Samstag, 22.02. – fauler Tag in Termales

Eva war weg, der Vortag war anstrengend gewesen, die Sonne hatte mein Gesicht gerötet, das waren Gründe genug um einen Ruhetag in der Hängematte vor Moringas Anwesen direkt am Meer „La Sirena Negra“ zu verbringen. Das machte ich mit der gewohnten Intensität und Kompromisslosigkeit. Und zwar praktisch den ganzen Tag. Die Lanchas (kleinen Boote) kommen und gehen. Es ist jedes Mal ein Schauspiel (nur für mich natürlich), wenn die Boote über die Wellen an den Strand tanzen, die Leute versuchen trockener Kleidung an Land zu geraten. Bis es dann Abend wurde, die Sonne schwächer. Da lief ich im Dorf in Richtung Norden, die halbe Strecke zur Insel der Paisa. Es ist immer wieder beeindruckend, wie finster sowohl Kolumbianer als auch Kolumbianerinnen (einschließlich Kinder) dreinblicken können, bis man sie freundlich grüßt… Dann geht praktisch immer die Sonne auf, aber wie! Dann ratscht man ein wenig, denn, Kolumbianer sind sehr neugierig.  Wo man denn herkommt, warum man allein unterwegs ist, wo man wohnt, was man noch vorhat, wie oft man schon hier war, wie es einem gefällt und so weiter. Dann sind da aber noch die Hunde. Manche freundlich, aber nicht alle. Heute ist mir ein schwarzer riesiger Brackel mit beeindruckendem Gebiss am einsamen Strand entgegengekommen, bei dem dachte ich mir, der sollte jetzt lieber nicht merken, dass ich gehörig Respekt habe vor ihm. Also schnalzte ich und „war freundlich“, so wie wenn wir uns kennen würden. Entweder er fiel auf meinen „Trick“ rein, oder, es war im einfach egal. Jedenfalls, an so einsamen Stellen sind mir solche Hunde eher unangenehm, um es vorsichtig auszudrücken. Andere Hunde, meist die jungen, die springen um einen rum, meist auch hoch, was bei oft großen Hunden schon bis zur Brust gehen kann und hinterlassen da ihre Fußabdrücke. Es ist dann immer schwierig zu vermitteln, dass man jetzt gerade, obwohl man freundlich war, NICHT spielen möchte und genauso wenig immer freundlich gebissen werden, was schon ganzschön zwicken kann.

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Freitag, 21.02. – Nuqui und Fahrt mit dem Boot nach Guachalito und zu Fuß weiter nach Termales

Um 9 war Treffpunkt am Hafen. Ich war gerüstet, frühstückte im „Las Flores“ noch einen gebratenen Fisch, so dass ich nicht so schnell Hunger bekommen würde. Dabei fiel mir noch auf, dass der Wirt mit dem „Balsamico“ (Story ein paar Seiten davor) regelmäßig den Tisch abputzte (chemisches Ungeziefermittel oder so). Ich muss mir nochmal genauer ansehen was das für ein Gebräu war, hatte ja ein Foto der Flasche gemacht, als ich es beinahe mit Balsamico verwechselte. Roch ziemlich giftig das Zeug. Jetzt wollte ich meine Arme lieber nicht mehr auf den Tisch ablegen, wie ich es sonst gerne machte.

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Donnerstag, 20.02. – Nuqui nada mas

Das war ein super fauler Tag, die Ausrede war der Sonnenbrand im Gesicht. Ich hätte mich doch einschmieren sollen, nachdem ich schon Sonnencreme kaufte und auch meine Beine einschmierte. Jedenfalls blieb ich in Nuqui und machte einen faulen Tag.

Mittags gab es im Restaurant Las Flores am Flughafen einen merkwürdigen „Bacalao-artigen“ Fisch. War schon OK, aber naja… Aber der positive Aspekt des Restaurantbesuchs war, die nette Frau aus Bogota, die ich bereits im „Restaurant Pola“ kennenlernte, die gab mir die Telefonnummer eines Guids aus Jurubida, da wo die riesigen bewachsenen Steine im Wasser liegen. Sie meinte, der würde mich sicher auch aus Nuqui holen. Perfekt, gut für den Teil nach dem südlichen Küstenabschnitt, den ich erst besuchen wollte. Solche Telefonnummern sind kostbar!

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Mttwoch, 19.02. – Nuqui + Playa Cochalito + Parque Utria – Chocó

Am Vortag hatten die beiden Mädels aus Frankreich doch noch die Entscheidung getroffen, die Tour mit Santiago am nächsten Tag mitzumachen. Super! Das bedeutete, ich musste früher aufstehen, denn, um 09:00 Uhr war Treffpunkt am Hafen. Ich war schon um 20 vor Neun am Flughafen, der ja nur 50 m vom nautischen Hafen entfernt ist. Da gönnte ich mir noch ein Frühstück, so dachte ich zumindest. Leider war ich nicht der einzige Gast und alle schienen gerade vor mir gekommen zu sein. Eva mit ihrer Reisegefährtin zog an mir vorbei, hörte mein Rufen nicht. Kein Problem dachte ich mir, wir treffen uns eh gleich am Hafen. Aber das Essen kam und kam nicht. Plötzlich kommt da ein kleines Mädchen aus der Tür, deren Gesicht mir bekannt vorkam. Sie sagte nur, „espera un momento“, also „warte einen Moment“, was ich so überhaupt nicht zuordnen konnte. Gleich darauf verstand ich es, als Darwinson aus Termales (La Sirena Negra) mich begrüßte. Er war zufällig auch gerade in Nuqui. Ich kündigte mein Kommen für nächste Woche an.

Das Frühstück kam und kam nicht, es war schon 5 vor 9. Ich sagte dem Wirt, dass er es einpacken soll. Was er brav machte, sogar den Saft packte er in eine verschließbare Styropor-Schüssel und lieferte ihn mit.

Er Santiago war schon am Hafen, die beiden Mädels auch. Einsteigen und los ging es. Das Meer war relativ ruhig, es gab schon Wellen, so dass das Boot ab und zu über einen Kamm schob und krachend im Wellental aufschlug, aber es ging. Nicht so ruhig wie letztes Jahr, als der Pazifik seinem Namen alle Ehre machte. Vor Jurubida sind wir an den kleinen Inseln, bestehend aus riesigen bewachsenen Felsen vorbeigefahren. Recht beeindruckend, die steilen Felsen und der tropisch üppige Bewuchs „auf dem Kopf“.

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Balsamico-Ersatz

Dienstag, 18.02. – Nuqui – Chocó

Gestern Abend kam so gegen 22:00 Uhr Santiago (der Mann mit dem Boot) noch zum Hotel und sagte die Tour für den heutigen Tag ab, denn, die beiden kolumbianischen Mädels waren abgesprungen. Kein Problem für mich, denn, es hätte mich den Tag über im Boot total aufgebrutzelt. Nächstes Jahr bin ich sicher wieder öfters im Solarium, die Wochen davor. Nervig wenn man so auf die Sonne aufpassen muss.

Ich hatte außerordentlich gut geschlafen im Hotel „Las Palmas del Pacifico“ und bin auch laaange liegengeblieben. Die Nacht über, mit der Flut, wurde das Meer immer lauter und lauter. Der Pazifik machte mir, wie letztes Jahr auch, die ersten Tage Respekt. Fühtle mich komischerweise nicht so recht sicher vor ihm… Tsunami und so. Die Holzhäuser, ein paar Meter über dem Meer, die würden auch von einem kleinen Tsunami weggespült wie am Boden liegendes Treibholz. Aber ich wusste, dass ich in ein paar Tagen nicht mehr daran denken würde. Zumindest war das letztes Jahr so. Die leichte Unruhe würde sich legen.

Im Stil des Chocó habe ich mir für wirklich Alles gehörig Zeit gelassen und immer wieder Pause gemacht. Duschen, Pause, Zähneputzen, Pause, ein wenig lesen, Pause, ein bischen Aufräumen, große Pause in der Hängematte. Schon war es Mittag und ich hatte noch nicht gefrühstückt. Also ging ich zum kleinen Restaurant gegenüber dem Flughafen. Auf dem Weg und auch vorher schon vor dem Hotel, waren kleine Trupps, mit jeweils 5-8 Mann des Militärs unterwegs. Zwar recht relaxt, aber voll aufgerödelt mit Maschinenpistolen und Gewehren. Auch im Ort war das Militär heute sehr präsent. Das war mir letztes Jahr nicht aufgefallen, bis auf die Hubschrauberlandung am letzten Tag in Termales. Ich fragte den Wirt des Restaurants, aber der meinte nur, da wäre eine Militärische Stellung in Nuqui und daher auch die Soldaten. Diese Antwort befriedigte mich zwar nicht, aber er wollte auch nicht mehr Details rausrücken. Die Paramilitärs würden auch in dieser Gegend schon wieder „Gas geben“, das wäre eine schlüssige Erklärung für die verstärkte Präsenz. Aber war ja alles relaxt, die Soldaten feixten und machten Späße.

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Montag, 17.02. – Flug nach Nuqui – Chocó

Erstmal wollte ich schnell im Hotel frühstücken, denn, ich hatte den Plan, mir schnell noch eine andere Telefonkarte zu besorgen, eine „Claro“, denn, wen ich auch fragte, jeder schüttelte bei „Movistar“, die sie mir am Flughafen in Bogotá aufgedrückt hatte, mitleidig den Kopf. Aber ich hatte auch den Plan, zusätzlich die Movistar-Karte aufzuladen und dann im Vergleich mit der Claro-Karte zu testen. Und auch für den Fall… Mit Claro bin ich letztes Jahr sehr gut gefahren, hatte keinerlei Probleme. Vielleicht ist es in Bogota anders, aber an der Karibikküste, in Medellín und im Choco da scheint Movistar recht unbekannt oder unbeliebt zu sein.

In Medellín liegen unglaublicher Reichtum und schreckliches Elend recht nahe zusammen…
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Sonntag, 16.02. – Flug von Santa Marta nach Medellín

Diesmal war ich definitiv viel zu spät ins Bett gekommen am Vorabend. Der Carnaval in Taganga, dann noch auf dem Balkon und dem Mirador im super böigen Wind. Aber es waren immer sehr warme Böen, was es wirklich erträglich machte. Die Hängematte wurde angeschaukelt, manchmal allerdings wurde der Stoff der Hängematte durch die Böen so heftig gezerrt, regelrecht weggerissen, dass man mit geschlossenen Augen liegend regelrecht zusammenzuckt, wie wenn jemand ganz unverhofft an der Hängematte mit voller Kraft am Stoff reißen würde. Extreme Böen. Da musste man das Notebook richtig festhalten, sonst wäre es weggeflogen. Andererseits, die vielen unterschiedlichen Musikquellen, vom Dach aus sehr zentral vernommen, das hört sich auch wieder interessant an. Um 01:00 legte ich mich dann regelrecht erschöpft im meinem Zimmer ins normale Bett, denn an Schlafen war oben in den Hängematten im Wind nicht zu denken. In Deutschland war es bereits eine Uhrzeit, wo manche schon aufstehen. (ich tendenziell nicht)

In der Früh lief alles glatt. Ich genehmigte mir Arepas mit Ei und packte meine Sachen zusammen. Victor, der Taxifahrer war auch rechtzeitig zur Stelle. Durch einen gerde abgehaltenen Straßenmarathon in Santa Martha an diesem Morgen mussten wir zwar Umwege zum Flughafen fahren, waren trotzdem rechtzeitig da. Es ist so ein herrlich gelegener Flughafen. Die Landebahn startet und endet am Meer, von Palmen umsäumt, das blaue karibische Meer, der weiße Strand. Wenn man in Santa Marta ankommt, dann sollte man sich nicht gleich ins Taxi setzen und wegfahren. Für das nächste Mal, wenn ich in Santa Marta direkt aus Deutschland ankomme,  da habe ich mir vorgenommen, dass ich die paar Meter zur nächsten Strandbar laufe und mir erstmal am Strand in aller Ruhe ein Bier genehmige, bevor ich weiterfahre nach Santa Marta und Taganga. Vielleicht auch die Badehose griffbereit und gleich rein ins lauwarme Wasser.

Die schöne und verlockende Nähe zum Strand des Flughafens in Santa Marta
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Samstag, 15.02. – Taganga-Zusätze

Was mir heute den Tag über noch so aufgefallen ist in Taganga. Die alten Soneros sind immer noch sehr beliebt in Kolumbien, obwohl sich auch in Kolumbien Reggaeton spürbar verbreitet. Leider. Aber das Spektrum der auf der Straße gespielten Musik ist sehr breit. Von Folklore (Cumbia, Mapalé, Gaita…), Vallenato, Cumbia-Elektro, Salsa-Klassiker, Herz-Schmerz-Schnulzen und vieles mehr. Alles kommt wie in einer Linie hintereinander und sehr gemischt daher.

Was man an der Straße vor dem Hotel San Marcos gut erkennen kann (davon abgesehen, dass die Straße absolut nicht zum Hotel passt, denn das ist wirklich OK), im „Winter“ müssen regelrechte Sturzfluten die Straße runterlaufen, was auch deren Zustand gut erklärt (was man auf dem Foto nicht so gut sieht). Dafür sind vermutlich die Sandsäcke. Das Mädel mit der Planierraupe waren anscheinend noch nicht da (wie letztes Jahr beobachtet).

Mittagessen habe ich heute ausgelassen (3. Monat…), dafür habe ich mir abends einen Reis mit Mariscos schmecken lassen. Es ist jedes Mal ein Genuss, da an der Strandpromenade direkt bei den Fischern zu sitzen und sich ein leckeres Essen schmecken zu lassen und gleichzeitig die Sonne verschwinden zu sehen. Ein sehr relaxtes Ambiente, das sehr ansteckend wirkt. Der Reis war auch extrem lecker.

