ohne Wasser wäre es recht dumm gewesen, wirklich richtig weit zu gehen. So kehrte ich nach 3 ½ Kilometer um, da wo der erste Fluss reinläuft, den man bei Ebbe sehr leicht überwinden kann. Ich nahm aber sehr schöne Eindrücke mit und holte mir einen fetten Sonnenbrand. Klar, 3 Stunden direkt am Strand, nur den Hut als Schutz, selbst schuld. Waren, bedingt durch ein selten genutztes T-Shirt, aber nur die bisher selten besonnten Körperstellen. Aber ich wollte unbedingt nochmal weiter gehen, nahm mir vor, die nächsten Tage mal ganz in der Früh loszugehen. Was auch wegen der Gezeiten Sinn macht. Der Rückweg gestaltete sich doch anstrengender, weil durch die Flut der leicht begehbare Teil des Strandes unter Wasser war. So musste ich im weichen Sand stapfen, was ich hinterher an den Muskeln doch spürte.

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Samstag, 07.03.20 – Fussballnachmittag und Livekonzert in Nuqui

In der Früh, so gegen 02:00 Uhr wachte ich durch laute Klopfgeräusche an der Tür auf. Sehr laut, bestimmt, dreimal. Ich sagte laut „Hallo“, keine Reaktion. Es roch nach verbranntem Kunststoff. Auch weiterhin keine Reaktionen oder weitere Geräusche, bis auf den merkwürdigen Geruch. Ich dachte ja im ersten Moment, dass es meine etwas merkwürdige Zimmernachbarin war, die ich seit dem Nachmittag hatte, aber vielleicht war es nur mein Unterbewusstsein, dass mich genau wegen des Geruchs geweckt hatte und niemand hatte geklopft. Trotzdem schaffte ich es, nach mehreren Anläufen, aufzustehen, denn, der Geruch irritierte mich. Ich ging auf den großen Balkon und schaute nach allen Seiten um das Haus, ob ich irgendwas von einem Feuer oder eine Rauchentwicklung sehen konnte. Da war aber nichts. Also, weil ich eh schon draußen war, legte ich mich in die Hängematte, bis mich die Mosquitos fast aufgefressen hatten. In der Nacht draußen im leichten Wind zu liegen, ein echter Genuss, ich kann es nicht oft genug sagen.

Eigentlich wollte Santiago an diesem Tag eine Tour nach Termales machen. Ich dachte mir, dass ich mich einklinken könnte. Er mit den beiden anderen im Thermalbad und so und ich in der Hängematte zwischen meinen zwei Lieblingspalmen am Strand, dann Mittagessen bei Moringa und nochmal nach Guachalito und fertig. Schöner Ausflug. Aber leider hatten seine beiden Ausflugsgäste abgesagt, zumindest cancelte Santiago die Fahrt, so dass ich gaaaanz langsam machte in der Früh und es erst zum Mittagessen in das Restaurant Bocalito schaffte. Da gab es, auf Empfehlung der Chefin, ein recht interessantes Reisgericht, offensichtlich mit kleinen Muscheln drin. Schmeckte wie ein Sud aus Meeresfrüchten und war es ja im Endeffekt auch. Die kleinen Muscheln waren zwar etwas zäh, aber der Reis mit dem Muschelgeschmack, den gequetschten und gebratenen Kochbananen und der Avocado, das war eine richtig gute Kombination, vor allem mit dem leckeren Lulo-Saft dazu. Da lies ich mir gleich nochmal einen kommen, weil der so lecker war.

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Freitag, 06.03. – Rückflug Medellín nach Nuqui

Ich musste schon früh aufstehen. In der Nacht war ich bereits einmal aufgewacht, vielleicht gegen 02:00 Uhr. Ich hatte in diesem Moment nach dem Aufwachen keine Ahnung, wo ich war und was ich wollte. Setzte mich im Bett auf und begann intensiv darüber nachzudenken, wo ich gerade war, es fiel mir nicht ein. Ich ging auf den Balkon, das half nichts. Dann fiel es mir kurz ein, war aber gleich wieder weg. Recht merkwürdiger Zustand, in dem Moment dachte ich mir, so müssen sich Menschen fühlen, die ihr Gedächtnis verlieren. Sie sind da, aber, die ganze Vergangenheit ist einfach wie weggeblasen. Ein wenig merkwürdig war das schon… aber komischerweise nicht beängstigend. Es dauerte aber mehrere Minuten, bis ich wieder die Orientierung hatte. Vermutlich war ich durch ein Geräusch von draußen, durch die offene Balkontür, aus einer Tiefschlafphase gerissen worden. Ich war es nach 3 Wochen absoluter Ruhe in der Nacht überhaupt nicht mehr gewöhnt, dass Lärm wie Autoverkehr und Hupen zu mir vordrang.

Wieder einmal eine warme Dusche zu haben, das war ein großer Genuss, bin ja eigentlich nicht so der „Kaltduscher“. Um 06:00 Uhr war ich an der Rezeption des Hotels und es dauerte keine 2 Minuten, dann war das telefonisch bestellte Taxi schon da. Check-In und dann ein kleines Frühstück beim Warten vor dem Ausgang zum Flugzeug. Der Flug ging pünktlich los und war recht ruhig, es waren 7 Fluggäste und bereits kurz vor 08:00 Uhr waren wir wieder in Nuqui, aber ebenfalls mit einer recht harten Landung, keine Ahnung warum das bei mir immer so war die letzten Flüge. In Nuqui kann ich das auch gut verstehen, bei der kurzen Landebahn. Irgendwann muss man entweder runderdrücken oder durchstarten, sonst läufts blöd, aber in Medellín, da ist die Landebahn ewig lang. Da halte ich es für unnötig.

Als ich, weil kein Gepäck, gleich raus wollte, hielt mich eine gestrenge Polizistin zurück und fing an merkwürdige Fragen zu stellen. Glücklicherweise war Paula draußen vor der Glastür, sie erwartete mich bereits, hatte mich aus der Abflughalle wohl gesehen und erklärte der guten Frau, dass ich quasi schon ein „Local“ wäre. Was die Polizistin komischerweise befriedigte. Auch Germán war da, sie flogen gerade nach Quibdo, um von dort aus per Bus nach Pereira zu fahren. Das empfahlen sie mir auch, wenn ich sie später besuchen wollte. Aber, ich hatte vor nach Medellín zu fliegen und mich endlich auch mal, zumindest einen Tag, Medellín und der Gegend zu widmen.

Draußen, gegenüber dem Flughafen im Restaurant, da begrüßte mich der junge Franzose, der vorgestern ebenfalls Geldprobleme hatte. Aber die schien er irgendwie gelöst zu haben, denn, er strahlte über das ganze Gesicht. Vorgestern sprach er noch mit finsterer Miene von der 24stündigen Schiffsfahrt nach Buenaventura, wo er sich gerade um ein Ticket bemühte. Aber die fahren ja nur ein oder zweimal pro Woche wenn überhaupt. Ich setzte mich nicht zu ihm zum Frühstück, ging gleich zum Hotel. Die zwei sympathischen Verwalter waren froh, dass ich wieder da war, denn, sie hatten sich doch Sorgen gemacht, weil ich nicht zurückkam am Vortag.

Die supernette Hausperle hatte, während ich in Medellín war, ungefragt meine ganze Wäsche gewaschen. Das mit dem Waschen war auf meiner ToDo-Liste und ich war eher nicht so motiviert. Aber es musste sein. Ich bemerkte nicht einmal, dass die schmutzige Wäsche weg war. Irgendwann kam sie hoch zu mir und händigte mir das Bündel aus. Drei T-Shirts mussten noch auf die Leine, weil sie noch nicht ganz trocken waren. So hängte ich sie auf meinem riesigen Balkon auf.

Zum Mittagessen ging ich ins La Flores, wo ich mir einen leckeren gegrillten Fisch schmecken lies. Mein ganzes Leben hatte ich noch nicht so viel Fisch gegessen wie in den letzten 3 Wochen. Kurze Siesta, ein wenig Blogg und dann zum Strand, wo ich den Sonnenuntergang mit einem Bier in der Hand genoss und dann noch eine ganze Zeit am Strand entlang in Richtung Norden lief, in der warmen Nacht, bei angenehmer Brise, mit einer guten Sicht auf die blinkenden Positionslichter der wenigen Schiffe auf dem Pazifik. Das ständige Rauschen im Ohr, zufrieden und glücklich. Das waren außerordentlich schöne Momente, die ich auch ganz allein gut genießen konnte.

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Donnerstag, 05.03. – schnell mal nach Medellín zum Geldautomaten

Ich musste relativ früh aufstehen. Der Plan war, dass ich schnell in das Büro der kleinen Fluggesellschaft gehe um noch einen Flug für 10:30 Uhr nach Medellin zu ergattern, den ich dann per Kreditkarte zahlen wollte. Meine Bemühungen, auf der Webseite des kleinen Flugunternehmens Grupo San Germán ein Ticket zu buchen scheiterte. Auch in der Früh versuchte ich es noch erfolglos. Also ging ich ohne Kaffee los und eilig zum Büro von Grupo San Germán. Meine Hauptfrage war, ob es denn möglich wäre, am gleichen Tag wieder nach Nuqui zurückzufliegen, weil ja 30 Minuten nach Ankunft in Medellin bereits wieder ein Flug zurück nach Nuqui gehen würde. Die sympathische junge Mitarbeiterin meinte, ich solle lieber zum Flughafen Nuqui an den Schalter von „Grupo San Germán“ gehen um das zu klären. Bei ihr hätte ich übrigens tatsächlich auch per Kreditkarte einkaufen können. Der Mitarbeiter der Fluggesellschaft am Flughafen meinte, er könne da nichts arrangieren (mit dem Rückflug am selben Tag). Ich soll halt ein Ticket nach Medellin kaufen, das könne er mir verkaufen, allerdings nur gegen Barzahlung. Wenn ich ankomme und mein Geld vom Automaten habe, dann soll ich sofort zum Schalter der Fluggesellschaft in Medellin laufen und fragen ob ein Mitflug noch möglich ist. Genauso machte ich es, ich kaufte für 260.000 kolumbianische Peso ein Ticket nach Medellin. Für hin und zurück reichte das Geld nicht mehr. Jetzt mussten ich mich schicken, denn eine halbe Stunde später war bereits Check-In. Ich musste ins Hotel, schnell ein paar Sachen einpacken und schon ging es los. Ich hatte ja kein Gepäck, das macht alles viel leichter, nach dem Check-In konnte ich noch gemütlich frühstücken gehen.

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Mittwoch, 04.03. – Fahrt in die Gegend um Jurubida, den Fluss hoch in „La Selva“ und zum Thermalbad mit Alirio Gonzalez

Ursprünglich sollte es um 09:00 losgehen, aber Santiago informierte mich per WhatsApp, dass sich die Abfahrt auf 10:30 verschob. Mir war es recht, denn, dann konnte ich noch in aller Ruhe frühstücken und alles ein wenig relaxter angehen.

Paula und Germán pickten mich beim Frühstück auf und setzten sich noch dazu. Bis der Skipper Santiago höchstpersönlich zum Aufbruch scheuchte und wir das Boot enterten. Seine sympathische Frau hatte Santiago diesmal ebenfalls mitgenommen, als zusätzlichen Passagier. Das war natürlich vielversprechend bezüglich der Tour, wenn er schon mal seine eigene Frau mitnimmt, dachte ich mir.

Der Pazifik machte seinem Namen diesmal alle Ehre, er war wie ein Spiegel, die warme feuchte und so würzig schmeckende Luft strich durch den Fahrtwind auf höchst angenehme Weise an unseren Nasen vorbei. Dieser Geruch auf dem Pazifik ist schon was Besonderes. Feinwürzig und intensiv, so milde und doch kräftig. Schwer zu beschreiben.

Die Fahrt verging schnell, wir fuhren vor Jurubida dann einen Fluss hoch, dessen Namen ich bis jetzt nicht rausfinden konnte. Ich hatte meinen OSM (Open Street Map) GPX-Tracker eingeschaltet und stellte fest, dass sogar die extra gekaufte OSM-Karte bezüglich der Flussverläufe recht ungenau war. Der GPS-Track, der alle 10 Sekunden einen Wegepunkt definierte, zeigte recht deutliche Abweichungen von bis zu 100 Metern. Trotzdem ist OSM und die Kolumbienkarte + zusätzlich die Höhenlinien eine sehr wertvolle Anschaffung. GoogleMaps kann man hier TOTAL vergessen, da findet man nichts.

Der Santiago heizte den kleinen Fluss doch recht forsch hoch und bremste sein Boot nur ab, wenn ab und zu Indios mit ihrem Kanu passiert wurden, damit die Wellen unseres Bootes das Kanu nicht umwarfen, oder wenn Fischer in Sichtweite waren, damit er ihren Jagderfolg nicht schmälerte. Der Fluss wurde immer enger, mit immer weniger Wasser und immer mehr Bäumen im Wasser, so dass Santiago oft recht schnell reagieren musste und den Außenborder regelrecht aus dem Wasser reißen musste, damit er mit der Schraube nicht auf die Bäume aufschlug. Was ihm nicht immer gelang und was dann auch immer recht deutlich zu hören war. Die letzten Meter ging es nur noch ganz langsam voran, da im Wasser alles voller Baumstämme und Steinen war, so dass an „Vollgas“ nicht zu denken war.

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Dienstag, 03.03. – mit Santiago nach Termales und zu Fuß nach Guachalito + Selva-Drinks am Abend

Dienstag, 03.03. – Wieder mit Santiago nach Termales und zu Fuß nach Guachalito

Den Santiago traf man immer und überall in und um Nuqui. Bei einem dieser Treffen erzählte er mir, dass er am nächsten Tag mit einem kolumbianischen Pärchen nach Termales fahren würde und den „Wasserfall“ besuchen würde. Ich klinkte mich sofort ein, denn, da konnte ich von Termales zurück nach Guachalito wandern und Santiago konnte mich nach ein paar Stunden dort aufpicken. Das war in meinem Sinn, ich konnte völlig unbeschwert und ruhig, in meinem Tempo und mit vielen Foto- oder Bewunderung-Stopps, poco a poco an diesem unbeschreiblich schönen Stück Erde wandern, die Bäche in den Wald verfolgen, schöne Steine sammeln und wurde dann wieder aufgepickt.

Und schon ging es wieder los. Das Pärchen, der Germán und die Paula waren „Paisas“ und lebten in einer Finka bei Pereira in der Kaffeezone. Wir verstanden uns auf Anhieb gut. Erst gab es einen Zwischenhalt in Guachalito, so dass ich schon dacht, dass mich Santiago falsch verstanden hatte, aber er lud nur Diego ein, der der den Guide machte für Germán und Paula, während Santiago sich um das Boot kümmerte. In Termales, bei relativ ruhiger See, gingen die beiden mit Diego zum Thermalbad hoch, ich dagegen ging schnellen Schrittes zu Moringa (La Sirena Negra), die sich sichtlich freute, dass ich so unerwartet wieder da war. Aber ich war nur zum Frühstücken da. Was leider recht lange dauerte (45 min) und dann nur aus Patacones und Rührei. Das mickrige Arrangement kostete 15.000 Cop (4,25 €) also verhältnismäßig teuer. Vielleicht hatte ich einfach nur vergessen, dass es in Termales teurer ist als in Nuqui. Andererseits, ich hätte das gerne bezahlt, wenn das Frühstück wenigstens ein wenig mehr beinhaltet hätte. Z.B. Obstsalat, ein paar Zwiebeln und Grünzeug in den Rühreiern, ein Saft dazu. Aber ok, ich war nicht mehr hungrig und machte mich durch das Dorf in Richtung Norden auf den Weg, wobei mir noch der „Barbier von Termales“ begegnete, der sich diesmal selbst versorgte…

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Samstag, 29.02. – Montag, 02.03. Nuqui Relax-Aktion

In diesen drei Tagen war nicht besonders viel passiert. Ich hatte Pause gemacht im Hotel „Las Palmas del Pacifico“. Das Zimmer, das ich jetzt hatte, das war ganz hinten, mit Blick auf Pazifikstrand und Fußballfeld. Eine riesige Terrasse, zwei Hängematten, das Wissen, wo es leckere Sachen zum Essen gibt und wo man in Ruhe, bei guter Musik, am Abend noch ein Bier trinken kann.

Dort am Strand war ich schon öfters am Abend, am Montag haben sie mit mäßigem Erfolg versucht ein riesiges Feuer zu entzünden. War trotzdem lustig mit den Jungs und Mädels dort.

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Freitag, 28.02. – Nuqui

In Nuqui lässt es sich definitiv aushalten. Zumindest wenn man wie ich, eine Unterkunft hat, die zwei FETTE Hängematten vor der Tür hat, wo es sehr ruhig ist (nur der Pazifik rauscht vor sich hin) und wo man eine gute Aussicht hat in der Kombination mit einem angenehmen Wind der immer über die große Veranda streicht. Es geht mir saugut hier!

Zum Frühstück ging ich zum Restaurant Pola. Eine junge unfreundliche Schnepfe nahm unwirsch meine Bestellung auf. Keine Ahnung was der über die Leber gelaufen war. Ich hätte gleich wieder gehen sollen. Dann kamen noch circa 5-6 Indios an, die alle vor mir ihr Frühstück hatten. Wenn ich nicht schon so Hunger gehabt hätte dann wäre ich gegangen.

In der Hängematte erholte ich mich von der untypisch unangenehmen Begegnung und schwor mir, da keinen Fuß mehr reinzusetzen.

Am späten Nachmittag ging ich nach Norden, den Weg entlang, nicht ganz bis zum Ende. Wollte mir einfach die Beine vertreten und es ist herrlich, am Pazifikstrand entlang zu laufen, die Sonne war schon runtergedimmt und so war es sehr erträglich und schön. Die meisten Menschen die mir begegneten grüßten freundlich mit breitem Lächeln. Einige wenige reagierten nicht auf mein Grüßen, die hatten vermutlich generell Probleme mit „heller pigmentierten Menschen“. Das gibt es hier natürlich, ist laut Erzählungen in Quibdo im Landesinneren noch stärker verbreitet. Bei der Geschichte auch nachvollziehbar.