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Freitag, 14.02. – Immer noch Taganga und Santa Marta

Klar bin ich wieder um 04:00 Uhr wach geworden. Wieder blieb ich trotzdem liegen. Aus rein „taktischen“ Gründen, damit das mit der Zeitumstellung schneller über die Bühne geht.

Dann wieder Frühstück im San Marcos. Im Spiegel bemerkte ich, dass einer meiner Vorfahren wohl ein gekochter Krebs war, daher kaufte ich mir sofort einen Hut. War nicht so leicht, bedingt durch meinen Kopfumfang. Ein grausliches weißes Teil kaufte ich mir aus „medizinischen Gründen“. Aber es reicht einfach nicht, 3 mal ins Solarium zu gehen… Trotzdem meide ich Sonnencreme. Da bin ich lieber mal einen Tag ohne Sonne.
Und schon ging es auf nach Santa Marta. Der Bus-Preis hatte sich ein wenig erhöht. Er kostete jetzt 2000 COP so 50 Cent rum. Aber ich muss nochmal in Beiträgen vom letzten Jahr nachsehen ob das wirklich stimmt. Der Bier- und Wasserpreis blieb jedenfalls gleich. Eine Flasche Bier oder Wasser ebenfalls 2000 COP.

Santa Marta ist zwar eine typische hektische lateinamerikanische Stadt, trotzdem gefällt mir die Atmosphäre da recht gut. Keine Ahnung warum, ich fühle mich da wohl. Praktisch alles spielt sich auf der Straße ab. So stieg ich erst in der „Touri-Gegend“ nahe dem Hafen aus, ging dann Calle 16 hoch, an der Kathedrale vorbei, auf der Suche nach dem Musik-Shop, um eine Bongo als Geschenk für einen lieben Freund in Termales zu kaufen. Nach ein wenig Suche fand ich den Shop in Calle 13. Leider gab es keine geeigneten Instrumente und ich zog weiter. Habe dann noch ein wenig den Markt durchstreift. Dann spürte ich, dass die Sonne stärker und stärker wurde. Klar es war Mittag. Da war nur noch die Entscheidung zu treffen, Mittagessen in Santa Marta oder in Taganga. Ich entschied mich für Taganga, es ging mit dem Bus zurück. Dabei nahm ich mir für den nächsten Tag vor, den Markt nochmal intensiv zu durchstreifen. Es gab so viel interessante Dinge zu sehen!

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Donnerstag, 13.02. – Taganga

Klar, durch die Zeitumstellung war ich bereits um 04:00 Uhr das erste Mal wach. Aber diesmal wollte ich Jetlag-Umstellungszeit beschleunigen und ging nicht raus, trotz des sicher unglaublichen Sonnenaufgangs. Taganga war zum Akklimatisieren geplant und dazu gehört auch die Zeitumstellung.

Ich frühstückte im Hotel San Marcos, Maria baute mir die ersten Arepas mit Rührei. Schon sehr lecker. Aber klar, nach 6 Wochen werde ich echte Sehnsucht nach gutem Brot und Käse haben…

Nach der ersten Session, um den Blog upzudaten, auf dem superangenehmen höchsten Punkt des Hotel, in einem angenehmen Wind, der die Hitze sehr erträglich machte, ging ich zum Mittagessen wieder zum Restaurant Mona. Diesmal nicht zu spät und ich bestellte mir einen leckeren Fisch. Eigentlich ein Fischchen. Aber es machte nichts, ich wollte eh abnehmen. Klar, mit einer leckeren Suppe davor. Aber es gab keine leckeren Fruchtsäfte mehr. Die Mona schien ihr Präsenz deutlich zu reduzieren. Aber klar, mit über 80 (oder älter…)

Restaurant Mona – Taganga
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Dienstag, 11.02.20 Abfahrt nach Kolumbien + Mittwoch, 12.02.20 Taganga

Mein Bruder brachte mich freundlicherweise zum Flughafen. Gleich nach der Arbeit, die Koffer waren bereits gepackt. Der Flug ging um 22:00 mit der Avianca. Interessant war, letztes Jahr bin ich auch mit Avianvca geflogen. Da waren vereinzelte Deutsche im Flugzeug. Dieses Jahr waren vereinzelte Kolumbianer und Latinos im Flugzeug, der Rest waren Deutsche. Da setzt gerade ein Boom ein nach Kolumbien, das spricht sich anscheinend gerade rum.

Diesmal habe ich mir den Luxus rausgenommen, kostenpflichtig Einfluss auf meine Sitzauswahl zu nehmen. Fast ganz hinten, Fensterplatz (sieht man in der Nacht eh nix, aber man hat Ruhe). Klo-Nähe. War OK, diesmal auch keine rotzbesoffenen nervenden Leute hinter mir, wie letztes Mal. Die 12 Stunden Flug vergingen diesmal überraschend schnell. Trotz des heftigen Gegenwinds waren wir pünktlich um 04:00 des folgenden Tages in Bogotá am Flughafen. Ich habe mir Zeit gelassen beim Aussteigen, weil ich die Hektik nicht mag. Darüber hinaus, was nützt es denn, schnell aus dem Flugzeug draußen zu sein, wenn man dann am Gepäck wartet, so dachte ich mir. Normalerweise auch richtig, aber, nicht in Kolumbien. Ich vergas dabei, dass die Migration/Zoll dazwischen liegt und ich wusste nicht, dass ein weiteres großes Flugzeug ebenfalls um 04:00 rum landete und seine zahlreichen Fluggäste ausspuckte, die dann ebenfalls durch die gleiche Migration mussten. Als ich also so langsam bei der Migration eintraf, da war die MONSTERSCHLANGE, in der ich dann auch über eine Stunde verbrachte, bis ich meinen Einreisestempel im Pass hatte. Das war schon mehr als lästig. Aber kein Problem, denn, ich hatte Zeit. Mein Anschlussflug ging erst um 10:30. Mein Koffer war der letzte, der noch auf dem Gepäckband rumfletzte, aber er war noch da. Jetzt musste ich ganz raus, um dann später mit Vivaair wieder einzuchecken und nach Santa Marta weiter zu fliegen. Die Zeit nutzte ich, um am Geldautomaten gleich Bares zu ziehen und mir eine Telefonkarte zu besorgen, damit ich Internet hatte. Das funktionierte alles hervorragend. Ich entspannte mich an einem ergatterten Sitzplatz in der Abflughalle, denn es war viel zu früh, mich bei Vivaair einzuchecken (dachte ich). Als ich mich dann so langsam aufmachte, fand ich wieder eine recht beeindruckende Schlange vor dem Vivaair-CheckIn vor. Obwohl ich meinen Boardingpass und somit meinen Sitzplatz bereits online besorgte, gab es kein Gepäck-Drop-Off. Somit musste ich in die Schlange. Aber alles kein Problem, weil, Zeit hatte ich. Nur unglaublich anstrengend war es. Im Flugzeug hatte ich dann einen Mittelsitz, zwischen einer „dicken Mutti“ und einem durchaus groß gebauten Kolumbianer. Was ich definitiv als sehr unkomfortabel bezeichnen würde. Aber es waren ja nur 1 ½ Stunden, die Strecke von Bogotá runter nach Santa Marta. Die Zeit verging „wie im Flug“ 🙂

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NEUES KAPITEL – neue Kolumbien-Tour mit Fokus auf Chocó – 11.02.2019

Nachdem es letztes Jahr so superschön war und nachdem ich einen Arbeitgeber habe, der mir freundlicherweise diese Freiheiten gewährt, bin ich dieses Jahr schon wieder in Kolumbien unterwegs. Warum schon wieder Kolumbien? 6 Wochen reichen einfach nicht aus um auch nur teilweise die Schönheit des Landes und die Freundlichkeit der Bewohner vollumfänglich zu genießen. Dann kommt noch dazu, eine besonders schöne Ecke Kolumbiens, der Chocó, da braut sich gerade was zusammen, was in ein paar Jahren vermutlich zur Wirkung hat, dass man da als Tourist nicht mehr hinfahren kann. Die FARC wurde nach dem Abschluss des Friedensvertrages nach jahrelangen Verhandlungen mit der Regierung auf neutralem Boden (Kuba) von der neuen Regierung völlig verarscht. Daher gehen jetzt immer mehr wieder zurück in den Untergrund. Viele der ehemaligen Kämpfer der FARC wurden bereits, nachdem sie jetzt ihre Maske ablegten, erschossen und beseitigt. Die Paramilitärs drücken in das von der FARC hinterlassene Vakuum und mexikanische Kartelle drängen von Norden in die von der Regierung ignorierten Gebiete im Chocó, an der Pazifikküste und zwingen die dortigen Bauern zum Cannabisanbau. Für die Regierung ist der Chocó völlig uninteressant, denn, da ist nichts zu holen, keine Infrastruktur, keine Bodenschätze, wenig Bevölkerung und wenn, dann nur Menschen mit der Hautfarbe der ehemaligen Sklaven.

Aber das ist ein Grund, warum es dort so schön ist. Diese Ecke wurde bisher von den großen Touri-Strömen verschont. Das würde sich jetzt die nächste Zeit vermutlich ändern. Denn immer mehr entdecken die unglaubliche Schönheit dieses Landesteiles. Glücklicherweise ist es noch etwas beschwerlich dort hinzureisen, denn, es gibt nur Flugverbindungen und Schiffsverbindungen. Im Land sowieso nur die Flüsse entlang. Es gibt keine Straßen! Man bewegt sich die Küste entlang mit kleinen oder etwas größeren Booten, die allein schon abenteuerlich sind. Seelenverkäufer auf dem riesigen Pazifik, oder kleine „Nussschalen“, das muss man mögen…
Klar, die extrem luxuriösen Ecco-Ressorts, die gab es schon immer. An einigen Küstenabschnitten verstärkt. Aber das fährt kein Rucksacktourist allein hin, weil, zu teuer, keine Transportmöglichkeit. Jedoch Stück für Stück hat sich jetzt eine kleine Infrastruktur an kleinen und wirklich sehr einfachen Übernachtungsmöglichkeiten gebildet. Das ist definitiv nicht jedermanns/fraus Sache. Oft besteht die Dusche (wenn es überhaupt eine gibt) aus einem Fass Wasser, aus dem man das Duschwasser schöpft. Alles egal, denn, die Schönheit und die Atmosphäre ist einmalig. Völlig ohne Hektik, keine Autos, oft nicht mal Telefon, geschweige denn Internet. Das ist nicht immer leicht… 🙂

Jedenfalls ist meine Einschätzung, dass man da als Tourist in Zukunft nicht ohne erhebliches Risiko bleiben kann, daher wollte ich das jetzt, solange das noch problemlos möglich ist, nochmal machen. Daher diesmal auch mit dem Hauptfokus auf den Chocó. Dann, die restliche Zeit, da werde ich sehen wohin es mich treibt.

Warum eigentlich allein nach Kolumbien, wird sich mancher fragen. Ich bevorzuge es durchaus, mit einer angenehmen Reisebegleitung zu reisen. Das hat sich, mit allen Höhen und Tiefen, als recht angenehme Art zu reisen bewährt, vorausgesetzt man passt zum Reisen auch gut zusammen. Das merkt man dann oft recht schnell wenn es nicht so ist 😉 und kann sich zu einer wahren Hölle für einzelne Beteiligten entwickeln. Aber dann kann man sich ja auch trennen. Durch so eine Trennung auf einer der letzten Reisen bin ich draufgekommen, dass es auch sehr viel Spaß macht, ganz alleine zu reisen. Bevor ich überhaupt nicht reise, da bin ich dann lieber allein unterwegs. Und „beinahe“ hätte ich ja sehr angenehme Reisebegleitung gehabt, hat sich aber kurzfristig zerschlagen.
Einer kann auf das Gepäck aufpassen, während der andere dann Tickets oder was auch immer besorgt. Man kann das Glück mit jemanden Teilen, man muss nicht jede Entscheidung allein treffen, sondern hat auch noch die Perspektive einer weiteren Person zur Verfügung. Lauter Vorteile. Es ist deutlich angenehmer und praktischer mit einer Begleitung unterwegs zu sein, denn, viele Dinge werden dadurch einfacher. Aber klar, besser allein reisen als zuhause bleiben. Und mit so Zielen wie Chocó oder Amazonien, da haben manche schon so ihre Probleme…
Aber alles ganz easy!

Nuqui und Flug Medellín, Weiterflug Santa Marta Dienstag, 26.03.19

Frühstück im Restaurant Las Flores gegenüber dem „Airport“ Nuqui. Ich muss zugeben, dass mir dieses ewige Rührei mit Patagones oder Arepas langsam ein wenig auf die Eier gingen. Ich sah meinen Tischnachbarn eine Art von Eintopf zum Frühstück essen, das sah so lecker aus, ich hatte aber bereits bestellt und konnte es nicht mehr abwenden. Aber im Restaurant Las Flores wurde zum braten immer relativ frisches Öl benutzt und ein leckerer Saft gemacht. Mann bekam dort immer ein gutes Frühstück

Gilberto, der Hotelverwalter, hatte starke Bauchschmerzen, musste dringend zum Arzt. Wenn ich ihn richtig verstanden hatte war es eine Art von Brennen im unteren Bauchbereich. Daher war Gilberto bei meiner Rückkehr zum Hotel nicht da. Ich organisierte mir ein Mototaxi (diese kleinen Dreiradler) und wollte schon relativ früh zum Flughafen. Glücklicherweise kam mir der Gilberto entgegen, als ich gerade ins Mototaxi steigen wollte und wir konnten uns noch verabschieden.

Auch der Check-In im Flughafen verlief recht problemlos. Da ist ja alles sehr übersichtlich am Airport Nuqui. Es landen und starten nur sehr kleine Flugzeuge. Daher läuft praktisch alles auf „Zuruf“ und ohne lästigen Papierkram. Nur Übergewicht musste ich zahlen (20.000 COP) und es verblieben mir nur noch 4000 COP, was gerade für ein Bier reichte. Ich war total pleite! Aber ich hatte auch meinen Flug nach Medellín. Beim Check In war Lindsey, die sympathische Paisa (so nennt man die Frauen aus Medellin) und Inselbesitzerin aus Termales ebenfalls da, mit einem Freund. Ihr Flug ging eine Stunde früher. Wir ratschten noch ein wenig, ich sendete ihr ein paar von mir gemachte „Trommelfotos“ aus Termales zur freien Verfügung für ihre Aktionen mit den lokalen Musikern, welche sie gerade plante. Auch Santiago war gekommen. Vermutlich um jemanden abzuholen oder um neue Kunden zu akquirieren. Ich genehmigte mir noch ein letztes Bier im „Las Flores“ mit meinen letzten 4000 COP.

Die Maschine war diesmal noch kleiner. Eine einmotorige Cessna 208B mit 8 oder 10 Sitzplätzen. Die Passagiere sitzen direkt hinter dem Piloten und Copiloten. Aber es war, trotz der kleinen Maschine, ein recht ruhiger Flug mit herrlichem Anflug über Medellín. 

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Chocó, Nuqui – Montag, 25.03.19

Die Dusche funktionierte immer noch nicht, aber, Wasser lief im Waschbecken. Daher war eine Art von „Notdusche“ möglich. Glücklicherweise…

Da kam Santiago. Er unterstützte mich im eigenen Interesse sehr, schnell eine Möglichkeit aufzutun, um hier in Nuqui an Bargeld zu kommen. Denn er bekam ja auch noch was von mir. Das war eine sehr anstrengende Session und führte leider zu keinem Erfolg. Ich überlegte schon, ob ich ihm für das geschuldete Geld als Pfand die Kamera überlasse oder das Reservehandy. Schließlich hat er sich dann darauf eingelassen, über eine internationale Banküberweisung Geld auf das Konto eines seiner Familienangehörigen zu überweisen und gleich das Geld für das Hotel mit. Beides natürlich mit einem Aufschlag. 85 € so 320.000 COP rum, also keine große Summe, aber für die beiden eben schon. Und es hingen ja weitere „Subunternehmer“ dran, die ausbezahlt werden mussten. Zum Beispiel der Bruder Moises, der die Zimmer in Guachalito vermietet hatte.  Dadurch war glücklicherweise geklärt, dass ich doch weiter im Hotel bleiben konnte. Ich hatte mich vorher bereits darauf eingestellt, direkt vor dem Flughafen mit meinem Gepäck auf den nächsten Tag zu warten. Wäre nicht angenehm, aber auch nicht so schlimm gewesen… Aber mehrere Tage ohne Geld in Nuqui, das wäre schon SEHR unangenehm geworden.
Nachdem das geklärt war fielen mir diverse Steine vom Herz und ich konnte endlich ein spätes Frühstück zu mir nehmen, was ja im Zimmerpreis mit inklusive war, also vom Hotel finanziert wurde.

Der Gilberto, der Hotelverwalter des Hotels „Palmas del Pacifico“ ist wirklich ein ganz netter! Hilfsbereit, freundlich und sympathische Ausstrahlung.
Ich trug anschließend die letzten Tage des Blogs nach und ging am späten Nachmittag zum nahen Strand, wo mich schon seit Stunden die wirklich super Musik hinzog. Diese Mischung mit einem großen Anteil an wirklich geiler Salsa-Cubana/Timba. Aber nicht dieser primitive Rakatakataka-Timba, nein, die anspruchsvolleren Sachen. Auch viele alte Sons der großen Soneros, Cuco Valloy war viel zu hören und ein wenig Latin-Pop, garniert mit einigen alten Cumbias. Und klar, viel Vallenato. Ich blieb bis nach Sonnenuntergang und es schon ein wenig dunkel wurde. Ich drehte ein paar Runden im Ort und kaufte mir schließlich Mandarinen und eine Mango, quasi zum Abendessen. Das war der Tag! Sehr übersichtlich, aber auch sehr relaxt.

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Thermales und Bootsfahrt nach Nuqui, Sonntag, 24.03.19

Es gab bei „Sirena Negra“ ein leckeres Frühstück, wie immer. Dann lies ich gleich die Rechnung klarmachen. In Summe 433.000 COP. Für 4 Tage recht ordentlich… Es blieben mir somit nur noch 130.000 COP. Davon waren 30.000 COP für Neris und seine Abholaktion vor ein paar Tagen gedacht. Also blieben 100.000 COP. Nicht mehr viel Spielgeld. Ich musste daher unbedingt heute zurückfahren. Es musste dazu heute unbedingt ein Schiff kommen, das mit Touristen in Thermales anlegt und mich dann mit zurück nach Nuqui nehmen könnte. Denn die regelmäßige tägliche Verbindung nach Nuqui ging nur Wochentags, nicht am Sonntag.
Als Alternative legte ich mir zurecht, ich könnte auch zu Fuß zurück nach Guachalitos gehen, dort den Santiago in Nuqui anrufen, damit der mich dann mit dem Boot abholt. Den erst in Guachalitos gab es wieder zumindest ab und zu Telefonverbindung. Weil, Santiago musste ich eh noch ausbezahlen, da wäre es auf die weiteren 35.000 COP nicht angekommen und auf den war auch verlass. Das hätte gepasst. Aber glücklicherweise taten sich bessere Möglichkeiten auf. Ein Schiff mit 4 Touristen und einem starken Motor legte an und ich konnte, so gegen 13:00 Uhr, mit nach Nuqui fahren. Moringa arrangierte das freundlicherweise für mich.

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Termales Chocó – Samstag, 23.03.2019

Das Frühstück war schon wieder spitzenmäßig. Sie kochen immer alles frisch mit Gemüse aus eigenem Anbau. Immer alles frisch und lecker. Dann die „fette Siesta“ und noch die Krabben-Beobachtungstour am Strand. Einer Gruppe von immer zutraulicher werdenden Jugendlichen ist ebenfalls am Strand. Wenn man mal ein paar Tage da ist und sich die Leute an einem gewöhnen, dann werden sie langsam vertrauter. Sie rückten immer näher ran, fragten zum Beispiel nach der Uhrzeit, um ins Gespräch zu kommen. Aber diesmal hatte ich keine Lust.

Ich gönnte mir schon wieder eines dieser hervorragenden Mittagessen aus dem Hause „La Sirena Negra“ und bereute es, wie immer, natürlich nicht. Dann ging es am Nachmittag hoch zu den Thermalbecken. Diesmal war es anders. Das Wasser war trüb, vermutlich von den vielen Leuten die mutmaßlich heute schon da waren und 5 davon saßen auch immer noch im Becken. So blieb es dann auch die ersten 30 Minuten. Dann kam eine Schaar von 15 Kindern dazu, die für gehörig Action sorgten. Es waren die gleichen Kinder, die auch schon am Strand so zutraulich gewesen waren, als ich dort mit meiner Hängematte abhing. Die fegten durch das Becken wie ein Hurrikan, so dass sich die beiden Latinas verabschiedeten und nur das spanische Pärchen mit Freund blieb. Als die Kids nach 15 Minuten gingen, kam dafür eine Gruppe etwas merkwürdiger Gestalten. 4 Männer und eine Frau, die anscheinend aus Termales waren, so vermutete ich, weil sie scheinbar den „Bademeister“ kannten. Sie verspeisten ihre Tüten mit Snacks im Becken, hatten Cola dabei und haben es sich mit lustigen Tauchspielen richtig gut gehen lassen. Einer der beiden Chefs warf einen Stein, die beiden anderen repetierten den Stein brav. Man kann da ja total daneben liegen und ich lag mit meiner Einschätzung in dieser Hinsicht schon oft TOTAL daneben, aber, wenn die mir in der Nacht in einem komischen Viertel entgegengekommen wären, dann hätte ich mich nicht so gut gefühlt…

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Termales Chocó – Ergänzung Freitag, 22.03.2019

Was man am Haushalt hier im bei „La Sirena Negra“ gut feststellen konnte, da hatten definitiv die Frauen „die Hosen“ an. Nicht dass die Männer nichts zu sagen hätten, aber am Beispiel Onis „La Flaca“ konnte man feststellen, dass diese überaus hübsche Mutter dreier Kinder (der kleinen Laura (4) und des XXXX (?)) die schmiss den Großteil des Haushaltes, was ja schon reichen würde, aber darüber hinaus auch den Laden, der auch zum Haus gehörte, vor allem aber war sie die (HERVORAGENDE) Köchin des kleinen Restaurants. Es war von ihr ausgehend nie Hektik oder Stress spürbar. Ihre zahlreichen Aufgaben erledigte sie stets geschwind, aber doch gelassen. Keine Hast. Und, wenn sie was sagte, dann hatte das wirklich starkes Gewicht! Sie war keine Dienerin, sondern Macherin. Genauso bei Moringa, die gleich hinter Onis stand und ebenfalls sehr aktiv war. Anscheinend auch oft die letzte Entscheidung hatte. Die Männer im Haus halfen durchaus mit. Vor allem der Davidson, aber auch der Vater Neris. Die Kinder wurden definitiv von der ganzen Familie beaufsichtigt. Das ganze Projekt war offensichtlich ein Familienprojekt, getragen von allen Mitgliedern.

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Termales Chocó – Freitag, 22.03.2019

Mehrmals wachte ich in der Nacht wegen meinem juckenden Füßen auf. Die Mosquitos hatten mich am Vorabend wirklich fertig gemacht. Davidson erklärte mir, dass nur die Zeit zwischen 18:00 und 20:00 Uhr gefährlich sei. Er bat mich, ihn zu erinnern, dass er mir am folgenden Abend Insektenschutz gibt.

Ich fuhr nach dem Frühstück mit Neris und der Lancha (dem kleinen Motorboot) zum Fischen raus in Richtung Arusi und weiter bis zum Landspitz mit den spitzen Vulkanfelsen und dem seichten Wasser. Wir hatten zwar kein Glück beim Fischen, aber, Neris kaufte einem anderen Fischer seinen Fang ab, damit wir nicht ganz erfolglos heimkommen würden.
Die Brise auf dem so ruhigen Pazifik war unbeschreiblich. Ein so angenehmer warmer Duft, der eine kleine Spur würzigen Fisch, eine kleine Spur herbe Algen, ein wenig süßes Moos und irgendwie auch der frische und wohlschmeckende Touch Sonne und Weite. Schwer zu beschreiben, auch nicht per Video aufzunehmen oder zu fotografieren. Der Duft war in diesem Moment da und man konnte sich später vielleicht in Fragmenten daran erinnern, oder er wurde, durch andere ähnliche Düfte wieder wach gerufen, aber, er war nicht konservierbar oder transportierbar.
Wir waren in Summe vielleicht 1 oder 1 ½ Stunden unterwegs und haben bei der Rückfahrt die Leine für einen Zufallsfang Thunfisch raushängen lassen. Aber leider ohne Erfolg.

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Termales – Donnerstag, 21.03.19

Heute kann man die Aktionen in genau drei zusammenfassen.

  • Hängematte
  • Thermalbad
  • Hängematte

OK, vielleicht sind noch erwähnenswert das wiedermal super leckere Frühstück und die Fischkauf-Aktion am Strand.

Wobei das Thermalbad durchaus erwähnenswert ist. Ich war so gegen 14:00 Uhr dort. Als ich hinkam, da stand im Gegensatz zu gestern jemand an der Kasse, erklärte mir was zu den Bestandteilen des Wassers und öffnete auffordernd die Schublade mit der Kasse. (2000 COP)  Ich erklärte ihr, dass ich gestern, auf dem Weg zu den „Los Quatros Encantos“ hier vorbeikam und niemand da war. Deshalb hatte ich heut kein Geld dabei. Aber das war kein Problem. Eine andere ältere Frau wollte wissen wo ich wohne. Ich erzählte, dass ich im Haus von „La Sirena Negra“ wohne und sie wollte dann später das Geld holen kommen. Ich erklärte ihr, dass ich ja morgen wieder komme und das ich das warme Thermalwasser dringend brauchen könne, wegen meinem steifen Hals. Darauf bot sie mir Massage an, wenn ich mich recht erinnere für 60.000 COP. Fand ich schon interessant, denn, die zwei Massagen in Arboletes im Vulcan del Lodo hatten mir sehr geholfen. Nur die unmöglichen Kopfkissen, weil viel zu dick, die im Zimmer von Santiago in Guachalito auf den Betten waren, die hatten alles wieder zerstört. Ich hatte wieder meinen steifen Hals. Vielleicht konnte sie mir da am nächsten Tag helfen…

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Guachalito – Marsch nach Termales und im Regenwald zu den „Quatro Encantos“ – Mittwoch, 20.03.19

Das wird diesmal eine laaaaange Geschichte…. In der Früh um 06:30 wachte ich automatisch auf, das Wetter war hervorragend, es sprach absolut nichts gegen den 2stündigen Fußmarsch nach Termales. Ich packte die wichtigsten Dinge ein + eine Flasche Wasser, die ich mir extra aufgehoben hatte. Schon ging es los, die Nebelschwaden hingen noch ganz malerisch in den schwarzen Felsen am Strand und waberten vom Wald auf das Meer.  Das Wasser stand tief, es war Ebbe. Der Weg war leicht, die Sonne versteckte sich noch hinter ein paar Wolken, schaffte ein zauberhaftes Licht. Nur ein Stück war der Weg ein wenig schwieriger zu finden, weil, es gab an dieser Stelle keinen Strand. Nur Felsen. Der Weg ging an einem dieser edlen Unterkünfte vorbei und eigentlich hätte ich mich nur nach dem Ratschlag eines der Leute, die ich in Guachalito fragte, halten müssen. „Immer den Strand entlang“. Denn, wäre ich die ganze Zeit bis zum Schluss am Strand unten geblieben, dann wäre es leicht gewesen den Weg zu finden. So irrte ich ein wenig durch die Häuser der Lodges. Aber, im Endeffekt war s doch leicht zu finden. Es ging immer weiter und weiter, vorbei an so mancher recht edlen Unterkunft, die trotzdem meist nur in Holz oder Bambus gehalten waren. An einer Insel vorbei, die jetzt bei Ebbe zu Fuß erreichbar war. Da eröffnete sich ein riesiger Strand, kilometerlang, beeindruckend, Faszinierend, die Größe!