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Donnerstag, 27.02. – Fahrt Termales nach Nuqui

Das Aufstehen um 06:00 funktionierte hervorragend. Ich versuchte möglichst keinen Lärm zu machen, was mir nur mäßig gelang, da ich auch kein Licht machen wollte. Da knallte schon der Zusatzakku scheppernd auf den Holzboden. Es graute zwar bereits der Morgen, war aber noch dunkel und mein Licht beleuchtete das ganze erste Stockwerk, da die Wände ja quasi nur Raumteiler waren. Um 06:30 stolperte ich runter, Moringa war bereits wach, Mono (Schwiegersohn) lies sich auch kurz blicken und Neri stand bereit, mir behilflich zu sein um auf das Boot zu kommen. Ich zahlte noch schnell meine restlichen Schulden bei Moringa und schon ging es zu Fuß los, in südlicher Richtung aus dem Dorf, bis zum Fluss. Anscheinend war es da für das Boot leichter zu landen. Auch zwei der Hunde begleiteten uns und es war überhaupt erstaunlich viel los um die Zeit. Schulkinder, Fischer, potenzielle Reisende. Es war vielleicht mehr los als tagsüber, wenn es so heiß war.

Das Boot kam dann auch gleich, der Einsteigevorgang war easy, doch dann kamen, wie es der Pazifik in seiner „witzigen Ader“ manchmal macht, doch ein paar größere Wellen. Ich saß schon im Boot, alles war wasserdicht verpackt, selbst ein Kentern des Bootes wäre nicht so schlimm gewesen. Ich wäre nass geworden, aber meine Sachen waren sicher. Die Wellen warfen das Boot auf und der Mann am Bug, mit seiner langen Stange, der dafür sorge trug, dass das Boot 90 Grad zu den Wellen stand solange Leute ein- und ausstiegen, der hatte alle Hände voll zu tun das Boot in dieser Position zu halten. Es waren aber nur drei oder vier größere Wellen, dann wurde es wieder ruhiger.

Alle waren eingestiegen und es ging los. Zwei Burschen wurden dann noch genau am Restaurant von Moringa aufgepickt, dann ging es auf einen Ein/Aussteige-Abstecher nach Jovi und dann ohne Unterbrechung direkt nach Nuqui. Auf dem Weg fing es zum Regnen an und es wurden Planen verteilt, um sich dagegen zu schützen. Aber der Regen war nicht stark, trotzdem war die Plane auch ein guter Windschutz.

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Mittwoch, 26.02. – Missglückter Versuch der Abfahrt von Termales nach Nuqui

Nach dem Frühstück hatte ich bereits fertig gepackt, um fertig zu sein, wenn eine Lancha (ein Boot) kommen würde. Denn heute wollte ich sicher nach Nuqui zurück. Ich hatte ja noch Zeit und plante, am Ende des Urlaubs nochmal eine Woche nach Termales zu kommen. Jetzt wollte ich erst aber mal weiter…

Das Boot kam dann auch. Ich hatte meine Hängematte am Strand platziert und hielt Ausschau. Tatsächlich kam Santiago mit drei Gästen an. Er war auch bereit mich nach Nuqui mitzunehmen. Sehr fein, dachte ich mir. Mein Gepäck war bereits fertig, also musste ich nur noch ein wenig warten, bis seine Gäste aus dem Thermalbad zurückkamen und gegessen hatten. Ich habe mir auch noch ein leckeres Essen bei Sirena Negra schmecken lassen. Aber Santiago kam und kam nicht. So hängte ich meine Hängematte im Haus auf, natürlich in Sichtweite zum Strand. Dort wartete ich. Ich schlief ein, was ein folgenschwerer Fehler war.

Als ich aufwachte war er immer noch nicht da. Also blieb ich in der Hängematte. Ich war beruhigt, denn, so wie ich es verstanden hatte wollte er mit seinen Gästen bei Moringa im Restaurant essen. Das hätte ich dann schon mitbekommen, selbst wenn ich eingenickt war. In dieser Zeit beobachtete ich, wie sie ein lebendes Schwein aus dem Stall im Garten in ein Boot brachten, sehr zur großen und recht lautstarken Entrüstung des Schweines.

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Dienstag, 25.02. – Hängematte und kurze Streifzüge in Termales

Ich fuhr nicht ab, es war mir zu früh. Das Wetter war durchwachsen. So hängte ich meine Hängematte diesmal nicht zwischen den beiden Palmen direkt am Strand auf, sondern oben im Haus, direkt neben meinem Zimmer. Ich dachte, dass wie an den Vortagen etwas Luft durchziehen würde, da das Haus ja sowohl vorne, als auch hinten offen war und quasi direkt am Strand stand. Aber an diesem Tag war es nicht so. Die Luft stand still und binnen Minuten lief mir der Schweiß runter. Kurze Zeit später begann es tatsächlich zu regnen, mein Bauchgefühl war richtig. Den ganzen Tag über gab es Immer wieder Regenschauer und ich blieb in der Hängematte mit einem guten Buch. Klar, mittags habe ich mir das superleckere Essen von Moringa gut schmecken lassen.

Gegen Abend wollte ich ein wenig in den Wald hoch. Dazu musste ich erst in Richtung Thermalbad gehen, direkt davor ging es links weg, hoch zum Wald. Vorher traf ich noch den vom letzten Jahr bekannten und etwas „schwuchtelig“ wirkenden Cousin von Moringa, der aber total nett war. er lebte gleich hinter dem Bach, der quer durch Termales läuft. Da baute er sich gerade eine Hütte aus Bambus und nur aus Naturmaterialien aus dem nahen Wald.

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Montag, 24.02. – schon wieder fauler Tag in Termales

Luftige Nacht, wie immer hier in Termales, da keine Fenster im Fensterrahmen, keine richtigen Wände und kein richtiger Abschluss der Wände des Hauses mit dem Dach. Da kann der Wind ganz ungehindert du chstreichen. Daher ist es auch möglich, alle Geräusche von draußen und drinnen zu hören. Den Strand, die Vögel, den Wind und alles sonstigen Geräusche der Nacht und auch die Nachbarzimmer, wenn sie belegt sind. Denn die Zimmer öffnen sich nach oben zum Dach. Im Endeffekt sind die Wände wie Raumteiler. Man liegt unter dem Moskitonetz im Bett, oder, so lange man es ohne Moskitonetz aushalten kann, in der Hängematte und genießt den schönen Moment. Immer noch wache ich so gegen 2 Uhr auf und es dauert immer ein wenig bis ich wieder einschlafen kann. Einige schöne Momente in der totalen Dunkelheit, ohne Strom und leider auch gerade ohne Mondlicht.
Wenn man hier am Abend und auch in der Nacht nicht ständig die Taschenlampe griffbereit hat, dann kann es blöd laufen. Da werden dann einfache Toilettengänge zur echten Herausforderungen, weil, hier ist alles anders und auch nicht so sicher. Es gibt nicht überall Geländer wo man abstürzen könnte. Aber in Summe überwiegen die Vorteile der totalen Freiheit hier, im Gegensatz zur großen „Sicherheit“ die man in unseren Ländern genießen kann.

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Sonntag, 23.02. – Spaziergang am Strand nach Süden bis nach Arusi

Ich ging schon um 10:00, gleich nach dem Frühstück los, den Strand entlang in Richtung Süden, nach Arusi, der nächste größere Ort (30 Häuser (und auch der letzte Ort, denn dann kommt erstmal nix)

Ich schlenderte so vor mich hin, sammelte Steine auf, machte Fotos, betrachtete die Landschaft. Der Strand in Richtung Arusi wird ja nicht so schön, zumindest bei Ebbe. Viele Steine und ganz flach.  Man muss einen größeren Bach überqueren, was bei Ebbe absolut kein Problem ist. Bei Flut muss man schwimmen. Das wollte ichg nicht, also nahm ich mir vor rechtzeitig zurück zu gehen.

Von hinten sah ich jemand schnellen Schrittes kommen, mit einem Regenschirm gegen die Sonne in der Hand, so wie es hier Gepflogenheit ist. Erst ganz am Schluss sah ich, dass es Neri war, der Mann von Moringa. Er wollte ebenfalls nach Arusi gehen um dort einen speziellen Fisch zu kaufen. (Vermutlich hat ihn die Moringa hinter mir hergeschickt) Ich freute mich erst und schloss mich ihm an, doch dann bemerkte ich, wie schnell er ging. Er bremste zwar ein wenig, aber, ich wollte langsamer gehen. Aber wir stellten uns dann schon aufeinander ein.

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Samstag, 22.02. – fauler Tag in Termales

Eva war weg, der Vortag war anstrengend gewesen, die Sonne hatte mein Gesicht gerötet, das waren Gründe genug um einen Ruhetag in der Hängematte vor Moringas Anwesen direkt am Meer „La Sirena Negra“ zu verbringen. Das machte ich mit der gewohnten Intensität und Kompromisslosigkeit. Und zwar praktisch den ganzen Tag. Die Lanchas (kleinen Boote) kommen und gehen. Es ist jedes Mal ein Schauspiel (nur für mich natürlich), wenn die Boote über die Wellen an den Strand tanzen, die Leute versuchen trockener Kleidung an Land zu geraten. Bis es dann Abend wurde, die Sonne schwächer. Da lief ich im Dorf in Richtung Norden, die halbe Strecke zur Insel der Paisa. Es ist immer wieder beeindruckend, wie finster sowohl Kolumbianer als auch Kolumbianerinnen (einschließlich Kinder) dreinblicken können, bis man sie freundlich grüßt… Dann geht praktisch immer die Sonne auf, aber wie! Dann ratscht man ein wenig, denn, Kolumbianer sind sehr neugierig.  Wo man denn herkommt, warum man allein unterwegs ist, wo man wohnt, was man noch vorhat, wie oft man schon hier war, wie es einem gefällt und so weiter. Dann sind da aber noch die Hunde. Manche freundlich, aber nicht alle. Heute ist mir ein schwarzer riesiger Brackel mit beeindruckendem Gebiss am einsamen Strand entgegengekommen, bei dem dachte ich mir, der sollte jetzt lieber nicht merken, dass ich gehörig Respekt habe vor ihm. Also schnalzte ich und „war freundlich“, so wie wenn wir uns kennen würden. Entweder er fiel auf meinen „Trick“ rein, oder, es war im einfach egal. Jedenfalls, an so einsamen Stellen sind mir solche Hunde eher unangenehm, um es vorsichtig auszudrücken. Andere Hunde, meist die jungen, die springen um einen rum, meist auch hoch, was bei oft großen Hunden schon bis zur Brust gehen kann und hinterlassen da ihre Fußabdrücke. Es ist dann immer schwierig zu vermitteln, dass man jetzt gerade, obwohl man freundlich war, NICHT spielen möchte und genauso wenig immer freundlich gebissen werden, was schon ganzschön zwicken kann.

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Freitag, 21.02. – Nuqui und Fahrt mit dem Boot nach Guachalito und zu Fuß weiter nach Termales

Um 9 war Treffpunkt am Hafen. Ich war gerüstet, frühstückte im „Las Flores“ noch einen gebratenen Fisch, so dass ich nicht so schnell Hunger bekommen würde. Dabei fiel mir noch auf, dass der Wirt mit dem „Balsamico“ (Story ein paar Seiten davor) regelmäßig den Tisch abputzte (chemisches Ungeziefermittel oder so). Ich muss mir nochmal genauer ansehen was das für ein Gebräu war, hatte ja ein Foto der Flasche gemacht, als ich es beinahe mit Balsamico verwechselte. Roch ziemlich giftig das Zeug. Jetzt wollte ich meine Arme lieber nicht mehr auf den Tisch ablegen, wie ich es sonst gerne machte.

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Donnerstag, 20.02. – Nuqui nada mas

Das war ein super fauler Tag, die Ausrede war der Sonnenbrand im Gesicht. Ich hätte mich doch einschmieren sollen, nachdem ich schon Sonnencreme kaufte und auch meine Beine einschmierte. Jedenfalls blieb ich in Nuqui und machte einen faulen Tag.

Mittags gab es im Restaurant Las Flores am Flughafen einen merkwürdigen „Bacalao-artigen“ Fisch. War schon OK, aber naja… Aber der positive Aspekt des Restaurantbesuchs war, die nette Frau aus Bogota, die ich bereits im „Restaurant Pola“ kennenlernte, die gab mir die Telefonnummer eines Guids aus Jurubida, da wo die riesigen bewachsenen Steine im Wasser liegen. Sie meinte, der würde mich sicher auch aus Nuqui holen. Perfekt, gut für den Teil nach dem südlichen Küstenabschnitt, den ich erst besuchen wollte. Solche Telefonnummern sind kostbar!

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Mttwoch, 19.02. – Nuqui + Playa Cochalito + Parque Utria – Chocó

Am Vortag hatten die beiden Mädels aus Frankreich doch noch die Entscheidung getroffen, die Tour mit Santiago am nächsten Tag mitzumachen. Super! Das bedeutete, ich musste früher aufstehen, denn, um 09:00 Uhr war Treffpunkt am Hafen. Ich war schon um 20 vor Neun am Flughafen, der ja nur 50 m vom nautischen Hafen entfernt ist. Da gönnte ich mir noch ein Frühstück, so dachte ich zumindest. Leider war ich nicht der einzige Gast und alle schienen gerade vor mir gekommen zu sein. Eva mit ihrer Reisegefährtin zog an mir vorbei, hörte mein Rufen nicht. Kein Problem dachte ich mir, wir treffen uns eh gleich am Hafen. Aber das Essen kam und kam nicht. Plötzlich kommt da ein kleines Mädchen aus der Tür, deren Gesicht mir bekannt vorkam. Sie sagte nur, „espera un momento“, also „warte einen Moment“, was ich so überhaupt nicht zuordnen konnte. Gleich darauf verstand ich es, als Darwinson aus Termales (La Sirena Negra) mich begrüßte. Er war zufällig auch gerade in Nuqui. Ich kündigte mein Kommen für nächste Woche an.

Das Frühstück kam und kam nicht, es war schon 5 vor 9. Ich sagte dem Wirt, dass er es einpacken soll. Was er brav machte, sogar den Saft packte er in eine verschließbare Styropor-Schüssel und lieferte ihn mit.

Er Santiago war schon am Hafen, die beiden Mädels auch. Einsteigen und los ging es. Das Meer war relativ ruhig, es gab schon Wellen, so dass das Boot ab und zu über einen Kamm schob und krachend im Wellental aufschlug, aber es ging. Nicht so ruhig wie letztes Jahr, als der Pazifik seinem Namen alle Ehre machte. Vor Jurubida sind wir an den kleinen Inseln, bestehend aus riesigen bewachsenen Felsen vorbeigefahren. Recht beeindruckend, die steilen Felsen und der tropisch üppige Bewuchs „auf dem Kopf“.

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Balsamico-Ersatz

Dienstag, 18.02. – Nuqui – Chocó

Gestern Abend kam so gegen 22:00 Uhr Santiago (der Mann mit dem Boot) noch zum Hotel und sagte die Tour für den heutigen Tag ab, denn, die beiden kolumbianischen Mädels waren abgesprungen. Kein Problem für mich, denn, es hätte mich den Tag über im Boot total aufgebrutzelt. Nächstes Jahr bin ich sicher wieder öfters im Solarium, die Wochen davor. Nervig wenn man so auf die Sonne aufpassen muss.

Ich hatte außerordentlich gut geschlafen im Hotel „Las Palmas del Pacifico“ und bin auch laaange liegengeblieben. Die Nacht über, mit der Flut, wurde das Meer immer lauter und lauter. Der Pazifik machte mir, wie letztes Jahr auch, die ersten Tage Respekt. Fühtle mich komischerweise nicht so recht sicher vor ihm… Tsunami und so. Die Holzhäuser, ein paar Meter über dem Meer, die würden auch von einem kleinen Tsunami weggespült wie am Boden liegendes Treibholz. Aber ich wusste, dass ich in ein paar Tagen nicht mehr daran denken würde. Zumindest war das letztes Jahr so. Die leichte Unruhe würde sich legen.

Im Stil des Chocó habe ich mir für wirklich Alles gehörig Zeit gelassen und immer wieder Pause gemacht. Duschen, Pause, Zähneputzen, Pause, ein wenig lesen, Pause, ein bischen Aufräumen, große Pause in der Hängematte. Schon war es Mittag und ich hatte noch nicht gefrühstückt. Also ging ich zum kleinen Restaurant gegenüber dem Flughafen. Auf dem Weg und auch vorher schon vor dem Hotel, waren kleine Trupps, mit jeweils 5-8 Mann des Militärs unterwegs. Zwar recht relaxt, aber voll aufgerödelt mit Maschinenpistolen und Gewehren. Auch im Ort war das Militär heute sehr präsent. Das war mir letztes Jahr nicht aufgefallen, bis auf die Hubschrauberlandung am letzten Tag in Termales. Ich fragte den Wirt des Restaurants, aber der meinte nur, da wäre eine Militärische Stellung in Nuqui und daher auch die Soldaten. Diese Antwort befriedigte mich zwar nicht, aber er wollte auch nicht mehr Details rausrücken. Die Paramilitärs würden auch in dieser Gegend schon wieder „Gas geben“, das wäre eine schlüssige Erklärung für die verstärkte Präsenz. Aber war ja alles relaxt, die Soldaten feixten und machten Späße.

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Montag, 17.02. – Flug nach Nuqui – Chocó

Erstmal wollte ich schnell im Hotel frühstücken, denn, ich hatte den Plan, mir schnell noch eine andere Telefonkarte zu besorgen, eine „Claro“, denn, wen ich auch fragte, jeder schüttelte bei „Movistar“, die sie mir am Flughafen in Bogotá aufgedrückt hatte, mitleidig den Kopf. Aber ich hatte auch den Plan, zusätzlich die Movistar-Karte aufzuladen und dann im Vergleich mit der Claro-Karte zu testen. Und auch für den Fall… Mit Claro bin ich letztes Jahr sehr gut gefahren, hatte keinerlei Probleme. Vielleicht ist es in Bogota anders, aber an der Karibikküste, in Medellín und im Choco da scheint Movistar recht unbekannt oder unbeliebt zu sein.