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Guachalito – hinter Jovi – vor Thermales, Dienstag, 19.03.19.

Tja, der geplante Fußmarsch nach Thermales musste leider ausfallen. Bereits in der Nacht hörte man Donnern und es begann zu regnen. Am Morgen gab es heftige Gewitter, der Regen war so stark, dass ich es vorzog, was gegen meine (inzwischen reduzierte) „2 ½ Monate-Schwangerschaft“ zu tun, als patschnass nach den 200m zum Club Nautilus anzukommen. Ich blieb einfach im Bett unter dem Mosquito-Zelt und es war so sche scho. Man muss nicht immer was machen…

Im Laufe des Vormittags gab es heftige Gewitter und ich war heilfroh, dass ich nicht losgegangen war. Beeindruckende Blitzeinschläge auf dem Meer, in 1-2 Kilometer Entfernung. Es regnete wie aus Gießkannen und es wurde „empfindlich kalt“. Statt der bisherigen 34 -36 Grad hatte es plötzlich tagsüber nur noch frostige 28 Grad. Klingt vielleicht lustig, aber man empfindet es als sehr kühl. Ich hätte mir einen Pullover oder eine Jacke und lange Hosen angezogen, wenn ich denn welche dabeigehabt hätte. Aber das war alles in meinem roten Monsterrucksack, im Hotel Palmas del Pacifico bei Gilberto. Auf diese Kühle war ich so überhaupt nicht eingestellt. Am Vormittag war es in der Kombination mit Wind immer noch recht kühl, da dieser ungehindert durch das luftige Haus blies. Was ja bei Hitze ein echter Vorteil und Genuss ist, wird bei dieser „Kälte“ sehr unangenehm.

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Nuqui – Sonntag, 17.03.19

Mein Gott hatte ich gut geschlafen. So ruhig. Nur das Meer in der Ferne. Ansonsten praktisch nichts. Nur ein paar Vögel. Ich ging zum Frühstücken zum Restaurant Las Flores und das war mit Abstand das beste Frühstück seit langem. Erst stöhnte ich innerlich auf, Rührei mit Käse und Tostones. Der Klassiker in Kolumbien, aber mit der Zeit… wird’s dann doch ein wenig eintönig. Aber diesmal war alles in frischem Öl rausgebacken, der Käse ein wenig angebraten, die Eier lecker gewürzt. Da war eine echte gute Köchin am Werk, denn, man kann auch einfache Sachen lecker zubereiten.

Dann war viel zu tun, weil ich das starke Internet ausnutzen wollte. Als ich fertig war, da war es schon 14:00 Uhr, also Zeit für die fette Fiesta. Dann zum Strand, wo ich auch sitzen blieb, bis es ganz dunkel wurde. Es war so eindrucksvoll, der Sonnenuntergang, die Weite, das Meer, die Farben, die Vögel und die gute Musik dazu im Hintergrund. Ich hätte da noch Stunden sitzenbleiben können, aber, es war dunkel, ich hatte Hunger und so ging ich in den Ort. Das mit den 30 Häusern musste ich revidieren, nachdem ich jetzt alles erschlossen hatte. Es sind vielleicht 40 oder 50 Häuser. Und abends geben die richtig Gas! Laute Musik, die Leute flanieren in den Straßen rum. Ich bin auch zwei Runden gegangen. Auffällig war, die Leute, die morgen das Haus betonierten, waren immer noch zugange (vermutlich schon wieder, also erst in der Früh, dann am Abend, wenn es kühler ist). Das Restaurant „Las Flores“ hatte schon zu. Ich fand aber irgendwie keinen Ersatz, so kaufte ich mir eine Papaya, in Anbetracht meiner Erfolgserlebnisse bezüglich meiner „Schwangerschaft“, die sich inzwischen deutlich reduziert hatte.

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Medellín und Flug nach Nuqui – Samstag, 16.03.19

Das Aufstehen funktionierte immer noch hervorragend. Frühstück gab es in einer zum Restaurant umgebauten Tiefgarage. Abgefahren! So konnten die reichen kolumbianischen Gäste während des Frühstücks ihr teures Auto beobachten 🙂

cof

Das Hotel besorgte mir ein Taxi (mit Taximeter), welches mich für 13.000 COP zum Flughafen fuhr. Als ich in das Flughafengebäude ging, da winkte mir die süße Negrita von gestern schon zu, ich solle gleich zu ihr kommen. Sie runzelte beim Gepäck etwas die Stirn und ich musste mit 7 Kg Übergepäck 20.000 COP nachzahlen. Dann instruierte sie mich, wie es weitergeht. Für den Bereich hinter der Sicherheitskontrolle war ich offensichtlich noch zu früh dran. Also setzte ich mich auf eine der Sitzgruppen und wartete. So nach 10 Min. tupfte mich von hinten die süße Paisa an und meinte, ich solle ihr folgen. Sie organisierte, dass ich gleich reinkommen konnte. Wirklich sehr freundlich von ihr. Auch bekam ich eine Art von „persönlicher Assistentin“, die im Bereich hinter dem Sicherheitscheck auf mich schaute. Das war alles sehr unübersichtlich, weil aus irgendeinem Grund Flugzeuge ausgefallen waren und alles voll war mit Leuten. Es war schwierig einen Sitzplatz zu finden. Nur ein paar amerikanischen Touristen beanspruchten gleich mehrere Sitzplätze, damit sie sich hinlegen konnten. Was viele Kolumbianer im Vorbeigehen mit Stirnrunzeln quittierten.

cof
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Medellín – Freitag, 15.03.19 nachmittags

Nach der langen Nachschreibeaktion des Blogs war es bereits Nachmittag und ich verspürte deutlichen Hunger. So ging ich aus dem Hotel, um ein paar Ecken in ein kleines Restaurant, das mich interessierte. Es saßen einfache Leute drin und kein Tourist war weit und breit zu sehen. Ich bestellte dort die Spezialität aus Medellín „Mondongo“. Eine Art von Eintopfgericht, aus Kutteln (Rinderpansen), Schweine- und Hühnerfleisch mit Maniok, Kartoffeln und viel Koriander. Recht lecker, auch wenn die Kutteln etwas gewöhnungsbedürftig sind. Dazu ein Teller mit Reis, einer Banane, Salat und einem riesigen Stück Avocado. Nach einem Terminator-Bier hatte ich die richtige Bettschwere für eine Siesta. Es war im Hotel deutlich lauter als die letzten Wochen, durch den Balkon zur Straße. Das Zimmer lag im 3. Stock, überragte alle Gebäude in der Nachbarschaft, so gelangten alle Geräusche im Umkreis ungefiltert in mein Zimmer. Am Abend waren von überall in der Gegend die Musik zu hören. Salsa hauptsächlich. Bemerkenswert waren die vielen Menschen, vor allem die Mädels, die sangen. Überall wurde gesungen. Das fiel mir gestern schon auf, weil aus der Kneipe gegenüber des Hostels ebenfalls lautes Singen einer Mädels-Gang kam. Das war sehr angenehm. In dem Bewusstsein, dass Singen einen so positiven Einfluss auf unser Gemüt hat. Am lautesten kamen die Gesänge von links unten, da schien es eine Art von Freiluft-Karaoke-Disco zu geben. Zumindest sah man zwei riesige Bildschirme. Die Mädels da (es waren wirklich hauptsächlich die Mädels und keine Jungs) sangen wirklich STUNDENLANG Oldies, Pop, Rock, Vallenatos, Salsa, Punta, Cumbia-Lieder nach, aus vollem Herzen und ohne Pause. Das beeindruckte mich sehr und beinahe hätte ich mich abends noch aufraffen können dahinzugehen, denn, da musste eine außerordentlich gute Stimmung sein.

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Medellín – Freitag, 15.03.19

Ich bin früh rausgekommen, versuchte nochmal die Verbindung zum Exchangeserver hinzubekommen, keine Chance. Das Frühstück im Hostel war recht übersichtlich, das ganze Hostel war nicht mein Fall, aber, die warme Dusche in der Früh war schon cool.

Das Taxi „zog mich ab“, weil ich vergessen hatte vorher den Preis auszuhandeln. !5.000 COP. Da hätten 8000 COP voll gereicht. Aber es war eine Art „privates“ Taxi und der Fahrer wollte auch unbedingt, dass ich ihn bezahle, bevor wir am Flughafen ankommen würde. Ich hatte erst im Laufe der Fahrt festgestellt, dass es kein Taximeter gab. Das war für mich selbstverständlich gewesen, denn, ich hatte ja im Hostel ein Taxi bestellen lassen. Im Hostel rieten sie mir ab, auf der Straße eines zu suchen (was viel besser gewesen wäre). Ein zusätzlicher Punkt, der für eine recht ungute Seilschaft spricht zwischen Hotel und privaten Taxlern. Das Hostel Maloka ist nicht zu empfehlen. Immer wieder hab ich das Bild vor Augen, das Bild des jungen dünnen Geschäftsführers mit seinem riesigen roten Cocktailglas in der Hand, der mir verbietet, mein Bier mitzunehmen auf das Zimmer.
Im Flughafen angekommen erkundigte ich mich nach dem Check-In für Nuqui der Linie San Germain. Ich war noch zu früh dran, stellte beim Warten fest, dass sowohl mein Rucksack als auch meine Schlappen total verklebt waren mit einem Kaugummi. Der Rucksack so, dass er gleich mein frisches Hemd auch verpappte. Vermutlich ein „Souvenir“ aus dem Bus.

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Necoclí und Fahrt nach Medellín – Donnerstag, 14.03.19

Nach dem Frühstück, das ich verspätet einnahm, weil ich mein ganzes Zeug packelte, bin ich auch verspätet zum Bus-Terminal gekommen, so dass ich den Bus um 10:30 knapp verpasste. Schnell noch die Verabschiedung vom sympathischen „Kramerladen-Team“ gegenüber.

Der nächste Bus ging um 13:00 Uhr, ich kaufte mir das Ticket und wartete. Kaufte mir noch einen frischen Fruchtsaft im Markt, eine Süßigkeit und lud für 20.000 COP die Sim-Karte noch mit 2 GB Datenvollumen auf. Für den Fall… und für die lange Busfahrt.
Der Bus kam relativ pünktlich. Was ich leider zu spät merkte, es gab nummerierte Sitze. Ich hatte keinen Fensterplatz. Setzte mich trotzdem erstmal ans Fenster und wartete, bis der Inhaber dieses Platzes an einer späteren Station einsteigen würde. Eine halbe Stunde nach Fahrtbeginn war es soweit, ich musste auf meinen Platz, neben einer sehr jungen und flippigen Paisa aus Medellín. Kolumbien zeigte sich auf dieser Busfahrt von seiner herrlichsten Seite. Die Natur ist so beeindruckend, dass grün, die Flüsse, die Berge. Ein so herrliches Land. Ich nahm mir vor, nächstes Mal mehr Zeit in dieser Gegend zu verbringen, wegen seiner unglaublich üppigen Natur.

Die Busfahrt gestaltete sich langwieriger als gedacht, durch einen Murenabgang, der den Verkehr einige Zeit sperrte. Es regnete auch, so dass der Busfahrer nicht so schnell fahren konnte wie er gerne wollte. Bemerkenswert war wieder die Rolle der Klimaanlage. Ich hätte es ja wirklich wissen müssen und immerhin, ein wenig war ich auch präpariert (im Gegensatz zu meiner Sitznachbarin). Ich hatte zumindest meine beiden Handtücher in den Rucksack im Bus verstaut und somit im Zugriff. Das war später bitternötig. Es ist mir auch unbegreiflich, wie die Leute in diesem fahrenden Tiefkühlfach das so stoisch ertragen konnten und immer wieder können. Erst geht ein Räuspern durch den Bus, dann fangen die ersten zum Husten an, auch Gejammer hört man manchmal. Aber der Busfahrer bleibt bei der extremen künstlichen Kältewelle im Bus, koste es was es wolle. Die letzten 4 Stunden, der insgesamt 9stündigen Reise, die wären ohne dass Handtuch nur sehr schwer zu ertragen gewesen. Meine dünn bekleidete Paisa neben mir war um das zweite Handtuch ebenfalls SEHR froh.

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Necoclí – Mittwoch, 13.03.19

Nach dem Frühstück saß ich am Strand vor dem Hotel, wie ich es immer gerne nach dem Frühstück gemacht hatte und so den Vormittag verstreichen ließ. Einfach nur den Blick aufs Meer, bei den Vögeln, die dieses Mal nicht ohne Beute heimzogen, wie die letzten Tage. Es schien viel Fisch weiter draußen zu geben. Auch Fischer mit Netzen wurden aktiv.

Da stieß José zu mir, er wohnte ja gleich im Haus neben dem Hotel. Wir hatten gestern auch dass Thema „Gold“ und er schenkte mir, einfach so, ich konnte mich nicht wehren, seine Goldkette, die er um den Hals trug. Wenn es denn wirklich Gold war, dass war das aber ein recht mächtiges Geschenk, ich wollte es nicht annehmen, aber ich hatte keine Chance. Schon hatte ich dass schwere Panzerkettchen um den Hals hängen.