In Medellín liegen unglaublicher Reichtum und schreckliches Elend recht nahe zusammen…
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Sonntag, 16.02. – Flug von Santa Marta nach Medellín

Diesmal war ich definitiv viel zu spät ins Bett gekommen am Vorabend. Der Carnaval in Taganga, dann noch auf dem Balkon und dem Mirador im super böigen Wind. Aber es waren immer sehr warme Böen, was es wirklich erträglich machte. Die Hängematte wurde angeschaukelt, manchmal allerdings wurde der Stoff der Hängematte durch die Böen so heftig gezerrt, regelrecht weggerissen, dass man mit geschlossenen Augen liegend regelrecht zusammenzuckt, wie wenn jemand ganz unverhofft an der Hängematte mit voller Kraft am Stoff reißen würde. Extreme Böen. Da musste man das Notebook richtig festhalten, sonst wäre es weggeflogen. Andererseits, die vielen unterschiedlichen Musikquellen, vom Dach aus sehr zentral vernommen, das hört sich auch wieder interessant an. Um 01:00 legte ich mich dann regelrecht erschöpft im meinem Zimmer ins normale Bett, denn an Schlafen war oben in den Hängematten im Wind nicht zu denken. In Deutschland war es bereits eine Uhrzeit, wo manche schon aufstehen. (ich tendenziell nicht)

In der Früh lief alles glatt. Ich genehmigte mir Arepas mit Ei und packte meine Sachen zusammen. Victor, der Taxifahrer war auch rechtzeitig zur Stelle. Durch einen gerde abgehaltenen Straßenmarathon in Santa Martha an diesem Morgen mussten wir zwar Umwege zum Flughafen fahren, waren trotzdem rechtzeitig da. Es ist so ein herrlich gelegener Flughafen. Die Landebahn startet und endet am Meer, von Palmen umsäumt, das blaue karibische Meer, der weiße Strand. Wenn man in Santa Marta ankommt, dann sollte man sich nicht gleich ins Taxi setzen und wegfahren. Für das nächste Mal, wenn ich in Santa Marta direkt aus Deutschland ankomme,  da habe ich mir vorgenommen, dass ich die paar Meter zur nächsten Strandbar laufe und mir erstmal am Strand in aller Ruhe ein Bier genehmige, bevor ich weiterfahre nach Santa Marta und Taganga. Vielleicht auch die Badehose griffbereit und gleich rein ins lauwarme Wasser.

Die schöne und verlockende Nähe zum Strand des Flughafens in Santa Marta
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Samstag, 15.02. – Taganga-Zusätze

Was mir heute den Tag über noch so aufgefallen ist in Taganga. Die alten Soneros sind immer noch sehr beliebt in Kolumbien, obwohl sich auch in Kolumbien Reggaeton spürbar verbreitet. Leider. Aber das Spektrum der auf der Straße gespielten Musik ist sehr breit. Von Folklore (Cumbia, Mapalé, Gaita…), Vallenato, Cumbia-Elektro, Salsa-Klassiker, Herz-Schmerz-Schnulzen und vieles mehr. Alles kommt wie in einer Linie hintereinander und sehr gemischt daher.

Was man an der Straße vor dem Hotel San Marcos gut erkennen kann (davon abgesehen, dass die Straße absolut nicht zum Hotel passt, denn das ist wirklich OK), im „Winter“ müssen regelrechte Sturzfluten die Straße runterlaufen, was auch deren Zustand gut erklärt (was man auf dem Foto nicht so gut sieht). Dafür sind vermutlich die Sandsäcke. Das Mädel mit der Planierraupe waren anscheinend noch nicht da (wie letztes Jahr beobachtet).

Mittagessen habe ich heute ausgelassen (3. Monat…), dafür habe ich mir abends einen Reis mit Mariscos schmecken lassen. Es ist jedes Mal ein Genuss, da an der Strandpromenade direkt bei den Fischern zu sitzen und sich ein leckeres Essen schmecken zu lassen und gleichzeitig die Sonne verschwinden zu sehen. Ein sehr relaxtes Ambiente, das sehr ansteckend wirkt. Der Reis war auch extrem lecker.

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Freitag, 14.02. – Immer noch Taganga und Santa Marta

Klar bin ich wieder um 04:00 Uhr wach geworden. Wieder blieb ich trotzdem liegen. Aus rein „taktischen“ Gründen, damit das mit der Zeitumstellung schneller über die Bühne geht.

Dann wieder Frühstück im San Marcos. Im Spiegel bemerkte ich, dass einer meiner Vorfahren wohl ein gekochter Krebs war, daher kaufte ich mir sofort einen Hut. War nicht so leicht, bedingt durch meinen Kopfumfang. Ein grausliches weißes Teil kaufte ich mir aus „medizinischen Gründen“. Aber es reicht einfach nicht, 3 mal ins Solarium zu gehen… Trotzdem meide ich Sonnencreme. Da bin ich lieber mal einen Tag ohne Sonne.
Und schon ging es auf nach Santa Marta. Der Bus-Preis hatte sich ein wenig erhöht. Er kostete jetzt 2000 COP so 50 Cent rum. Aber ich muss nochmal in Beiträgen vom letzten Jahr nachsehen ob das wirklich stimmt. Der Bier- und Wasserpreis blieb jedenfalls gleich. Eine Flasche Bier oder Wasser ebenfalls 2000 COP.

Santa Marta ist zwar eine typische hektische lateinamerikanische Stadt, trotzdem gefällt mir die Atmosphäre da recht gut. Keine Ahnung warum, ich fühle mich da wohl. Praktisch alles spielt sich auf der Straße ab. So stieg ich erst in der „Touri-Gegend“ nahe dem Hafen aus, ging dann Calle 16 hoch, an der Kathedrale vorbei, auf der Suche nach dem Musik-Shop, um eine Bongo als Geschenk für einen lieben Freund in Termales zu kaufen. Nach ein wenig Suche fand ich den Shop in Calle 13. Leider gab es keine geeigneten Instrumente und ich zog weiter. Habe dann noch ein wenig den Markt durchstreift. Dann spürte ich, dass die Sonne stärker und stärker wurde. Klar es war Mittag. Da war nur noch die Entscheidung zu treffen, Mittagessen in Santa Marta oder in Taganga. Ich entschied mich für Taganga, es ging mit dem Bus zurück. Dabei nahm ich mir für den nächsten Tag vor, den Markt nochmal intensiv zu durchstreifen. Es gab so viel interessante Dinge zu sehen!

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Donnerstag, 13.02. – Taganga

Klar, durch die Zeitumstellung war ich bereits um 04:00 Uhr das erste Mal wach. Aber diesmal wollte ich Jetlag-Umstellungszeit beschleunigen und ging nicht raus, trotz des sicher unglaublichen Sonnenaufgangs. Taganga war zum Akklimatisieren geplant und dazu gehört auch die Zeitumstellung.

Ich frühstückte im Hotel San Marcos, Maria baute mir die ersten Arepas mit Rührei. Schon sehr lecker. Aber klar, nach 6 Wochen werde ich echte Sehnsucht nach gutem Brot und Käse haben…

Nach der ersten Session, um den Blog upzudaten, auf dem superangenehmen höchsten Punkt des Hotel, in einem angenehmen Wind, der die Hitze sehr erträglich machte, ging ich zum Mittagessen wieder zum Restaurant Mona. Diesmal nicht zu spät und ich bestellte mir einen leckeren Fisch. Eigentlich ein Fischchen. Aber es machte nichts, ich wollte eh abnehmen. Klar, mit einer leckeren Suppe davor. Aber es gab keine leckeren Fruchtsäfte mehr. Die Mona schien ihr Präsenz deutlich zu reduzieren. Aber klar, mit über 80 (oder älter…)

Restaurant Mona – Taganga
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Dienstag, 11.02.20 Abfahrt nach Kolumbien + Mittwoch, 12.02.20 Taganga

Mein Bruder brachte mich freundlicherweise zum Flughafen. Gleich nach der Arbeit, die Koffer waren bereits gepackt. Der Flug ging um 22:00 mit der Avianca. Interessant war, letztes Jahr bin ich auch mit Avianvca geflogen. Da waren vereinzelte Deutsche im Flugzeug. Dieses Jahr waren vereinzelte Kolumbianer und Latinos im Flugzeug, der Rest waren Deutsche. Da setzt gerade ein Boom ein nach Kolumbien, das spricht sich anscheinend gerade rum.

Diesmal habe ich mir den Luxus rausgenommen, kostenpflichtig Einfluss auf meine Sitzauswahl zu nehmen. Fast ganz hinten, Fensterplatz (sieht man in der Nacht eh nix, aber man hat Ruhe). Klo-Nähe. War OK, diesmal auch keine rotzbesoffenen nervenden Leute hinter mir, wie letztes Mal. Die 12 Stunden Flug vergingen diesmal überraschend schnell. Trotz des heftigen Gegenwinds waren wir pünktlich um 04:00 des folgenden Tages in Bogotá am Flughafen. Ich habe mir Zeit gelassen beim Aussteigen, weil ich die Hektik nicht mag. Darüber hinaus, was nützt es denn, schnell aus dem Flugzeug draußen zu sein, wenn man dann am Gepäck wartet, so dachte ich mir. Normalerweise auch richtig, aber, nicht in Kolumbien. Ich vergas dabei, dass die Migration/Zoll dazwischen liegt und ich wusste nicht, dass ein weiteres großes Flugzeug ebenfalls um 04:00 rum landete und seine zahlreichen Fluggäste ausspuckte, die dann ebenfalls durch die gleiche Migration mussten. Als ich also so langsam bei der Migration eintraf, da war die MONSTERSCHLANGE, in der ich dann auch über eine Stunde verbrachte, bis ich meinen Einreisestempel im Pass hatte. Das war schon mehr als lästig. Aber kein Problem, denn, ich hatte Zeit. Mein Anschlussflug ging erst um 10:30. Mein Koffer war der letzte, der noch auf dem Gepäckband rumfletzte, aber er war noch da. Jetzt musste ich ganz raus, um dann später mit Vivaair wieder einzuchecken und nach Santa Marta weiter zu fliegen. Die Zeit nutzte ich, um am Geldautomaten gleich Bares zu ziehen und mir eine Telefonkarte zu besorgen, damit ich Internet hatte. Das funktionierte alles hervorragend. Ich entspannte mich an einem ergatterten Sitzplatz in der Abflughalle, denn es war viel zu früh, mich bei Vivaair einzuchecken (dachte ich). Als ich mich dann so langsam aufmachte, fand ich wieder eine recht beeindruckende Schlange vor dem Vivaair-CheckIn vor. Obwohl ich meinen Boardingpass und somit meinen Sitzplatz bereits online besorgte, gab es kein Gepäck-Drop-Off. Somit musste ich in die Schlange. Aber alles kein Problem, weil, Zeit hatte ich. Nur unglaublich anstrengend war es. Im Flugzeug hatte ich dann einen Mittelsitz, zwischen einer „dicken Mutti“ und einem durchaus groß gebauten Kolumbianer. Was ich definitiv als sehr unkomfortabel bezeichnen würde. Aber es waren ja nur 1 ½ Stunden, die Strecke von Bogotá runter nach Santa Marta. Die Zeit verging „wie im Flug“ 🙂

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NEUES KAPITEL – neue Kolumbien-Tour mit Fokus auf Chocó – 11.02.2019

Nachdem es letztes Jahr so superschön war und nachdem ich einen Arbeitgeber habe, der mir freundlicherweise diese Freiheiten gewährt, bin ich dieses Jahr schon wieder in Kolumbien unterwegs. Warum schon wieder Kolumbien? 6 Wochen reichen einfach nicht aus um auch nur teilweise die Schönheit des Landes und die Freundlichkeit der Bewohner vollumfänglich zu genießen. Dann kommt noch dazu, eine besonders schöne Ecke Kolumbiens, der Chocó, da braut sich gerade was zusammen, was in ein paar Jahren vermutlich zur Wirkung hat, dass man da als Tourist nicht mehr hinfahren kann. Die FARC wurde nach dem Abschluss des Friedensvertrages nach jahrelangen Verhandlungen mit der Regierung auf neutralem Boden (Kuba) von der neuen Regierung völlig verarscht. Daher gehen jetzt immer mehr wieder zurück in den Untergrund. Viele der ehemaligen Kämpfer der FARC wurden bereits, nachdem sie jetzt ihre Maske ablegten, erschossen und beseitigt. Die Paramilitärs drücken in das von der FARC hinterlassene Vakuum und mexikanische Kartelle drängen von Norden in die von der Regierung ignorierten Gebiete im Chocó, an der Pazifikküste und zwingen die dortigen Bauern zum Cannabisanbau. Für die Regierung ist der Chocó völlig uninteressant, denn, da ist nichts zu holen, keine Infrastruktur, keine Bodenschätze, wenig Bevölkerung und wenn, dann nur Menschen mit der Hautfarbe der ehemaligen Sklaven.

Aber das ist ein Grund, warum es dort so schön ist. Diese Ecke wurde bisher von den großen Touri-Strömen verschont. Das würde sich jetzt die nächste Zeit vermutlich ändern. Denn immer mehr entdecken die unglaubliche Schönheit dieses Landesteiles. Glücklicherweise ist es noch etwas beschwerlich dort hinzureisen, denn, es gibt nur Flugverbindungen und Schiffsverbindungen. Im Land sowieso nur die Flüsse entlang. Es gibt keine Straßen! Man bewegt sich die Küste entlang mit kleinen oder etwas größeren Booten, die allein schon abenteuerlich sind. Seelenverkäufer auf dem riesigen Pazifik, oder kleine „Nussschalen“, das muss man mögen…
Klar, die extrem luxuriösen Ecco-Ressorts, die gab es schon immer. An einigen Küstenabschnitten verstärkt. Aber das fährt kein Rucksacktourist allein hin, weil, zu teuer, keine Transportmöglichkeit. Jedoch Stück für Stück hat sich jetzt eine kleine Infrastruktur an kleinen und wirklich sehr einfachen Übernachtungsmöglichkeiten gebildet. Das ist definitiv nicht jedermanns/fraus Sache. Oft besteht die Dusche (wenn es überhaupt eine gibt) aus einem Fass Wasser, aus dem man das Duschwasser schöpft. Alles egal, denn, die Schönheit und die Atmosphäre ist einmalig. Völlig ohne Hektik, keine Autos, oft nicht mal Telefon, geschweige denn Internet. Das ist nicht immer leicht… 🙂

Jedenfalls ist meine Einschätzung, dass man da als Tourist in Zukunft nicht ohne erhebliches Risiko bleiben kann, daher wollte ich das jetzt, solange das noch problemlos möglich ist, nochmal machen. Daher diesmal auch mit dem Hauptfokus auf den Chocó. Dann, die restliche Zeit, da werde ich sehen wohin es mich treibt.

Warum eigentlich allein nach Kolumbien, wird sich mancher fragen. Ich bevorzuge es durchaus, mit einer angenehmen Reisebegleitung zu reisen. Das hat sich, mit allen Höhen und Tiefen, als recht angenehme Art zu reisen bewährt, vorausgesetzt man passt zum Reisen auch gut zusammen. Das merkt man dann oft recht schnell wenn es nicht so ist 😉 und kann sich zu einer wahren Hölle für einzelne Beteiligten entwickeln. Aber dann kann man sich ja auch trennen. Durch so eine Trennung auf einer der letzten Reisen bin ich draufgekommen, dass es auch sehr viel Spaß macht, ganz alleine zu reisen. Bevor ich überhaupt nicht reise, da bin ich dann lieber allein unterwegs. Und „beinahe“ hätte ich ja sehr angenehme Reisebegleitung gehabt, hat sich aber kurzfristig zerschlagen.
Einer kann auf das Gepäck aufpassen, während der andere dann Tickets oder was auch immer besorgt. Man kann das Glück mit jemanden Teilen, man muss nicht jede Entscheidung allein treffen, sondern hat auch noch die Perspektive einer weiteren Person zur Verfügung. Lauter Vorteile. Es ist deutlich angenehmer und praktischer mit einer Begleitung unterwegs zu sein, denn, viele Dinge werden dadurch einfacher. Aber klar, besser allein reisen als zuhause bleiben. Und mit so Zielen wie Chocó oder Amazonien, da haben manche schon so ihre Probleme…
Aber alles ganz easy!

Nuqui und Flug Medellín, Weiterflug Santa Marta Dienstag, 26.03.19

Frühstück im Restaurant Las Flores gegenüber dem „Airport“ Nuqui. Ich muss zugeben, dass mir dieses ewige Rührei mit Patagones oder Arepas langsam ein wenig auf die Eier gingen. Ich sah meinen Tischnachbarn eine Art von Eintopf zum Frühstück essen, das sah so lecker aus, ich hatte aber bereits bestellt und konnte es nicht mehr abwenden. Aber im Restaurant Las Flores wurde zum braten immer relativ frisches Öl benutzt und ein leckerer Saft gemacht. Mann bekam dort immer ein gutes Frühstück

Gilberto, der Hotelverwalter, hatte starke Bauchschmerzen, musste dringend zum Arzt. Wenn ich ihn richtig verstanden hatte war es eine Art von Brennen im unteren Bauchbereich. Daher war Gilberto bei meiner Rückkehr zum Hotel nicht da. Ich organisierte mir ein Mototaxi (diese kleinen Dreiradler) und wollte schon relativ früh zum Flughafen. Glücklicherweise kam mir der Gilberto entgegen, als ich gerade ins Mototaxi steigen wollte und wir konnten uns noch verabschieden.

Auch der Check-In im Flughafen verlief recht problemlos. Da ist ja alles sehr übersichtlich am Airport Nuqui. Es landen und starten nur sehr kleine Flugzeuge. Daher läuft praktisch alles auf „Zuruf“ und ohne lästigen Papierkram. Nur Übergewicht musste ich zahlen (20.000 COP) und es verblieben mir nur noch 4000 COP, was gerade für ein Bier reichte. Ich war total pleite! Aber ich hatte auch meinen Flug nach Medellín. Beim Check In war Lindsey, die sympathische Paisa (so nennt man die Frauen aus Medellin) und Inselbesitzerin aus Termales ebenfalls da, mit einem Freund. Ihr Flug ging eine Stunde früher. Wir ratschten noch ein wenig, ich sendete ihr ein paar von mir gemachte „Trommelfotos“ aus Termales zur freien Verfügung für ihre Aktionen mit den lokalen Musikern, welche sie gerade plante. Auch Santiago war gekommen. Vermutlich um jemanden abzuholen oder um neue Kunden zu akquirieren. Ich genehmigte mir noch ein letztes Bier im „Las Flores“ mit meinen letzten 4000 COP.

Die Maschine war diesmal noch kleiner. Eine einmotorige Cessna 208B mit 8 oder 10 Sitzplätzen. Die Passagiere sitzen direkt hinter dem Piloten und Copiloten. Aber es war, trotz der kleinen Maschine, ein recht ruhiger Flug mit herrlichem Anflug über Medellín. 