Er fragte, was ich vorhätte und ich sagte, dass ich keine besonderen Pläne für den Tag habe. Da lud er mich ein, weil ich gestern von dem Curandero Senor Thomas in Triganá erzählte und Fotos zeigte, dass er auch einen Curandero kenne. Er würde mich hinbringen. Außerdem gäbe es da verschiedene schöne Sachen zu sehen, die er mir gerne zeigen wollte. Und wir gingen gemächlich die Straße in Richtung Norden los. Viele Häuser waren leer und viele standen zum Verkauf. Gleichzeitig wurde auch viel gebaut. Alles war im Auf- und Umbruch in Nicoclí. Beeindruckend ist die unglaublich üppige Vegetation. Auch die steilen Hügel, die aber recht stabil zu sein schienen. Jose meinte, dass es viel hartes Gestein drunter gäbe, was alles zusammenhalten würde. Es sah nämlich oft recht bedrohlich aus, wenn die Häuser so nahe an diesen steilen 30-40 Meter hohen Hügeln standen. Bei starkem Regen würde ich da nicht wohnen wollen, dachte ich mir.

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Nachtrag Necoclí – Dienstag, 12.03.19 Abend

Meine ganze saubere Wäsche war schmutzig. Ich musste dringend waschen. Ich fragte am Abend einfach im kleinen Geschäft gegenüber, die Leute die vor dem Geschäft saßen, ob es hier irgendwo in der Straße eine Wäscherei oder ähnliches gab. Denn ich musst wirklich DRINGEND waschen, hatte praktisch nichts mehr zum Anziehen. Da meinte einer der Anwesenden, dass könnte doch die Mädels vom Geschäft auch erledigen. Die zog erst nicht so richtig, aber dann doch. Dafür verlangte sie einen deftigen Preis (20.000 COP) den ich aber bereitwillig zahlte, denn, ich wollte das einfach erledigt haben, hatte keinen Nerv mich selbst jetzt noch hinzustellen und die im Hotel sagte mir nicht, dass man das im Hotel auch selbst machen könne. Die Hotelbesitzerin war mit Ratschlägen eher sehr zurückhaltend, das ist mir oft aufgefallen. Sehr nette Frau, aber, wenn es ihr kleines Spektrum ein wenig aufweitete, dann war gleich Schluss. Andererseits, die schmiss allein das ganze Hotel, hatte nur eine Putzfrau (die Tochter). Vermutlich war sie einfach „auf Anschlag“.

Aus der Frage nach dem Waschservice entwickelte sich ein recht intensives und interessantes Gespräch, mit den vor dem Geschäft sitzenden Leuten. Ein älterer bebarteter Mann mit Brille war auch dabei, er wirkte wie ein pensionierter Schullehrer. Ein recht dicker Mann mittleren Alters, mit rotem T-Shirt, der immer mit sehr kräftiger und lauter Stimme sprach, aber, ein bemerkenswerter „Herzanteil“ hörbar mitschwang. Dann der Besitzer des kleinen Geschäfts. Ein ruhiger stämmiger Indio, der hinter seinem Tresen mit sehr wachen und funkelnden Augen das Gespräch zwischen uns quasi im Hintergrund verfolgte, selten was sagte. Eigentlich nie. Aber wenn, dann war es immer genau der Punkt. Er strahlte so eine starke „Pachamama-Erden-Energie“ aus. So um 6 Uhr rum stieß ich zu der Gruppe, die immer wieder aufgelockert wurde durch Kunden des kleinen Ladens. Die kleinen Mädels ringsum, die sich Süßigkeiten besorgten. Der Papa, der sich noch ein Bier holte. Jungster, die sich Kaugummi oder Ähnliches besorgten. Mütter, die sich was zum Kochen holten. Es war ständig Bewegung. Wir saßen auf unseren Stühlen auf dem verandaartigen Vorbau zur Straße in der angenehmer werdenden Abendluft, im Wind vom Meer herkommend und es entwickelten sich wieder hochinteressante Gespräche um „Gott und die Welt“. Das dauerte bis fast 23:30. Da machte das Geschäft dann zu. Der weise weiße Mann lud mich noch ein, in seiner Wohnung, um weiter zu reden. Aber es war eine unglaubliche Anstrengung für mich, dem Philosophieprofessor so lange zuzuhören, denn, er benutzte so viele Wörter die ich nicht kannte. Aber die Themen waren so interessant und seine Ausführungen packend! Der rustikalere José war nicht so ausschweifend, blieb eher am Punkt. Provozierte den Professor manchmal mit seinen Aussagen. Aber, alle Beteiligten achteten sehr darauf, sich gegenseitig nicht ins Wort zu fallen und aussprechen zu lassen, auch wenn es Minuten dauerte. Vieles von dem was ich verstand ergab sich aus dem Kontext, obwohl ich nicht alle Wörter kannte, aber leider erschloss sich mir nicht alles. Somit war es unglaublich anstrengend für mich. Ich war froh dass ich ins Bett kam!

Trigana Choco – Rückfahrt Necoclí – Dienstag, 12.03.19

Das Aufstehen viel diesmal sehr leicht. Nein, es waren nicht die Brüllaffen oder kreischende Aras, es war ein Laubgebläse, angetrieben durch einen nervig lauten Benzinmotor: Ich musste an den Herbst in Deutschland denken, wenn jeder Hausmeister so ein Teil aus dem Keller reißt und anfängt die Nachbarschaft zu belästigen. Kurz vor 07:00 Uhr ging es los. Da wurde im Nachbargebäude, wo ich am Sonntag beherbergt wurde bis meine Vermieter ankamen, mit Großreinemachen des Rasens begonnen. Der junge Kerl, der mich so freundlich bewirtete, der war für das Haus verantwortlich und anscheinend hatten sich für heute Gäste angesagt.
Ich machte mein Gepäck schon mal seefest für die Überfahrt zurück nach Necoclí. Dafür eignen sich ja am besten die großen schwarzen Mülltüten. Ich hatte mir inzwischen einen guten Vorrat an unterschiedlichen Tüten angelegt. Für jede Gelegenheit quasi.
Dann kletterte ich die steile Treppe (eigentlich eine Leiter) runter zu Edison und Marcella. Bekam einen Kaffee, sendete schnell „ein Fax auf dem Seeweg nach Deutschland“ und ging dann runter zum Meer zum Baden, denn, im Hostel gab es ja praktisch kein Wasser. Die „Dusche“ funktionierte über einen kleinen Eimer mit Loch, den man in ein großes Fass tauchte und daraus Wasser schöpfte. Das kleine Loch war dann die Dusche. Und das Fass war nicht so richtig voll. Ich bevorzugte jedenfalls das Meer. Auch wenn das Salzwasser nicht das Gelbe vom Ei ist. Besser als nix.
Dann ging ich noch zu der lustigen Schwarzen, bei der ich mein Ticket für die Überfahrt gekauft hatte, um meine Restschulden von gestern zu begleichen. Denn sie konnte mir gestern nicht rausgeben, da sagte sie, ich solle es ihr morgen geben. Das tat ich dann auch. Auf dem Weg hin begegnete mit Thomas. Ich lud ihn gleich zum Frühstück ein. Ging hoch, packte mein Zeug fertig, verabschiedete mich von Edison und Marcella und brachte mein Zeug runter zum „Hotel/Restaurant“ am Steg. Da war das Frühstück inzwischen gekommen und Thomas und ich frühstückten in Ruhe.

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Trigana Choco – Montag, 11.03.19

Das frühe Aufstehen war hier in Kolumbien, wie immer, kein Problem. Ausgemacht war, dass Thomas um 07:00 Uhr zur Unterkunft kommt, um mich abzuholen. Er war sogar relativ pünktlich da (07:30). Aber klar, bis der Kaffee weg war und der Ratsch vorbei war, da war es schon 08:00. War mir egal. Es war eh bewölkt und daher versprach der Tag nicht so heiß zu werden. Es ging los in Richtung Strand, die Straße hinter zu dem Dorf der Schwarzen. Auf dem Weg begegnete uns wieder der sympathische junge Mann von gestern, der mir spätabends noch Auskunft gab, fast an der gleichen Stelle und es stellte sich heraus, dass es einer der Söhne von Thomas war. Wie klein die Welt besonders in so dörflichen Szenarien doch ist… Es ging weiter, durch das Dorf, er grüßte alle und alle grüßten recht lässig zurück. Man kannte sich… (de atraz) Thomas, mein Führer für heute, so wurde mir erzählt, wäre ein Curandero, also ein Heiler und kenne sich mit Pflanzen aus wie niemand anderer. Wisse um deren Heilkräfte und Eigenschaften. Hätte auch ein bekanntes Buch über die Pflanzen im Choco geschrieben. Ein unscheinbarer Mann, ich hätte ihn auf 65 oder älter geschätzt, später stellte sich raus, dass er erst 61 war. Alle, alle Kinder, alle Menschen, die uns begegneten, redeten ihn mit nur wenigen Ausnahmen als „Abuelo“ also Opa an. Er war drahtig und noch recht fit. „Kerndlgfuadat“ würde man in Bayern sagen. Das Dorf bestand aus sehr einfachen Häusern. Es gab einen Kindergarten und auch eine Schule. Die Kinder auf ihrem Schulweg kamen uns entgegen und grüßten Abuelo. Überall liefen Hühner und stolze Hähne rum, Pferde, Kühe und ein paar Ziegen. Es ging weiter zu einem kleinen Geschäft, in dem Thomas noch ein paar Kekse und Saft kaufte. Ich kaufte mir auch Kekse, denn, ich hatte noch nicht gefrühstückt und lud Thoma natürlich ein. 4000 COP in Summe.. Zu trinken hatte ich eine Flasche Wasser dabei, das sollte genügen. Es ging noch kurz bei einer seiner Töchter vorbei, die lethargisch (wie die meisten) in ihrer Hängematte lag und tendenziell grüßte. Dann ging es weiter, am Haus vom Thomas vorbei, das letzte Haus im Dorf, das aus geschätzt 15-20 kleinen Häuschen bestand. Er zeigte mir seinen Fischteich, seine Garnelenzucht die gerade brach lag und es ging weiter. Einen Pfad entlang in Richtung eines Bachbettes, dann weiter im Bachbett des praktisch ausgetrockneten Baches, der eigentlich (so Thomas) längst wieder Wasser führen sollte, aber er wisse nur einmal in den 80gern ein Jahr, das so trocken war wie dieses Jahr. Also nicht nur bei uns ist diese Merkwürdigkeit im Klima, auch in Kolumbien. Scheint soch ein globales Problem zu sein.

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Necoclí und Fahrt nach Trigana, Sonntag, 10.03.19

Das Aufstehen war kein Problem, alles ging ganz schnell. Ich war auch pünktlich an der Anlegestelle. Das deutsche Pärchen ging mir kurz voraus, weil, die wollten auch diese Richtung. Nach Sapzurro, mit dem gleichen Boot. Erst fährt das Boot nach Trigana, dann weiter nach Sapzurro. Ich gab dann doch meinen kleinen Rucksack ab. Innen war zwar schon alles in einem Müllsack und damit wasserdicht, aber, für 1000 COP kaufte ich mir einen zweiten, in dem ich meinen kompletten Rucksack verstaute. Den gibt man ab, da kommt ein Aufkleber mit einer Nummer drauf und selbst bekommt man einen Gepäck Bon mit der Nummer. Jetzt redete auch das deutsche (schwäbische) Pärchen mit mir, eigentlich nur die Frau. Sie erzählte, dass ihre Kinder bereits in Kolumbien waren und sie dachten, das könnten sie eigentlich auch mal probieren. Gute Idee, dachte ich mir 🙂

Das erste Schiff war bald voll. Auf dem Ticket war vermerkt, dass ich im zweiten Schiff gebucht war. Die Passagiere wurden namentlich aufgerufen, was oft recht lustig war, bei den vielen komplizierten ausländischen Namen. Aber die Mehrzahl der Reisenden waren Kolumbianer. Es dauerte und dauerte bis unser Schiff drankam. Bis 08:00 Uhr. Ich vertrieb mir die Zeit mit Ratschen. Die Marktfrau mit ihrem frisch gepressten Orangensaft. Die super sympathische Mülltütenverkäuferin, die Frau des deutschen Pärchens. Als unser Boot bereit war, da wurden ebenfalls alle Passagiere einzeln aufgerufen. Der Aufruf „Bernhard Hanus“ war so verunstaltet, dass ich es erst überhaupt nicht wahrnahm und identifizierte. Der Sprecher setzte nach, keiner reagierte, das musste dann doch ich sein. Ich schwenkte meine Hand, so quasi „mas or menos…“, der Sprecher feixte und ich ging an Board. Ganz hinten, die zweitletzte Reihe und am Rand. Genau geplant und im Kalkül, die Überfahrt ganz ohne blaue Flecken, ohne ständige Salzwasserdusche, aber auch nicht als „Fischfutterfabrikant“ zu überstehen. Vor mir saßen das deutsche Pärchen. Alle mussten Schwimmwesten anziehen. Neben mir setzte sich eine kleine, feine Kolumbianerin, mit Gold Uhr und weisser edler (und sicher auch teurer) Handtasche. Dem Blick war sehr leicht ihre Stimmung zu entnehmen. Sie macht das definitiv nicht gerne, es war für sie der Horror, das war gut zu erkennen. Später verstand ich auch besser warum.

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Necoclí, Samstag, 9.3.19

Zum ersten Mal waren beim Frühstück andere Gäste da. Sonst war ich immer allein. Eigentlich fast immer. Ich grüße sehr freundlich und lächle beide an. Keine Reaktion. Ein zweiter Versuch und ich bekam zumindest von der Frau ein angedeutetes Lächeln zurück. Da dachte ich mir gleich, das sind sicher Deutsche… und so war es auch. Ich gab mich nicht zu erkennen, weil mir der Vorspann schon gereicht hatte. 
Auch ein französisches Frauenpärchen und ein anderes französisches Pärchen waren jetzt da. Alle waren ebenso abweisend. Klar, in Europa ist das so, aber man kann doch wenigstens versuchen sich ein wenig anzupassen… Warum fährt man denn nach Kolumbien. Um Studien zu betreiben, abgehoben und distanziert? OK, dann lässt man sie wie sie sind. Mir wurscht, aber genau wegen dieser Mentalität möchte ich gerne oft aus Deutschland flüchten. Man verschenkt ein freundliches und warmes, ein offenes Lächeln und was kommt zurück? Kühle Distanziertheit und Abstand. Klar, es ist oft nur ein Ausdruck der Unsicherheit dieser Person, aber, potenzielle Brücken werden somit überhaupt nicht erst begehbar. Es ist eine verpasste Möglichkeit, eine vertane Chance. Speziell die beiden Französinnen, ich beobachte sie auch am nächsten Tag in der Früh am Hafen, beim Eisteigen in das Boot nach Sapzurro. Sie hatten beide einen RIESIGEN Müllsack dabei, in den gleich alle drei ihrer Gepäckstücke passen sollten. Die Rucksäcke da reinzubringen war nicht so einfach. Sofort sprangen zwei Kolumbianer zur Seite und halfen. Das Resultat, nicht Mal ein freundlicher Blick oder gar ein „gracias“. Arrogante Kühle und unfreundliches erhabenes „über der Situation stehen“. Damit machen sich Touristen so richtig unbeliebt und man braucht sich nicht wundern, warum manche Kolumbianer bereits auf Touristen nicht mehr so gut zu sprechen sind.

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Necoclí, Freitag, 8.3.19

Heute habe ich zumindest ein wenig was an Aktivität gezeigt. Es ist gar nicht so leicht, denn, der Strand direkt vor dem Hotel ist schön und der Müßiggang hat sich inzwischen recht gut eingespielt. Ich ging langsamer, deutlich langsamer. Ich aß und trank langsamer, ich schlief auch nachts viel und machte trotzdem immer nachmittags eine ausgiebige Siesta, wenn es irgendwie ging. Vermutlich dachte ich auch langsamer. Eine Sucht blieb mir leider erhalten, Facebook. Da war ich doch recht oft drauf.
In der Früh um 06:00 wollte ich mit der Soundrecorder-Kamera die Stimmung des Morgens am Meer einfangen. Die Mitarbeiterin (oder Chefin) sperrte das Tor zum Strand bereits gegen 06:00 Uhr auf, noch vor Sonnenaufgang. Ich installierte den Recorder und richtete alles aus. Aber es war bewölkt. Nach 20 Min fing es auch zu regnen an. OK, dass machte keinen Sinn und ich zog mich wieder zurück. Schlief noch eine Runde und ging dann erst gegen 08:30 zum Frühstück. Nach dem leckeren Frühstück war ich mindestens 2 Stunden am Strand rumgehockt und habe den Fregattvögeln beim Fischen zugesehen, ansonsten nicht viel gemacht, als in die Wellen geguckt. Aber plötzlich kam der Ehrgeiz, ich wollte mir zumindest den anderen Strand ansehen. Also ging ich los, machte auf ein Mittagessen Zwischenstopp im Restaurant Galapagos und ging gleich weiter zum anderen, zum großen Strand, von dem auch die Boote in Richtung Trigana oder Sapzurro fuhren. Heute war allerdings nur ein Boot zu sehen gewesen, weil durch den Sturm und das schlechte Wetter die Verhältnisse einfach nicht gut genug waren für die Aufrechterhaltung des Fährbetriebes. Ein Boot konnte man am Morgen beobachten, wie es vollgepackt mit Leuten durch die Wellen tanzte. Ich hätte da bei dem Wetter nicht drinsitzen wollen. Da fangen gleich alle an „die Fische zu füttern“ und das riecht nicht so gut…
Es sind schon beeindruckende Boote, mit denen es bei ruhiger See sicher richtig Spaß machen müsste mitzufahren. Teilweise mit 5 superfetten Außenbordern, fast schon übermotorisiert, dachte ich mir.
Auch hier am Strand war absolut nichts los. Wenige der Restaurants und Buden hatten überhaupt offen. Aber ich wurde von niemanden angequakt, „a la orden“, zum Essen animiert oder zu sonst was. Ich konnte ganz ruhig bis ganz hinter gehen und mir dann in aller Ruhe ein Bier gönnen (natürlich light!)
Dann spazierte ich noch direkt in den Ort rein, bis zur Durchgangsstraße, wo auch die Busterminals waren und viele Restaurants, Supermärkte und Baumärkte. Darf man sich allerdings nicht so wie bei uns vorstellen. Kleiner, übersichtlicher, dafür natürlich auf die speziellen Bedürfnisse der Bewohner dieses Dorfes abgestimmt, was ja auch noch ein Fischerdorf war. So gegen 15:00 Uhr gönnte ich mir noch ein letztes Getränk schon in der Nähe zum Hostel. Dann die fette Siesta und dann den Abend am Strand rumgehockt. Seit drei Tagen keine anderen Gäste. Immer allein. Aber war kein Problem. Es war sehr sehr schön!

Necoclí, Donnerstag, 7.3.19

Absolut nichts getan. NICHTS! Nach dem superleckeren Frühstück nur am Strand rumgehockt, mich mit den Hunden angefreundet, den Fregattvögeln beim Fischen beobachtet, den vorbeiziehenden Booten nachgeblickt, immer wieder die gemütlichste Position auf der Liege ausgetestet und das war es!
Nur meine Füße hab ich vermieden in den Sand zu stecken, denn, die gestrigen Sandflohattacken waren mir eine Lehre. Bin ja bei so Viechern eher nicht so empfindlich, aber, die jucken, zum aus der Haut fahren. Und wenn man kratzt wird es richtig schlimm. Glücklicherweise hatte ich einen Zapper dabei, wie ein elektrisches Feuerzeug mit Piezozündung, nur ohne Feuerzeug. Damit die Stiche bearbeitet bring schnelle Abhilfe. Zumindest bei mir wirkt es.
OK, zu meiner Schande muss ich gestehen, der eine oder andere Facebook-Artikel war auch dabei…

Ich hatte für den Tag auch nicht vor was groß zu unternehmen. Ich hätte zum anderen Strand laufen können, die Stadt erkunden, meine verschnittenen Haare reparieren lassen können, was lecker Essen gehen. Nichts dergleichen. OK, vielleicht esse ich später noch was Kleines, dachte ich mir. So eine leckere Fischsuppe, die oft als Vorspeise gereicht wird, die würde mir leicht reichen. Moi schaung…

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Arboletes und Fahrt nach Necoclí, Mittwoch, 6.3.19

Wieder gab es so ein leckeres Frühstück mit dem Hotel-Team. Wobei, es gab erst später Frühstück, denn, um 09:00 waren noch der Großteil des Teams mit Yoga beschäftigt. Die Freundin des Hotelbesitzers Juan gab Stunden. Das dauerte dann doch fast bis 10:00. Für mich kein Problem. Die 3 Monats-Problematik war eh schon auf 2 ½ Monate reduziert und eine weitere Reduktion würde nicht schaden. Nach dem Frühstück ratsche ich noch lange mit der Freundin Von Juan (Name leider vergessen) über Yoga, Kurse, Möglichkeiten in Kolumbien, der Vergleich in Deutschland, Indien als Ausgangsland und vielem mehr.

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Arboletes – Dienstag, 5. März 2019

Arboletes, Dienstag, 05.03.19  Im Grunde verlief der Tag identisch mit gestern. Superleckeres Frühstück „im Team“, ein wenig Hängematten-Siesta, weil das Handy keinen Strom hatte und diesmal wollte ich es unbedingt dabeihaben. Dann ging es auch schon los, diesmal ohne diesen riesigen Umweg (ich habe es mir nochmal auf der Karte angesehen und war ENTSETZT über die riesige Strecke des Umweges!) den Strand entlang, in Richtung Schlammvulkan. Diesmal war ich in einer sehr schlechten körperlichen Verfassung, was ich auf den gestrigen Besuch schob. Denn, da kommt im Körper doch so einiges in Bewegung und gestern war ich 2 ½ Stunden in der Schlammsuppe. Da würden sogar Weißwürste platzen. So schleppte ich mich hin. Die Ohren hatte ich diesmal in weiser Voraussicht bereits im Hotel mit Taschentüchern abgedichtet, da konnte dann auch der Wind am Strand nicht so ins Ohr pfeifen. Links war mein Ohr immer noch heiß und ich hatte Ohrenschmerzen vom eindringenden Schlamm, oder von den Versuchen ihn wieder zu entfernen. Egal, es tat weh.

Die Massagefrau erwartete mich bereits, tat hervorragend ihre Pflicht und ich blieb diesmal vielleicht noch eine halbe Stunde nach der Massage im „Sumpf“. Meine Massagefrau meint noch, in Summe sollte man nicht länger als eine Stunde drinbleiben. Da hatte ich es gestern doch sehr übertrieben! Die Massage in der Kombination mit dem Schlamm tut unglaublich gut, beruhigt, man schwebt richtig. Trank dann noch ein zweites Malzbier und machte mich wieder auf den Weg am Meer entlang. Größtenteils ein schöner Weg.

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Arboletes – Montag, 4. März 2019

Das Hostel El Faro ist sehr angenehm. Der sympathische Besitzer war bereits einmal für 4 oder 5 Jahre in Köln und spricht daher etwas deutsch. Ich schlief ganz gut, obwohl im Zimmer kein Durchzug war. Irgendwann in der Nacht habe ich dann den Ventilator ausgestellt, es war kühl genug. So 28 Grad. Es war sehr ruhig im Hotel, ich war der einzige Gast in diesem riesigen Kasten. Alle sind nach Barranquilla gefahren, um dort den Karneval zu genießen, meint der Besitzer des Hostels. Das gebuchte Frühstück nahm ich mit dem Besitzer, einer Haushälterin und deren Freund in der Küche zu mir. Super leckere Arepas aus süßem Mais, Rührei, Ananas, leckeren Kaffee (superstarker kolumbianische Sorte) und ein Getränk aus diesen Zuckerrohrblocks, die es in Kolumbien überall zu kaufen gibt.

Der Besitzer gab mir noch den Tipp, zum Schlammvulkan eine Plastiktüte für die Klamotten mitzunehmen. Auch solle ich mich wegen meiner Nackenschmerzen von einer der Frauen dort massieren lassen. Da würde 1 Stunde Massieren 30.000 COP kosten (8,50 €) Ich fragte noch, ob ich das Handy lieber dalassen solle. Er meinte, ja. OK, blöd…
Ich ging gleich nach dem Frühstück los, den Strand entlang in Richtung Nordost. Erst an den ganzen Kommerzmeilen vorbei, über einen kleinen Bach, dann weiter und weiter, bis ich vor einem umgrenzten Privatgrundstück stand. Macht nix, dachte ich mir, denn der Hotelbesitzer erwähnte auch, dass man manchmal vom Strand wegmüsse. Das war anscheinend hier der Fall und ich ging in Richtung Süden, direkt vom Strand weg. Vorbei an Neubauten und leerstehenden Ferienwohnungen. In der Ferne sah ich die Straße nach Monteria, die ich mit dem Bus gekommen war. Aber es ging einfach nicht links weg in Richtung Schlammvulkan. OK, dachte ich mir, ich hatte mir die Karte vorher angesehen und daher wusste ich, dass der Weg zur Straße zwar ein riesiger Umweg war, aber im Endeffekt ebenfalls zum Schlammvulkan führte. Und schon war ich an der Straße und ging in Richtung Nordost. Weiter und weiter. Es war inzwischen fast Mittag und die Sonne brannte vom Himmel, ich hatte dummerweise kein Wasser dabei, obwohl ich eines in der Unterkunft stehen hatte. Die Busse und LKW stobten an mir vorbei, die Mototaxis hupten mich auffordernd an, aber, jetzt hatte mich der Ergeiz gepackt und jetzt wollte ich auch komplett zu Fuß hingehen, was ich auch tat. Trotz der Hitze war es ein schöner Weg. Der Geruch, das Grün, die Freiheit…

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Tolú – Busfahrt nach Arboletes – Sonntag, 03.03.19

Ich hatte zwar nicht viel geschlafen die Nacht, wegen den Ausläufern des privaten Festes im Hotel, die dann so gegen 03:00 einfach 10 Meter weiter am Strand weiter feierten, mit der ganzen Musikanlage auf Anschlag aufgedreht, mit super ansteckenden Lachsalven und ohne Pause, bis es mir dann um 05:00 rum zu heftig wurde und ich mir die Ohren zustopfte. Dann konnte ich gut schlafen bis 09:00. Ich schrieb ein wenig für den Blog, aber, der Hunger wurde doch zu groß. Daher ging ich ins „El Calenjo“, Luftlinie 100 m, um zu Frühstücken oder gleich Mittag zu essen. Die sehr sympathische Venezolanerin hatte viel Geduld mit dem so schlecht spanisch sprechenden Deutschen, der sich so früh immer so schwer entscheiden kann…. Zwei frisch gemixte Fruchtsäfte hatte ich mir auch noch genehmigt, sehr lecker. Dann ein kurzer Besuch bei Jaime und Lilia in ihrer Disco und ich musst los, es ging nach Arboletes.