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Chocó, Nuqui – Montag, 25.03.19

Die Dusche funktionierte immer noch nicht, aber, Wasser lief im Waschbecken. Daher war eine Art von „Notdusche“ möglich. Glücklicherweise…

Da kam Santiago. Er unterstützte mich im eigenen Interesse sehr, schnell eine Möglichkeit aufzutun, um hier in Nuqui an Bargeld zu kommen. Denn er bekam ja auch noch was von mir. Das war eine sehr anstrengende Session und führte leider zu keinem Erfolg. Ich überlegte schon, ob ich ihm für das geschuldete Geld als Pfand die Kamera überlasse oder das Reservehandy. Schließlich hat er sich dann darauf eingelassen, über eine internationale Banküberweisung Geld auf das Konto eines seiner Familienangehörigen zu überweisen und gleich das Geld für das Hotel mit. Beides natürlich mit einem Aufschlag. 85 € so 320.000 COP rum, also keine große Summe, aber für die beiden eben schon. Und es hingen ja weitere „Subunternehmer“ dran, die ausbezahlt werden mussten. Zum Beispiel der Bruder Moises, der die Zimmer in Guachalito vermietet hatte.  Dadurch war glücklicherweise geklärt, dass ich doch weiter im Hotel bleiben konnte. Ich hatte mich vorher bereits darauf eingestellt, direkt vor dem Flughafen mit meinem Gepäck auf den nächsten Tag zu warten. Wäre nicht angenehm, aber auch nicht so schlimm gewesen… Aber mehrere Tage ohne Geld in Nuqui, das wäre schon SEHR unangenehm geworden.
Nachdem das geklärt war fielen mir diverse Steine vom Herz und ich konnte endlich ein spätes Frühstück zu mir nehmen, was ja im Zimmerpreis mit inklusive war, also vom Hotel finanziert wurde.

Der Gilberto, der Hotelverwalter des Hotels „Palmas del Pacifico“ ist wirklich ein ganz netter! Hilfsbereit, freundlich und sympathische Ausstrahlung.
Ich trug anschließend die letzten Tage des Blogs nach und ging am späten Nachmittag zum nahen Strand, wo mich schon seit Stunden die wirklich super Musik hinzog. Diese Mischung mit einem großen Anteil an wirklich geiler Salsa-Cubana/Timba. Aber nicht dieser primitive Rakatakataka-Timba, nein, die anspruchsvolleren Sachen. Auch viele alte Sons der großen Soneros, Cuco Valloy war viel zu hören und ein wenig Latin-Pop, garniert mit einigen alten Cumbias. Und klar, viel Vallenato. Ich blieb bis nach Sonnenuntergang und es schon ein wenig dunkel wurde. Ich drehte ein paar Runden im Ort und kaufte mir schließlich Mandarinen und eine Mango, quasi zum Abendessen. Das war der Tag! Sehr übersichtlich, aber auch sehr relaxt.

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Thermales und Bootsfahrt nach Nuqui, Sonntag, 24.03.19

Es gab bei „Sirena Negra“ ein leckeres Frühstück, wie immer. Dann lies ich gleich die Rechnung klarmachen. In Summe 433.000 COP. Für 4 Tage recht ordentlich… Es blieben mir somit nur noch 130.000 COP. Davon waren 30.000 COP für Neris und seine Abholaktion vor ein paar Tagen gedacht. Also blieben 100.000 COP. Nicht mehr viel Spielgeld. Ich musste daher unbedingt heute zurückfahren. Es musste dazu heute unbedingt ein Schiff kommen, das mit Touristen in Thermales anlegt und mich dann mit zurück nach Nuqui nehmen könnte. Denn die regelmäßige tägliche Verbindung nach Nuqui ging nur Wochentags, nicht am Sonntag.
Als Alternative legte ich mir zurecht, ich könnte auch zu Fuß zurück nach Guachalitos gehen, dort den Santiago in Nuqui anrufen, damit der mich dann mit dem Boot abholt. Den erst in Guachalitos gab es wieder zumindest ab und zu Telefonverbindung. Weil, Santiago musste ich eh noch ausbezahlen, da wäre es auf die weiteren 35.000 COP nicht angekommen und auf den war auch verlass. Das hätte gepasst. Aber glücklicherweise taten sich bessere Möglichkeiten auf. Ein Schiff mit 4 Touristen und einem starken Motor legte an und ich konnte, so gegen 13:00 Uhr, mit nach Nuqui fahren. Moringa arrangierte das freundlicherweise für mich.

cof
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Termales Chocó – Samstag, 23.03.2019

Das Frühstück war schon wieder spitzenmäßig. Sie kochen immer alles frisch mit Gemüse aus eigenem Anbau. Immer alles frisch und lecker. Dann die „fette Siesta“ und noch die Krabben-Beobachtungstour am Strand. Einer Gruppe von immer zutraulicher werdenden Jugendlichen ist ebenfalls am Strand. Wenn man mal ein paar Tage da ist und sich die Leute an einem gewöhnen, dann werden sie langsam vertrauter. Sie rückten immer näher ran, fragten zum Beispiel nach der Uhrzeit, um ins Gespräch zu kommen. Aber diesmal hatte ich keine Lust.

Ich gönnte mir schon wieder eines dieser hervorragenden Mittagessen aus dem Hause „La Sirena Negra“ und bereute es, wie immer, natürlich nicht. Dann ging es am Nachmittag hoch zu den Thermalbecken. Diesmal war es anders. Das Wasser war trüb, vermutlich von den vielen Leuten die mutmaßlich heute schon da waren und 5 davon saßen auch immer noch im Becken. So blieb es dann auch die ersten 30 Minuten. Dann kam eine Schaar von 15 Kindern dazu, die für gehörig Action sorgten. Es waren die gleichen Kinder, die auch schon am Strand so zutraulich gewesen waren, als ich dort mit meiner Hängematte abhing. Die fegten durch das Becken wie ein Hurrikan, so dass sich die beiden Latinas verabschiedeten und nur das spanische Pärchen mit Freund blieb. Als die Kids nach 15 Minuten gingen, kam dafür eine Gruppe etwas merkwürdiger Gestalten. 4 Männer und eine Frau, die anscheinend aus Termales waren, so vermutete ich, weil sie scheinbar den „Bademeister“ kannten. Sie verspeisten ihre Tüten mit Snacks im Becken, hatten Cola dabei und haben es sich mit lustigen Tauchspielen richtig gut gehen lassen. Einer der beiden Chefs warf einen Stein, die beiden anderen repetierten den Stein brav. Man kann da ja total daneben liegen und ich lag mit meiner Einschätzung in dieser Hinsicht schon oft TOTAL daneben, aber, wenn die mir in der Nacht in einem komischen Viertel entgegengekommen wären, dann hätte ich mich nicht so gut gefühlt…

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Termales Chocó – Ergänzung Freitag, 22.03.2019

Was man am Haushalt hier im bei „La Sirena Negra“ gut feststellen konnte, da hatten definitiv die Frauen „die Hosen“ an. Nicht dass die Männer nichts zu sagen hätten, aber am Beispiel Onis „La Flaca“ konnte man feststellen, dass diese überaus hübsche Mutter dreier Kinder (der kleinen Laura (4) und des XXXX (?)) die schmiss den Großteil des Haushaltes, was ja schon reichen würde, aber darüber hinaus auch den Laden, der auch zum Haus gehörte, vor allem aber war sie die (HERVORAGENDE) Köchin des kleinen Restaurants. Es war von ihr ausgehend nie Hektik oder Stress spürbar. Ihre zahlreichen Aufgaben erledigte sie stets geschwind, aber doch gelassen. Keine Hast. Und, wenn sie was sagte, dann hatte das wirklich starkes Gewicht! Sie war keine Dienerin, sondern Macherin. Genauso bei Moringa, die gleich hinter Onis stand und ebenfalls sehr aktiv war. Anscheinend auch oft die letzte Entscheidung hatte. Die Männer im Haus halfen durchaus mit. Vor allem der Davidson, aber auch der Vater Neris. Die Kinder wurden definitiv von der ganzen Familie beaufsichtigt. Das ganze Projekt war offensichtlich ein Familienprojekt, getragen von allen Mitgliedern.

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Termales Chocó – Freitag, 22.03.2019

Mehrmals wachte ich in der Nacht wegen meinem juckenden Füßen auf. Die Mosquitos hatten mich am Vorabend wirklich fertig gemacht. Davidson erklärte mir, dass nur die Zeit zwischen 18:00 und 20:00 Uhr gefährlich sei. Er bat mich, ihn zu erinnern, dass er mir am folgenden Abend Insektenschutz gibt.

Ich fuhr nach dem Frühstück mit Neris und der Lancha (dem kleinen Motorboot) zum Fischen raus in Richtung Arusi und weiter bis zum Landspitz mit den spitzen Vulkanfelsen und dem seichten Wasser. Wir hatten zwar kein Glück beim Fischen, aber, Neris kaufte einem anderen Fischer seinen Fang ab, damit wir nicht ganz erfolglos heimkommen würden.
Die Brise auf dem so ruhigen Pazifik war unbeschreiblich. Ein so angenehmer warmer Duft, der eine kleine Spur würzigen Fisch, eine kleine Spur herbe Algen, ein wenig süßes Moos und irgendwie auch der frische und wohlschmeckende Touch Sonne und Weite. Schwer zu beschreiben, auch nicht per Video aufzunehmen oder zu fotografieren. Der Duft war in diesem Moment da und man konnte sich später vielleicht in Fragmenten daran erinnern, oder er wurde, durch andere ähnliche Düfte wieder wach gerufen, aber, er war nicht konservierbar oder transportierbar.
Wir waren in Summe vielleicht 1 oder 1 ½ Stunden unterwegs und haben bei der Rückfahrt die Leine für einen Zufallsfang Thunfisch raushängen lassen. Aber leider ohne Erfolg.