Ich packte mein Zeug zusammen und verabschiedete mich bei Marie, der Haushälterin im Hotel. Sie meinte, nachdem ich fragte, was den ein Bicitaxi zum Busterminal kosten würde, dass das auch ihr Mann machen könnte. Ich dachte mir: „wusste gar nicht, dass sie ein Bicitaxi haben…“, hatten sie auch nicht. Ihr Mann hatte ein Motorrad. Die Vorstellung, dass ich meinen fetten Rucksack hinten wie ein Fähnchen im Wind flatternd auf dem Beifahrersitz des Motorrads irgendwie kontrollieren musste, die gefiel mir zwar nicht, aber irgendwie fand ich es auch cool. Glücklicherweise kannte ich nur die „kolumbianische Mechanik“ nicht gut genug. Der fette Rucksack landete auf dem Tank, balanciert mit den Knien des Fahrers und ich hinten, ganz relaxt, auf dem Beifahrersitz. So ging es recht zackig zum Busterminal. Ich wollte schon ins Büro und mir ein Ticket ziehen, erst nach Monteria und dort umsteigen nach Arboletes. Aber die „Mechanica“ hatte längst alle Möglichkeiten abgecheckt und winkte mich zurück. Der Mann von Marie übergab mich weiteren sympathischen Männern, die meinten, das würde auch direkt funktionieren und schneller und ohne Umsteigen und mich entsprechend „durchreichten“. Schneller als ich schauen konnte, vor allem schneller als ich fotografieren konnte war ich in einem Bus. Nicht gerade die Linie „Brasilia“, um es vorsichtig auszudrücken und es waren auch nur wenige Plätz frei und die waren eng und der neue unfreiwillige Sitznachbar war offensichtlich überhaupt nicht glücklich, seinen Raum im eh beschränkten Space des Busses einschränken zu müssen, aber es half nicht. Ich zahlte meine 30.000 COP, also circa 8,50€ und schon ging es ab nach Arboletes und zwar direkt. Später, in Santa Cruz de Morica, da stiegen einige Leute aus und ich konnte mir einen neuen und besseren Platz suchen als neben diesem Stinkstiefel.
Die Fahrt war sehr kurzweilig, obwohl sie in Summe über 4 Stunden dauerte. Einfach ein schönes Landschaftsbild, bergig, Bananen, Wildwuchs, die kleinen Hütten und Häuschen, die relaxten Menschen, dass viele Grün. Sehr kurzweilig. Die Fahrgäste waren es nicht, trotz Billiglinie, in der man sonst immer zum Ratschen kommt. Dafür war die Lufttemperatur auf gefühlte 16 Grad eingestellt (was sich später glücklicherweise besserte) und die Soundanlage des Busses brüllte die letzten Vallenatos mit voller Lautstärke raus, so dass an Schlafen erst nicht zu denken war. Aber es war ein ständiges „kommen und gehen“, weil der Bus wirklich überall anhielt und von der Straße waren tatsächlich mehr Leute am ein- oder aussteigen als an den wenigen Busterminals. So wurde es nicht langweilig.

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Tolú – Samstag, 02.03.19

Frühstück in einer Panderia am Hauptplatz mit ausgezeichneter persönlicher Beratung, wegen der Fülle der mir unbekannten Brötchentypen. Dann noch einen Fruchtsaft an der „Strandpromenade“. Dann langsamer Rückzug zum Hostel. War für 13:00 Uhr bei Jaime zum Mittagessen eingeladen und es war noch zu früh. Langer Ratsch mit dem Macheten-Mann, verantwortlich für die Büsche und so am Strand und Straße. Dann mit dem kolumbianischen Geschichtenerzähler mit seinem Brasil-Bicitaxi. Er erzählt viele Witze und lustige Geschichten, die ich leider zum Großteil nicht verstand. Zum einen mangels meiner schlechten Spanischkenntnisse, zum anderen, weil er so schnell und undeutlich redet. Ist trotzdem eine sehr interessante und schöne Erfahrung.

Bei Jaime, der beim Ratsch mit dem Brasil-Bicitaxi-Menschen mehrmals vorbeikam und einkaufte, gab es zum Mittagessen leckeren Fisch, den er höchstpersönlich zubereitete. Seine Frau stieß dann auch dazu und wir haben gemeinsam gegessen.

Dann kam seine Frau Lilia auf die Idee, zum Strand zum Schwimmen zu gehen. Alle fanden die Ideee gut und schon ging es zu Füß los in Richtung Südwest. Weiter und weiter, bis wir schon fast an einem Schiffsanlegestelle für Erdöl oder so waren. Aber, Jaime hatte recht, hier war das Wasser viel klarer als um Tolú rum. Auf dem Weg fanden wir allerdings mehrere portugiesische Galeeren (Feuerquallen) und ebenso kleine getötete Fische am Strand liegen. Das motivierte mich erstmal nicht so sehr ins Wasser zu steigen… habe die Viecher (eigentlich ja eine Symbiosen aus verschiedenen hochspezialisierten einzelnen Polypen) zum ersten mal gesehen und schon etwas Respekt. Wollte nicht unbedingt am Strand draufsteigen oder im Wasser Kontakt mit den eigentlich schön anzusehenden Geschöpfen haben, weil das zumindest sehr schmerzhaft sein muss. Der Jaime sammelt die Tiere auf und packt sie in eine Wasserflasche, später in eine noch größere Wasserflasche. Als wir am Ziel ankammen (Jaimes Ziel) waren wir sicher 40 Minuten unterwegs, eine sehr kurzweilige Wanderung am Strand. Es gab Getränke und Schatten und der Schatten war jetzt wirklich wichtig. Denn der gang am Strand machte mir ein wenig Sorgen, wegen der Intensität der Sonne, aber, es war alles ok. Bisher habe ich mir nur einmal einen leichten Sonnenbrand auf dem Hirn geholt, aber klar, 2-3 Stunden ohne Hut in der prallen Mittagssonne, selbst schuld. Ansonsten habe ich die ganze bisherige Zeit völlig ohne Sonnenschutzmittel geschafft. Aber klar, ich war vorher intensiv im Solarium und ich mied die pralle Sonne. Ich bin auch nicht der, der sich mittags an den Strand legt. Vielleicht mal am Abend oder Morgen. Jedenfalls brauche ich definitiv keine Sonnenschutzcreme, die ja, laut verschiedenen Berichten, auch nicht so ganz ohne Gefahren sein soll.

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Tolú – Freitag, 01.03.19

OK, so langsam wurde es wirklich Zeit, dass ich doch meinen Arsch hier hochbekomme. Daher machte ich mir ernsthafte Gedanken, wie es denn weitergehen sollte mit der Reise. Es gab ja verschiedene Möglichkeiten und ich hätte problemlos noch 1 oder 2 Wochen hier in Tolú verbummeln können. Aber ich wollte weiter, in Richtung Pazifikküste. Dabei stellte sich die Frage, gleich von Tolú aus hoch nach Medellín, oder erst noch weiter die Küste in Richtung Südwest entlang. Ich entschied mich für weiter die Küste lang und buchte gleich für Sonntag (damit MUSSTE ich Sonntag weg) ein Hostel in Arboletes. (El Faro Arboletes) Dann, nach drei Übernachtungen, gleich weiter nach Necocli für zwei Übernachtungen. Von Necocli aus hätte ich dann drei Möglichkeiten. Hoch nach Medellín, rüber nach Capurganá, an die Grenze zu Panama, oder rüber nach Triganá, was ungefähr 40-50 km unterhalb in südlicher Richtung liegt. Ich tendiere momentan zu Triganá, weil da weniger los zu sein scheint. Ich meine wirklich sehr wenig. Die Bilder über Google sind unglaublich schön, es muss ein herrlicher Wald da sein und ich liebe die Geräusche des mittelamerikanischen Dschungels. Da könnte ich endlich meine Soundaufnahmen machen, damit ich den Rekorder nicht unnütz mitgeschleppt habe und endlich ein wenig in den Wald gehen. Vor allem nachts ist das jedes Mal ein unglaubliches Erlebnis. Die sehr spezielle fremde und doch so vertraute Geräuschkulisse aus den unterschiedlichsten und für mich nur schwer zuordenbaren Quellen, der Geruch, das spezielle Gefühl das in mir hochsteigt. Fast wie ein „Nachhause kommen“ komischerweise, es ist mit keinerlei unangenehmen Gefühlen verknüpft, es ist alles vertraut und nahe. Es ist nur schön.

So sieht es aus. Es geht weiter!

Vielleicht noch ein paar Worte zu Tolú. Das ist ein wirklich sehr sympathisches kleines Städtchen, das während der Woche sehr zu empfehlen ist. Da befindet es sich in einer Art von Dornröschenschlaf. Aus diesem Schlaf wachte es heute Stück für Stück auf. Immer mehr Menschen kamen an, teils mit Bussen, teils mit Autos, auch die kleinen Flugzeuge des nahen Flughafens waren mehrmals zu hören. Vor allem aber rüstete die Gastro auf, daran war der bevorstehende Ansturm am besten zu erkennen. Da kamen die wirklich dicken LKWs mit Biernachschub. Und da wurden beeindruckende Mengen an Bierkästen ausgeräumt, was erahnen lies, was hier in Tolú am Wochenende wohl los sein würde. Ich bereute meine Entscheidung ein wenig, bis Sonntag hierzubleiben.

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Tolú – Donnerstag, 28.02.19

Gestern war ein nicht erwähnenswerter Tag. Also zum Erzählen meine ich, denn, für mich war er, mit seiner ganzen Trägheit und tropischen Schwere, ein hervorragender Tag! Das einzige was ich den Tag über gemacht hatte war, den von mir versehentlich mitgenommenen Schlüssel für das Hostel Taganga endlich per Post zurückzusenden. Dieser Vorgang, der bei uns Sekunden dauert, nämlich das einwerfen des frankierten Briefes in den Briefkasten, der dauerte fast eine Stunde. Das, ohne die Vorarbeit, wegen Kuverts und Plastik-Container, damit der scharfkantige Schlüssel das Kuvert nicht durchstoßen würde. Was das gute Mädel im Postoffice alles wissen wollte nur für diesen Brief und bis ich dieses Office überhaupt gefunden hatte. Bin mindesten dreimal dran vorbeigegangen. Das nächste Mal nehme ich mir für solch eine Aktion eine Jacke mit, denn, das Büro hatte gefühlte 15 Grad. Und die Jacke war in meinem Rucksack gaaaanz unten drin, denn, die braucht man hier wirklich nur für Busfahrten und für solche unterkühlten Büros 🙂

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Dann war ich noch am Marktplatz essen und habe mir versehentlich eine unglaubliche (aber durchaus leckere) Menge Schweinefleisch bestellt, mit Pommes und Reis, ohne Soße, wie üblich. Schade dass ich von dieser beeindruckenden Fleischmenge kein Foto machte, die hätte für 3 Personen locker gereicht und natürlich habe ich es nicht geschafft.

Das war es! Ansonsten essen, ratschen und die fette Siesta, dann früh ins Bett und hervorragend geschlafen. Anscheinend hat mein Körper sowas wie Nachholbedarf und hat gecheckt, dass er sich diese Erholung jetzt holen kann. Und ich gebe sie ihm!

Achja, mein Geburtstag war auch. Den habe ich nur deshalb mitbekommen, weil mir liebe Freunde per WhatsApp gratulierten. Ein recht unspektakulärer Tag für einen Geburtstag 🙂

Bilder werden nachgeliefert, wegen dem UNTERIRDISCHEN Upload hier!

Tolú – Mittwoch, 27.02.19

Erst gegen 10:00 Uhr bin ich aufgestanden, mit einem riesen Hunger, vor allem aber mit Durst. Trotzdem schrieb ich noch schnell ein paar Sätze zum gestrigen Tag, damit ich es nicht vergessen konnte. Dann machte ich mich durch die brüllendheißen Straßen des kleinen Ortes auf den Weg, um zu allererst Wasser zu kaufen und als zweites was zum Essen zu besorgen. Das mit dem Wasser war gleich gelöst. Das mit dem Essen war schwieriger. Ich strich im Zickzack durch den Ort und scannte die Gegend ab. Wollte auf keinen Fall billiges FastFood essen. Da entdeckte ich ein kleines Schild in eine Einfahrt: „Almuerzos y Sopas“. Das hörte sich doch interessant an! Diese kleinen Familienbetriebe geben zwar „ambientemäßig“ tendenziell nicht viel her, dafür hat man quasi Familienanschluss und das Essen ist meist günstig und vor allem sehr lecker. Und genau so war es dann auch. Ein üppiges Sancocho (Suppe, mit Fleisch und Gemüse), das allein schon mehr als gereicht hätte, dann noch ein kleines Stück Fleisch, Reis, Kartoffeln und ein Salat in Mayonnaise. Es war definitiv nicht zu schaffen, trotz meines „ambre de perro“.

Netter Ratsch mit der Chefin und den Leuten da und dann schleppte ich mich zum Hotel Ostimar, wollte eigentlich gleich eine fette Fiesta machen, dann den Bericht fertigschreiben und endlich den Zimmerschlüssel nach Taganga zurücksenden (hatte ich versehendlich mitgenommen), aber in der Karibik laufen auch bei mir die Uhren anders…

Am Abend war nicht mehr viel los. Ich streifte durch das kleine sympathische Städtchen Tolú, kaufte mir im Supermarkt Früchte und ein Bier und verzog mich zum Hotel Ostimar. Ratschte mit dem sympathischen italienischen Ehepaar, welches als einzige weitere Gäste verblieben waren und tauschten Reiseerfahrungen aus.

Speziell dass das „chilenische Mutter-Sohn-Team“ bereits abgereist war, das erleichterte mich enorm. Vor allem die Mutter verströmte ein extremes Ambiente eines, wie der Tolle Eckie sagen würde, „sehr aktiven und dominanten Schmerzkörpers“. Nicht sehr angenehm, selbst wenn sie im Nebenzimmer lag. Keine Ahnung was sie erlebt hatte und warum sie sich selbst so bemitleiden musste…

Fahrt von Cartagena nach Tolú – erste Eindrücke

Frühstück im „Gato Negro“ und schnell noch Geld gewechselt. Dann habe ich mein Zeug gepackt und bin mit dem Taxi zum Busterminal Cartagena, der exakt auf der anderen Stadtseite liegt. Der „christliche Taxifahrer“ hat sofort die seinem Glauben entsprechende Musik aufgelegt, was aber absolut nichts an seinem unnachgiebigen Fahrstil änderte. Da wird jede noch so kleine Lücke genutzt, auf Millimeter aufgefahren, abgedrängt und versägt. Nur Schimpfe kam kein Wort aus seinem Mund. Meist schrie er „MI AMORRRRR“ aus dem Fenster. Diese Widersprüchlichkeiten fallen einem an anderen Menschen in fremden Ländern am allerbesten auf, obwohl wir selber sicher keinen Millimeter besser sind 🙂

Taxipreis für 45 Minuten Fahrt 23.000 COP = 7 €. (Die 4 Stunden Busfahrt nach Tolú kostete dann nur noch 40.000 COL = 11,50 €)

Im Busterminal wendete ich mich an den Info-Schalter. Die schrieb mir zwei Buslinien auf einen kleinen Zettel und schickte mich in eine Richtung los. Es ist ein größerer Terminal, in dem sich auch viele Geschäfte und kleinere Restaurants mit Snacks befanden. Vermutlich hab ich ein wenig hilflos geguckt, da sprach mich sofort ein Mann an, lass den Zettel und ging mit mir in eine ganz andere Richtung los als von mir angedacht. Plötzlich stand ich schon draußen, vor dem richtigen Bus und konnte innerhalb des Schalters (nicht im öffentlichen Bereich) mein Ticket kaufen. Der Angestellte bemerkte meinen besorgten Blick um mein draußen stehendes Gepäck und beruhigte mich, dass sie das schon im Griff hätten… Ich bezahlte, bezog mein Ticket, der Rucksack wurde eingeladen und schon saß ich im Bus nach Tolú. Ging fast schon ein wenig zu schnell, hätte mir eigentlich gerne noch was zum Essen gekauft. Aber das „nicht kaufen“ würde sich gut auf meine „Dritte-Monats-Problematik“ auswirken, dachte ich mir insgeheim und blieb im Bus sitzen. Laaange blieb ich sitzen, der Bus füllte sich langsam. Sicher eine halbe Stunde. Aber ich hatte es ja nicht eilig. Die Reihe vor mir, da ließen sich zwei durchaus füllige Mulattas nieder. Die fülligste saß genau vor mir und ließ ihren Liegesitz mit einem so unglaublich rohem Schwung nach hinten schnellen, dass ich mir mein Knie daran anschlug und auch gehörig erschrak, denn das Ding machte Lärm. Mulatta-Queen lies das völlig unbeeindruckt. Möglicherweise bemerkte sie nur wegen meinem Schmerzensschrei, dass da irgendwas schiefgelaufen war. Aber sie reagierte mit völliger Ignoranz. OK, dachte ich mir, die Auseinandersetzung mit der Radauschachtel (so sah sie aus) spar ich mir und bin einfach eine Sitzreihe weiter hinter, um ihren potenziellen Attacken zu entgehen.

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Nachtrag Cartagena Montag, 25.02.19

Am Abend habe ich nochmal die „kleine Runde“ gemacht in Cartagena, dem Juwel der Karibik und die „Hotspots“ der letzten Reise 2011 angelaufen. Alle Punkte waren immer noch schön, aber, inzwischen ist es Massentourismus pur. Da gab es zum Beispiel diesen Vorplatz der Kirche (Iglsia de la Santisima Trinidad) an dem sich die „Stadtjugend des Viertels“ von Cartagena versammelte. Gibt’s immer noch und die Jugend versammelt sich immer noch, aber, die Jugend war nicht mehr so zahlreich und inzwischen ist es ein hippes Ausgehviertel geworden, in dem es vor teuren Restaurants nur so wimmelt.

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Cartagena – Montag, 25.02.19

OK, meine Eindrücke vom Hostel haben sich eher verschlechtert. Alles pappt und ist irgendwie schmuddelig. Das Hostel liegt in einer sehr guten Lage, daher kann es vermutlich trotzdem überleben. Aber es ist definitiv kein Tipp, kann jedem nur abraten! Geschlafen habe ich jedoch recht gut. Trotz des „durchwachsenen“ letzten Tages.

Zum Frühstück verschlägt es mich am Montag in ein interessantes Frühstücksrestaurant, gleich ums Eck (el gato negro). Am Eingang verspricht eine Tafel selbstgebackenes Brot und selbstgemachte Marmelade. Der Typ am Eingang ist sympathisch. Es sind nur wenig Gäste drin, im Gegensatz zu anderen Lokalen, die überfüllt sind mit Backpackern. Bei den anderen Lokalen standen außen Texte geschrieben wie: „Original australisches Frühstück“ und ähnliches. Im Gato Negro gab es ein recht Interessantes Licht- und Schattenspiel der rustikalen hölzernen Einrichtung, mit den Wänden und ihrer fleckigen alten Textur und dem Steinboden, bestrahlt vom offenen und begitterten Fenster aus mit gleisendem Licht von außen. Welch morbider Charm, gekrönt durch kubanische und uralte Son-Elektro-Mixe, die ich zuletzt vor 20 Jahren hörte, quasi die Vorläufer vom heute so populären Reggaeton. Ein recht schlüssiges Gesamtarrangement!

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Nachtrag Cartagena

Also, ich kann jedem nur abraten, mehr als einen Tag in Cartagena zu verbringen. Gut, wenn man da noch nicht war, dann ist es schon schön die alten Häuser anzusehen und das spezielle karibische Flair dieser alten Stadt zu genießen. ABER, da reicht ein Tag. Es sind Menschenmassen unterwegs wie in München im Tal im Sommer. Es ist so unglaublich. Dann wird man sofort von einem „Stadtführungs-Kaugummi“ angesprochen und schafft es nur mit Mühe den abzustreifen (praktisch jeder hatte schon mal einen Kaugummi an der Schuhsole…) und trotzdem respektvoll zu bleiben. Denn diese Super-Patex-Alleskleber-Stadtführungs-und-Alleswisser-Kaugummies kämpfen mit ausgefuchsten Tricks und haben natürlich viel Erfahrung. Ich jedoch habe den Ehrgeiz, die Situation trotzdem nicht laut, trotzdem wertschätzend (als Mensch, der wir ja alle sind), trotzdem ohne aggressive Rhetorik zu meistern. Das war diesmal echt schwer und hat mir was abverlangt.
Dann im Altstadtviertel, MENSCHENMASSEN und dazwischen die Pferdekutschen und Disco-Schlepper und sonstige Geschäftsleute, auch viele Geschäftsfrauen, die mit sehr eindeutigen Hand- und Mund/Zungenbewegungen potentiellen Oralverkehr andeuten und zu ihrem kleinen Business einladen. OK, dann raus aus dem alten Zentrum hinter den Mauern und ein wenig in Getsemani rum. Das erinnert erst an das frühere Schwabing, was ja nicht so schlecht wäre, dann aber doch recht heftig an die typischen Lonely-Planet-Rucksack-Anlaufstellen. Da sitzen hunderte weißhäutige Jungs und Mädels rum, oder stehen im 30er-Pack vor der Billigpizza an. Alles so ein extremer Abtörner! Blöderweise hab ich das Hotel bis Dienstag bezahlt, sonst wäre ich morgen wieder weg. Es ist eine so gravierende Veränderung zum letzten Besuch, einfach unbeschreiblich.
Aber OK, vielleicht beruhige ich mich morgen ja… Aber weil wir gerade dabei sind. Das Hostel Real ist ebenfalls schrecklich. Unsauber, das Zimmer stinkt entsetzlich nach irgendwelchen Duft-Tannenbäumen oder so, jedenfalls sehr synthetisch. Das Bad ist dreckig. Die Tür lässt sich nur schließen, indem man Gewalt anwendet, was sich leider akustisch sehr bemerkbar macht und das jedes mal, auch zu sehr später Stunde. Das hatte ich doch alles anders in Erinnerung. Nein, absolut keine Empfehlung, weder für Cartagena noch für Hostel Real. Schrecklich!
Der wirklich EINZIG positive Aspekt heute ist, einer der Straßenverkäufer will mir bis morgen eine „Maraca de Gaita“ besorgen. Die hat deutlich größere Kalabassen gefüllt mit Sand. Sowas kannst in Deutschland nicht kaufen und die hat so einen speziellen harten trockenen Ton. Wenn der die anschleppt dann kaufe ich die, wenn der Preis passt.

Fahrt Taganga – Cartagena – Unfallhelfer

Der Tag hatte so schön angefangen! Gemütliches Aufstehen, packen und laanger Ratsch mit Enzo und Zule. Zule baute mir noch ein leckers Mittagessen, damit ich unterwegs nicht verhungern würde. Ich zahlte noch alle meinen offenen Rechnungen und machte mich bereit, um 12:30 vom Bus nach Cartagena abgeholt zu werden. Die beiden Kinder von Zule unterhielten uns (Enzo und mich) mit ihrer DauerQuasselSing-und-Tanz-Show. War lustig, aber Enzo musste ich echt bewundern, denn, er hatte das Programm ja fast jeden Tag und es gibt definitiv keinen Ausschalter.

Enzo erzählte mir noch, dass es heute oder gestern beim Carnaval-Fußball-Mix in Taganga Tote und Verletzte gab. (findet jedoch bisher in den kolumbianischen Medien keine Bestätigung) Ich bin froh dass ich mich da gestern nicht reingeschmissen habe, hatte den Impuls zu gehen, weil ich wohl die aggressiv aufgeheizte Stimmung spürte. Musik war auf dem Carnaval übrigens viel Brasil-Carnaval-Musik, was mich echt wunderte.

Der Bus ist dann doch noch gekommen (1 Stunde zu spät), ein letzter Blick auf Taganga und schon ging es los. Der klapperte erst einige Hostels ab und schon waren wir unterwegs. Es ist eine wirklich schöne Strecke von Santa Marta nach Barranquilla. Links die Lagune, rechts das tosende Meer und die Straße auf dem Sandstreifen dazwischen gebaut.

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Taganga – Samstag, 23.02.19

Letzter Tag in Taganga. Ich stand so um 07:00 auf, verabschiedete mich noch von Fynn, der mit dem Motorrad weiter nach Süden düste und ging, ganz ohne Frühstück, in die Richtung Playa Grande. In der Früh ist eine ganz angenehme Stimmung in Taganga, alles so relaxt, die Sonne brennt noch nicht, das Licht ist weich, die Tagangueros bauen ihre Geschäfte auf, Die Tauchschulen fahren mit ihren alten Jeeps ihre riesigen Boote zum Wasser. Nur der Wind ist etwas ungnädig, mit seinen wütenden böigen Angriffen, immer wieder und wieder. Oft völlig unerwartet, nach längeren Pausen. Oft hatte ich Angst, dass mein Notebook weggeblasen würde, wenn ich manchmal damit auf dem Balkon oder Dach des Hostels gesessen bin, so heftig waren die Böen.
Ich ging erst direkt runter zum Strand, dann nach Norden in Richtung Klippen. Der Weg rüber zum Playa Grande wurde inzwischen besser ausgebaut. Fast schon wie ein Treppenhaus geht es die ersten steilen Felsen zu den Klippen hoch. Da musste man früher regelrecht klettern. Der Wind rüttelte ganz schön heftig an mir rum und ich hätte mir gewünscht, doch vorher ein Frühstück zu nehmen, weil ich nicht gerade vor Energie strotzte. Aber wiegesagt, die Sonne war noch gnädig so früh am Morgen und es gab auch noch viel Schatten. So circa 20 oder 25 Minuten braucht man. In der Früh ein schöner Weg, am Anfang recht ausgesetzt über den Klippen, mit einer fantastischen Sicht auf Playa Taganga.

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Taganga – Freitag, 22.02.19

Wieder stand ich früh auf. Die frühen Morgen sind so schön von der Dachterrasse aus. Die Farben, das Licht, die verschiedenen Töne und Geräusche.
Die Zule (la „Guajira“ de la casa) versorgte mich sofort mit einem Kaffee, als sie später schließlich auch erschien. Dann fragte sie mich praktisch den ganzen Vormittag über Deutschland aus, das Leben dort im Allgemeinen und im Speziellen. Über das „reich sein“, was das ist und was es bedeuten kann. Super interessante Gespräche. Klar, sie sehnt sich nach einem Leben, ohne ständig jeden Pfennig umdrehen zu müssen. Ich versuchte ihr zu erklären, was der Preis für den Wohlstand in z.B. Deutschland ist. Und wie z.B. eine Reinigungskraft in einem deutschen Hotel im Akkord durch die zu reinigenden Räume düst, ohne Pause, ohne Ratsch, hektisch und schnell, dann am Abend, total kaputt von der anstrengenden Arbeit. Was eine Wohnung in München kostet, was man als ungelernter Arbeiter in München verdienen kann, was dann bleibt usw.
Mein eigentlicher Plan war ja, zum Playa Grande zu gehen, weil ich mir in der Früh ein super Licht zum fotografieren erhoffte und sicher nur ganz wenig Leute da sein würden, so früh. Aber so verging der Vormittag wie im Flug. Das Internet im ganzen Viertel fiel aus und mein kolumbianischer Handyvertrag hatte nur noch ganz wenig Datenvolumen. Daher ging ich wieder zu dem Shop ums Eck. Der aktuelle Mitarbeiter wollte aber mit dem schlecht spanisch sprechenden Gringo mit seien komischen Wünschen nichts zu tun haben und schickte mich ins Nirvana (zu einem anderen Geschäft 4-6 Ecken weiter), wo ich auch brav hin trabte, natürlich erfolglos. An einer riesigen Schar im Freien Bingo-spielender Tagangueros vorbei, das war ein lustiges Bild. Das ging bei denen noch stundenlang, ich hörte es bis ins Hostel.

Handy-Laden
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