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Termales – Donnerstag, 21.03.19

Heute kann man die Aktionen in genau drei zusammenfassen.

  • Hängematte
  • Thermalbad
  • Hängematte

OK, vielleicht sind noch erwähnenswert das wiedermal super leckere Frühstück und die Fischkauf-Aktion am Strand.

Wobei das Thermalbad durchaus erwähnenswert ist. Ich war so gegen 14:00 Uhr dort. Als ich hinkam, da stand im Gegensatz zu gestern jemand an der Kasse, erklärte mir was zu den Bestandteilen des Wassers und öffnete auffordernd die Schublade mit der Kasse. (2000 COP)  Ich erklärte ihr, dass ich gestern, auf dem Weg zu den „Los Quatros Encantos“ hier vorbeikam und niemand da war. Deshalb hatte ich heut kein Geld dabei. Aber das war kein Problem. Eine andere ältere Frau wollte wissen wo ich wohne. Ich erzählte, dass ich im Haus von „La Sirena Negra“ wohne und sie wollte dann später das Geld holen kommen. Ich erklärte ihr, dass ich ja morgen wieder komme und das ich das warme Thermalwasser dringend brauchen könne, wegen meinem steifen Hals. Darauf bot sie mir Massage an, wenn ich mich recht erinnere für 60.000 COP. Fand ich schon interessant, denn, die zwei Massagen in Arboletes im Vulcan del Lodo hatten mir sehr geholfen. Nur die unmöglichen Kopfkissen, weil viel zu dick, die im Zimmer von Santiago in Guachalito auf den Betten waren, die hatten alles wieder zerstört. Ich hatte wieder meinen steifen Hals. Vielleicht konnte sie mir da am nächsten Tag helfen…

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Guachalito – Marsch nach Termales und im Regenwald zu den „Quatro Encantos“ – Mittwoch, 20.03.19

Das wird diesmal eine laaaaange Geschichte…. In der Früh um 06:30 wachte ich automatisch auf, das Wetter war hervorragend, es sprach absolut nichts gegen den 2stündigen Fußmarsch nach Termales. Ich packte die wichtigsten Dinge ein + eine Flasche Wasser, die ich mir extra aufgehoben hatte. Schon ging es los, die Nebelschwaden hingen noch ganz malerisch in den schwarzen Felsen am Strand und waberten vom Wald auf das Meer.  Das Wasser stand tief, es war Ebbe. Der Weg war leicht, die Sonne versteckte sich noch hinter ein paar Wolken, schaffte ein zauberhaftes Licht. Nur ein Stück war der Weg ein wenig schwieriger zu finden, weil, es gab an dieser Stelle keinen Strand. Nur Felsen. Der Weg ging an einem dieser edlen Unterkünfte vorbei und eigentlich hätte ich mich nur nach dem Ratschlag eines der Leute, die ich in Guachalito fragte, halten müssen. „Immer den Strand entlang“. Denn, wäre ich die ganze Zeit bis zum Schluss am Strand unten geblieben, dann wäre es leicht gewesen den Weg zu finden. So irrte ich ein wenig durch die Häuser der Lodges. Aber, im Endeffekt war s doch leicht zu finden. Es ging immer weiter und weiter, vorbei an so mancher recht edlen Unterkunft, die trotzdem meist nur in Holz oder Bambus gehalten waren. An einer Insel vorbei, die jetzt bei Ebbe zu Fuß erreichbar war. Da eröffnete sich ein riesiger Strand, kilometerlang, beeindruckend, Faszinierend, die Größe!

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Guachalito – hinter Jovi – vor Thermales, Dienstag, 19.03.19.

Tja, der geplante Fußmarsch nach Thermales musste leider ausfallen. Bereits in der Nacht hörte man Donnern und es begann zu regnen. Am Morgen gab es heftige Gewitter, der Regen war so stark, dass ich es vorzog, was gegen meine (inzwischen reduzierte) „2 ½ Monate-Schwangerschaft“ zu tun, als patschnass nach den 200m zum Club Nautilus anzukommen. Ich blieb einfach im Bett unter dem Mosquito-Zelt und es war so sche scho. Man muss nicht immer was machen…

Im Laufe des Vormittags gab es heftige Gewitter und ich war heilfroh, dass ich nicht losgegangen war. Beeindruckende Blitzeinschläge auf dem Meer, in 1-2 Kilometer Entfernung. Es regnete wie aus Gießkannen und es wurde „empfindlich kalt“. Statt der bisherigen 34 -36 Grad hatte es plötzlich tagsüber nur noch frostige 28 Grad. Klingt vielleicht lustig, aber man empfindet es als sehr kühl. Ich hätte mir einen Pullover oder eine Jacke und lange Hosen angezogen, wenn ich denn welche dabeigehabt hätte. Aber das war alles in meinem roten Monsterrucksack, im Hotel Palmas del Pacifico bei Gilberto. Auf diese Kühle war ich so überhaupt nicht eingestellt. Am Vormittag war es in der Kombination mit Wind immer noch recht kühl, da dieser ungehindert durch das luftige Haus blies. Was ja bei Hitze ein echter Vorteil und Genuss ist, wird bei dieser „Kälte“ sehr unangenehm.

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Nuqui – Sonntag, 17.03.19

Mein Gott hatte ich gut geschlafen. So ruhig. Nur das Meer in der Ferne. Ansonsten praktisch nichts. Nur ein paar Vögel. Ich ging zum Frühstücken zum Restaurant Las Flores und das war mit Abstand das beste Frühstück seit langem. Erst stöhnte ich innerlich auf, Rührei mit Käse und Tostones. Der Klassiker in Kolumbien, aber mit der Zeit… wird’s dann doch ein wenig eintönig. Aber diesmal war alles in frischem Öl rausgebacken, der Käse ein wenig angebraten, die Eier lecker gewürzt. Da war eine echte gute Köchin am Werk, denn, man kann auch einfache Sachen lecker zubereiten.

Dann war viel zu tun, weil ich das starke Internet ausnutzen wollte. Als ich fertig war, da war es schon 14:00 Uhr, also Zeit für die fette Fiesta. Dann zum Strand, wo ich auch sitzen blieb, bis es ganz dunkel wurde. Es war so eindrucksvoll, der Sonnenuntergang, die Weite, das Meer, die Farben, die Vögel und die gute Musik dazu im Hintergrund. Ich hätte da noch Stunden sitzenbleiben können, aber, es war dunkel, ich hatte Hunger und so ging ich in den Ort. Das mit den 30 Häusern musste ich revidieren, nachdem ich jetzt alles erschlossen hatte. Es sind vielleicht 40 oder 50 Häuser. Und abends geben die richtig Gas! Laute Musik, die Leute flanieren in den Straßen rum. Ich bin auch zwei Runden gegangen. Auffällig war, die Leute, die morgen das Haus betonierten, waren immer noch zugange (vermutlich schon wieder, also erst in der Früh, dann am Abend, wenn es kühler ist). Das Restaurant „Las Flores“ hatte schon zu. Ich fand aber irgendwie keinen Ersatz, so kaufte ich mir eine Papaya, in Anbetracht meiner Erfolgserlebnisse bezüglich meiner „Schwangerschaft“, die sich inzwischen deutlich reduziert hatte.

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Medellín und Flug nach Nuqui – Samstag, 16.03.19

Das Aufstehen funktionierte immer noch hervorragend. Frühstück gab es in einer zum Restaurant umgebauten Tiefgarage. Abgefahren! So konnten die reichen kolumbianischen Gäste während des Frühstücks ihr teures Auto beobachten 🙂

cof

Das Hotel besorgte mir ein Taxi (mit Taximeter), welches mich für 13.000 COP zum Flughafen fuhr. Als ich in das Flughafengebäude ging, da winkte mir die süße Negrita von gestern schon zu, ich solle gleich zu ihr kommen. Sie runzelte beim Gepäck etwas die Stirn und ich musste mit 7 Kg Übergepäck 20.000 COP nachzahlen. Dann instruierte sie mich, wie es weitergeht. Für den Bereich hinter der Sicherheitskontrolle war ich offensichtlich noch zu früh dran. Also setzte ich mich auf eine der Sitzgruppen und wartete. So nach 10 Min. tupfte mich von hinten die süße Paisa an und meinte, ich solle ihr folgen. Sie organisierte, dass ich gleich reinkommen konnte. Wirklich sehr freundlich von ihr. Auch bekam ich eine Art von „persönlicher Assistentin“, die im Bereich hinter dem Sicherheitscheck auf mich schaute. Das war alles sehr unübersichtlich, weil aus irgendeinem Grund Flugzeuge ausgefallen waren und alles voll war mit Leuten. Es war schwierig einen Sitzplatz zu finden. Nur ein paar amerikanischen Touristen beanspruchten gleich mehrere Sitzplätze, damit sie sich hinlegen konnten. Was viele Kolumbianer im Vorbeigehen mit Stirnrunzeln quittierten.

cof
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